Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Mein Austauschhalbjahr in Neuseeland -
Gastfamilie, Schulleben, Sport

 

Zweiter Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Sina G.


Stipendium gestiftet durch:
iSt Sprachreisen



Schüleraustausch Neuseeland



In den Ferien zwischen dem ersten und dem zweiten Term waren wir erst ein paar Tage familientlich am Strand und haben Ostern zusammen gefeiert. Auch wenn es schon ein wenig frisch war, hat es uns nicht davon abgehalten auch im Meer baden zu gehen, oder mit den Bodyboards von den Felsen in die Wellen zu springen. Am Morgen des Ostersonntags sind wir schon relativ früh aufgestanden und konnten dann Osterhasen suchen, dabei hatten wir echt viel Spaß! Außerdem gab es vom Verein aus einen Bilderausmahlwettbewerb, und Ausgraben von Schokoeiern am Strand (das war zwar eigentlich nur für die kleineren Kinder gedacht, aber den Spaß haben wir uns nicht nehmen lassen).

 

Wieder zu Hause angekommen war dann auch das Paket, das mir meine Eltern geschickt hatten angekommen, mit Lindhasen für die ganze Familie, Schokolade und den ganzen Winterklamotten die ich nicht mehr mitnehmen konnte, da mein Koffer bereits zu schwer war. In den nächsten Tagen habe ich mich dann mit meinen Freundinnen getroffen und wir sind nach Napier in die Stadt gefahren oder haben kleine Ausflüge gemacht. Zwei gute Freundinnen von mir sind leider in den Ferien schon gegangen, Lou, eine Französin, ist wieder zurück nach Hause geflogen (sie war ganze neun Monate da) und Lara ist auf die Südinsel geflogen, um noch sechs Monate auf einer High School bei Dunedin zu verbringen.

 

In der zweiten Ferienwoche sind dann Simon, der Bruder meines Gastvaters, und Karen, seine Freundin, für ein paar Tage zu Besuch gekommen, also haben wir verschiedene Sachen unternommen, wir sind zum Beispiel in den Redwoods Park gefahren um dort ein wenig zu wandern, oder wir waren mit ihnen einen Kaffee trinken in Napier. Am letzten Wochenende der Ferien bin ich schließlich noch mit dem Fahrrad von Havelock North nach Napier gefahren, und wurde dort von meiner Gastmutter wieder abgeholt.

 

SChüleraustausch Neuseeland

 

Zurück in der Schule war dann der neue 100-Block fertig (dieser war während des kompletten ersten Terms wegen Renovierung geschlossen), wo ich Media Studies hatte. Am zweiten Schultag habe ich Photography mit Japanisch getauscht, da mir Photography doch nicht so gut gefallen hat. In Japanisch hat es mir dann deutlich besser gefallen, da ich es immer faszinierend finde neue Sprachen zu lernen, und im Japanischen hat man auch Schriftzeichen, die ich ein wenig gelernt habe, doch das war alles sehr kompliziert…

 

In der zweiten Woche waren dann die Hockey-trials, und da ich vorher noch nie gespielt hatte, bin ich natürlich in die zweite Mannschaft gekommen, was mir aber ehrlich gesagt auch ganz Recht war. Außerdem hat mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht auch noch in ihrem Team Fußball spielen wollte, da sie nicht genügend Spielerinnen hatten. Nachdem ich mir die Sportuniform der Schule und einen Mundschutz zugelegt hatte, hatten wir dann an Donnertsag unser erstes Hockeyspiel, das wir zwar 6:0 verloren haben, doch ich hatte trotzdem riesigen Spaß am Spielen. Da niemand Torwart sein wollte, meinte ich im nächsten Training, dass ich es gerne mal ausprobieren würde, ich hatte ja vorher auch noch nicht auf dem Feld trainiert, also hätte ich sowieso etwas neues lernen müssen, warum dann nicht gleich Torwart? Im Fußball war ich dann auch Torwart, und wir haben unser erstes Spiel tatsächlich nicht verloren (2:2), das kam schon sehr überraschend! Im Hockey hatten wir zwei Coaches aus der 12. Klasse, die beide für das erste Team gespielt haben, und die eine, Lily, war der Torwart der ersten Mannschaft, also hat sie hauptsächlich mich trainiert, fast wie ein privat Trainer nur für mich! Nach meinem ersten Spiel als Torwart war sie auch richtig stolz auf mich, und sogar die Mütter der anderen Spielerinnen haben mich gelobt und waren froh jetzt einen Torwart zu haben.

