Donnerstag, 24. August 2017
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Mein Auslandsjahr in den USA -
Rückblick auf eine erlebnisreiche Zeit im Ausland

Dritter Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Helena K. - USA
Stipendium gestiftet durch:
weltweiser

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

Am 01.Juni.2015 verließ ich Bloomington, um vom Flughafen Indianapolis aus, zurück in meine Heimatstadt Berlin zu fliegen. 10 Monate sind vergangen seit dem Tag, wo ich zum ersten Mal auf amerikanischen Boden stand und nun würde ich dieses Land für eine unbestimmte Zeit verlassen.


Bevor ich meinen Flug antrat, standen mir noch die Schwierigkeiten des Packens und der Verabschiedung bevor. In den letzten Wochen wurde die Zahl 50lbs wie ein magisches Wort für mich. Meine Gastmutter und ich haben unzählige Male meinen Koffer auf die Wage gestellt um dann mal wieder zu sehen, dass er Übergewicht hatte. Mit Herzschmerz spendete ich eine große Menge meiner Kleidung an den Second-Hand-Shop in der Nähe. Ebenfalls vergoss ich auch einige Tränen, als ich mein Zimmer ausräumte, da es sich anfühlte, als ob ich mein zu Hause für immer verlassen würde.


Das Packen und Aufräumen war nicht die größte Schwierigkeit meiner letzten Tage, sondern das Abschiednehmen. Auf der einen Seite war ich sehr froh wieder nach Hause zurückzukehren, um meine Familie und Freunde wieder zu sehen, doch ich konnte mir nicht vorstellen mein amerikanisches Heim zu verlassen. Eine Abschlussfeier wurde für mich veranstaltet, wo ich mich von meinen Freunden verabschieden konnte und über die vielen lustigen Momente des letzten Jahres reden konnte.


Es war alles sehr surreal und ich konnte nicht beschreiben, was jetzt auf mich kommt. Die letzten zwei Tage verbrachte ich weinend, doch meine Gastschwester Gabbie nahm mich Nachts immer auf stundenlange Autofahrten mit, um der Stadt Bloomington "Lebe Wohl" zu sagen.

 

High School USA Freundinnen Schüleraustausch USA

 

Austauschjahr USA

 

Gastfamilie Ausladsjahr USA

 

Mein erster Flug ging von Indianapolis nach Chicago. Es war ein kurzer Flug, doch es blieb mir genug Zeit mein Abschiedsbuch zu lesen, welches ich auch an meine amerikanische Freunde und Familie gegeben habe, damit sie etwas nettes reinschreiben können, was ich aber erst während des Fluges lesen konnte. Der schönste Satz war wohl von meiner sechsjährigen Gastschwester, die geschrieben hat "Ich hoffe es wird dir bei deiner neuen Familie gefallen".


Meine restlichen beide Flüge hoben pünktlich ab und brachten mich sicher nach Hause. 48 Stunden ohne Schlaf, doch glücklich wie noch nie, lag ich in den Armen meiner Mutter am Berliner Flughafen. Auch meine Freunde erschienen und nahmen mich gleich mit und wir gingen zusammen ein Eis essen.


Zu Hause rief ich meine Gastfamilie an und berichtete ihnen von dem Flug. Es war komisch, da ich das ganze Jahr hinweg immer meine Eltern in Deutschland anrief um ihnen über meine Erlebnisse zu erzählen und nun war es umgekehrt. Kurz danach erschien meine Schwester bei uns zu Hause mit ihrer 10 Monate alten Tochter, die ich bis zu diesem Moment noch nie gesehen habe. Es war ein Tag mit sehr vielen Erlebnissen, darum hat sich auch keiner gewundert als ich um 4 Uhr Nachmittags einschlief und bis zum nächsten Tag nicht aufwachte.


Nun bin ich schon seit einem Monat hier und fühle mich an einigen Tagen so als ob ich nie weggewesen wäre, doch es gibt Momente wo ich mir wünsche ich wäre noch in Bloomington.

 

Gastschwester USA High School Year USA

 

Jedenfalls dachte ich mir, da dies mein Abschlussbericht ist, dass ich Fragen beantworte, die mir nach Rückkehr immer wieder gestellt worden sind.

 

"Hat es dir gefallen?"
Das ist eine Ja und Nein Antwort. Denn jedes normale Jahr hat Höhen und Tiefen. Ich hatte viele schöne Zeiten in den USA, doch es gab auch einige Enttäuschungen und schwierige Tage.


"Bereust du es ein Jahr weggegangen zu sein?"
Nein, denn die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, werden mir im Leben weiterhelfen. Ich bin nun viel selbständiger und ich habe Freunde auf der ganzen Welt.


"Wie ist es wieder zu Hause zu sein?"
Am Anfang fühlte sich alles sehr surreal an. Zu Hause in der Wohnung mit meinen Eltern fühlte sich alles sehr normal an, als ob sich nichts verändert hätte. Ich ging aber einige Tage später zur Schule, um meine Freunde zu begrüßen, alle waren sehr froh mich wieder zu sehen, doch wir merkten, dass die frühere Verbindung nicht mehr da war. Aber ich hoffe, dass sich alles mit der Zeit legt, im Moment bin ich nur sehr froh zu Hause in Berlin zu sein.


"Was vermisst du am meisten aus den USA?"
Das wäre wohl meine Gastfamilie. In den USA wohnte ich in einem Haushalt von sechs Kindern und nun bin ich wieder das einzige Kind im Haushalt. Ich vermisse die Lautstärke.


"Worüber hast du dich am meisten zu Hause gefreut?"
Das sind eindeutig die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich bin so froh, dass ich mich überall hin bewegen kann ohne, dass mich jemand fahren muss.


"Hast du noch Kontakt zu deiner Gastfamilie?"
Ja und das sogar jeden Tag. Sie schicken mir Bilder von ihrem Leben und ich von meinem. In ein paar Tagen kommt auch meine ältere Gastschwester nach Berlin um mich zu besuchen.


"Hast du Tipps für zukünftige Auslandsjahrschüler?"
Traut euch! Ein Auslandsjahr macht aus euch einen reiferen Menschen. Doch erwartet nicht zu viel. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich geglaubt habe, Amerika sei so toll, wie es in den Hollywood-Filmen dargestellt wird. Also wenn ihr euch für Amerika entscheidet, dann seid darauf vorbereitet, dass ihr wahrscheinlich in einem Dorf ohne öffentliche Verkehrsmittel platziert werdet. Für mich als Stadtkind war das ein Problem.

 

Das wäre es nun von mir. Ich hatte ein unvergessliches Jahr und ich bedanke mich aus ganzem Herzen beim Weltbürger-Team für die tolle Unterstützung.