 

Im Mai war dann der Schulball für die 12. Und 13. Klassenstufen. Meine Gastschwester Maggie hat mir geholfen mich fertig zu machen, sie hat mir die Nägel lackiert, die Haare geglättet (zwei Stunden lang!!!) und mich geschminkt. Sie selbst durfte leider nicht mit, da sie noch in der zehnten Klasse war, aber mein Gastbruder Oli ist auch mitgekommen. Nach einem kleinen „Fotoshooting“ im Wohnzimmer ging es auch schon los zum Ball. Dort gab es nach dem Foto am Eingang ein Abendessensbuffet und danach ging es in einen anderen Raum mit großer Tanzfläche. Ein DJ hat die Musik gemacht, und wir haben fast den ganzen Abend ununterbrochen getanzt, bis mir der ungefähr größte Kerl der ganzen Schule auf den Fuß gesprungen ist und ich fast nicht mehr laufen konnte… ein paar Wochen später haben wir mit unserem Japanisch-Kurs einen Ausflug zum IPC (International Pacific College) nach Palmersten North gemacht. Dort wurde man in Gruppen aufgeteilt und es gab verschiedene Stationen mit japanischen Spezialitäten, Instrumeten oder Tänzen zum Lernen. Wir sind an einem Freitag während der Schulzeit mit einem Van hingefahren, und am Samstag Nachmittag nach einer Shoppingtour in Palmerston wieder an die Schule zurückgekehrt.

 

Freizeit Kanada

 

Am Sonntag sind Annette (meine Gastmutter) und ich dann früh los um Maggie (meine Gastschwester) auf den Mannschaftsbus zu bringen, und sind diesem mit unserem Auto nach Gisborne gefolgt. Auf dem Weg haben wir an ein paar Stellen die sie mir zeigen wollte angehalten und Fotos gemacht, bis wir so gegen halb elf in Gisborne angekommen waren, uns dort ein Motel gesucht haben und die Fußballmannschaft auf dem Spielfeld wieder getroffen haben. Das Spiel haben sie zwar leider verloren, aber danach sind wir noch ein Stückchen weiter in den Norden zur Tolaga Bay gefahren, dort gibt es nämlich den längsten Steg Neuseelands. Nachdem wir diesen einmal komplett vor- und wieder zurückgelaufen waren, haben wir uns drei Pizzen bei Pizza Hut in Gisborne besorgt und sind dann zurück ins Motel gefahren.

 

Am nächsten Morgen sind wir noch zu einem relativ großen Wasserfall gefahren und zu einem Fluss, der über eine gerade Felsplatte fließt, wie eine natürlich Rutsche. Am Vortag waren Annette und ich schon im Warehouse gewesen und hatten Yogamatten besorgt (im Winter findet man nicht so leicht Bodyboards), die wir zum Runterrutschen benutzen konnten. Maggie wollte es garnicht machen, da es ihr zu kalt war und ein bisschen gefährlich vorkam, aber ich dachte mir, dass ich hier nie wieder hinkommen werde, also musste ich es einfach ausprobieren! Es war zwar echt eisig kalt, aber es hat auch wirklich Spaß gemacht, ich bin sogar zweimal runter.

 

Danach haben wir uns aber wieder auf den Heimweg gemacht, da wir am Dienstag schließlich wieder Schule hatten (Montag war Feiertag, Quenn’s Birthday). Am Donnerstag war jedoch „Teachers only Day“, ein Tag an dem wir keinen Unterricht hatten, da die Lehrer den ganzen Tag Konferenzen hatten. An diesem Tag habe ich mit meiner Media Gruppe unser „instructional video“ gedreht: „How to make cupcakes“. Dazu kamen die beiden zu mir und wir haben gefilmt wie wir Cupcakes gebacken haben. Das Filmmaterial haben wir dann in den nächsten Wochen bearbeitet und zusammengeschnitten, das war eines der Assessments für Media Studies.

 

Freitag Mittag sind wir dann direkt nach der Schule mit dem Familienvan an die „Kapiti Coast“ runter gefahren, nach Waikanae Beach, zu Annette’s Eltern (mein Gastbruder Oli, mein japanischer Gastbruder Yuto und mein Gastvater Matt, Annette haben wir dort getroffen und Maggie konnte leider nicht mit, da sie am Sonntag ein Fußballspiel hatte). Die Fahrt hat ungefähr vier Stunden gedauert, aber da wir nur zu viert im Van waren, hatte ich die hinterste Sitzreihe komplett für mich alleine und habe die ganze Zeit über geschlafen. In Waikanae haben wir dann Annette’s Eltern geholfen ihr Haus zu entrümpeln, da sie demnächst auch zu uns hoch nach Havelock ziehen wollten. Außerdem hab ich mit Yuto auch einmal den Zu nach Wellington genommen (ca. eine Stunde), und Oli ist auch später nachgekommen.

 

Am nächsten Tag sind wir dann wieder nach Hause gefahren und haben Maggie wieder abgeholt (sie war bei Freunden untergebracht gewesen). An dem darauf folgenden Sonntag haben wir mit den internationals der Schule eine zweitägige Wandertour durch den „Kaweka Forest“ gemacht, und ich muss wirklich sagen, dass das eine meiner coolsten Erfahrungen war die ich während meines Neuseelandaufenthalts gemacht habe; es war zwar echt unglaublich anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt! Am ersten Tag sind wir fünf Stunden gelaufen, erst ziemlich steil bergauf, bis wir oben angelangt waren, wo es wunderschöne Aussichten gab, und die letzten zwei Stunden ging es dann fast nur noch bergab, was tatsächlich tausend mal schlimmer war, da es voll auf die Kniegelenke und Oberschenkelmuskeln ging. Als wir die Hütte abends erreicht hatten, hat sich jeder noch etwas zum Abendessen gemacht, und dann haben wir noch eine rund 40 minütige Nachtwanderung zu natürlichen „Hot Pools“ gemacht und waren dort von Glühwürmchen umringt und unter Sternenhimmel baden.

 

Der nächste Tag war fast unerträglich, da ich vor Muskelkater halb gestorben bin, doch auch hier gab es ein paar wirklich schöne Blicke, die das ganze wieder gut gemacht haben. Am nächsten Morgen in der Schule hat dann das Training für den „Kapa Haka“ angefangen, einen weiteren Wettbewerb der Häuser, bei dem man einen Haka, die Schulhymne und ein weiteres Lied (natürlich alles auf Maori) aufführen musste. Außerdem bin ich mit meiner Freundin Julie mal noch für ein paar Tage nach Wellington gefahren. In der darauf folgenden Woche hatte ich bereits mein letztes Hockeyspiel, und mein japanisch Lehrer hat eine kleine Abschiedsfeier mit japanischem Essen für mich vorbereitet. Am Wochenende sind wir schließlich mit der ganzen Familie nach Rotorua gefahren, da sie mir das auch noch zeigen wollten. Dort hatten wir echt viel Spaß zusammen, dort kann man ja auch viele aufregende Sachen unternehmen!

 

Die letzte Woche war schon sehr traurig, mit verschiedenen Abschiedsveranstaltungen, am Freitag waren wir mit der Familie in einem Restaurant essen, und ich durfte mir den Abend über alles aussuchen. Also sind wir in den Supermarkt und haben noch Eis und verschiedene Kekse gekauft und diese dann zu Hause gegessen, während einem letzten Spieleabend. Das ganze Wochenende haben wir eigentlich nur etwas zusammen unternommen, und ich wollte am Schluss wirklich nicht mehr weg…

 

Natur Kanada