Dienstag, 24. Oktober 2017
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Ein Erfahrungsbericht über ein Auslandsjahr
in den USA nach 3 Monaten

 

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Moritz K.
Stipendium gestiftet durch:
GLS Sprachenzentrum



Schüleraustausch USA



 

In diesem Bericht, werde ich Ihnen über meine Erlebnisse und meine Erfahrungen erzählen, die ich in der Vorbereitung und den ersten 3 Monaten in meinem Auslandsjahr in den USA gesammelt habe.
Ich war im ersten Semester der 9. Klasse als mir die Idee in den Kopf kam, ein Auslandsjahr zu machen. Einige meiner älteren Freunde waren gerade aus einem Jahr voller Erlebnisse zurück gekommen und berichteten von ihrem Abenteuer Auslandsjahr, aber auch meine Eltern haben mal das Wort Auslandsjahr am Abendbrottisch erwähnt und deshalb fragte ich sie eines Tages einfach, ob wir uns nicht erkundigen können, was die Voraussetzungen sind und ob wir uns es leisten können.


Sie waren nicht abwegig und wollten mir da nicht im Weg stehen. Nachdem wir mit ein paar Freunden telefoniert hatten, haben wir uns für GLS-Sprachreisen entschieden. Die Hauptgründe waren, dass man sich das Land, in das man gehen will, aussuchen kann und das es eine Organisation ist die nicht zu groß ist, so dass die Betreuung besser ist, aber das sie auch nicht zu klein ist und sehr viel Erfahrung hat. Und es war die richtige Wahl.


Die nächste große Frage die sich mir Auftat, war, wann ich den Auslandsaufenthalt machen will. Und da gab es für mich drei Möglichkeiten. Die erste und klassischste Variante zwischen 10. und 11. Klasse, ein halbes Jahr von der 10. oder die ganze 10. Klasse. Ich habe mich für ein halbes Jahr in der 10. Klasse entschieden, da ich nicht ein Jahr Schule mehr machen wollte, aber auch nicht die ganze 10. Klasse überspringen. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Macht die 10. Klasse fertig und geht dann für ein Jahr und macht danach euer Abitur. Das Jahr kann euch nämlich keiner nehmen und das was ihr hier Mitnehmen könnt ist einmalig. Und das halbe Jahr vergeht viel zu schnell. Ich bin momentan am versuchen meinen Aufenthalt auf ein Jahr zu verlängern, das ist jetzt aber leider nicht mehr so einfach.


Als ich mich dann also für ein halbes Jahr entschieden hab, bewarb ich mich online auf ein Auslandsjahr bei GLS und ich wurde dann ein paar Wochen später auf ein Vorstellungsgespräch eingeladen.
Da bin ich dann mit meiner Mutter hin und wir haben super Beratung bekommen und uns dann auch für ein Auslandsjahr mit GLS entschieden.


In den Wochen danach habe ich dann eine Mappe ausgefüllt, mit allem möglichen über mich und meine Hobbies, wo ich zur Schule gehe, was ich mit meiner Familie unternehme und ganz viel andere Sachen. Diese Mappe bekam dann die Organisation in den USA um eine Gastfamilie zu suchen. Ich musste ebenfalls auch noch einen Englischtest machen, der aber machbar ist.


Dann wurde es erstmal wieder ruhiger und ich hatte gar nicht so viel Zeit über das Jahr nachzudenken, da ich mit Weihnachten, Sylvester und dann wieder der Schule beschäftigt war. Doch dann kam irgendwann Mitte März eine E-Mail von GLS mit meinen Platzierungsunterlagen. Und so schnell habe ich noch nie eine Mail geöffnet wie diese. Ich habe, dann auch gleich mit meiner Betreuerin von GLS telefoniert und mit ihr zusammen die Mappe meiner zukünftigen Gastfamilie angeguckt. Es ging für mich nach Vancouver in Washington. Anfangs war ich auch verwirrt warum ich jetzt nach Kanada und in die Hauptstadt der USA zugleich sollte, aber es gibt ein etwas kleineres Vancouver im Staat Washington und das liegt direkt über Portland. Der erste Eindruck meiner Gastfamilie war super und jetzt freute ich mich natürlich schon richtig.


Ab dem Tag hatte ich dann wieder einen Stapel auf meinem Schreibtisch. Ich musste mein Visa online beantragen, habe meiner Gastfamilie geschrieben und mich bei ihnen bedankt, dass sie mich ausgewählt haben und natürlich allen erzählt wo es jetzt hingeht. Doch dann war ich wiederum viel mit schulischen Sachen beschäftigt und noch nicht angefangen die Tage bis zum Flug gezählt. Allerdings habe ich angefangen mit meiner Gastfamilie zu videotelefonieren und sie wir haben uns super verstanden.


Dann haben irgendwann die Sommerferien angefangen und ich hatte alles vorbereiten. Ich hatte mein Visa, mein Flugticket, meine Krankenversicherung, meine Gastgeschenke, eine super Gastfamilie und ich musste nur noch ein paar letzte Arzttermine erledigen. Aber in den Ferien war mir noch gar nicht so bewusst, dass ich nicht einmal mehr 3 Woche all das hier nicht mehr haben würde und auf der anderen Seite der Erde sein werde. Doch als dann alle meine Freunde die auch ins Ausland gehen, bereits losgeflogen waren und die Abschiedsparty hinter mir lag, wollte ich dann nur noch los.


Und dann war es auch soweit. Ich hatte mir den ganzen Samstag fürs packen frei gehalten und dann ging es auch schon los. Es ist gar nicht so einfach für ein halbes Jahr zu packen, aber wenn ihr so ungefähr für einen 3 Wochen Urlaub mit Temperaturschwankungen von -10°C bis +30°C, solltet ihr alles abgedeckt haben, und packt bloß nicht so viel ein. Ihr wollt euch ja bestimmt auch noch Sachen da kaufen.


Und dann nachdem ich Samstagabend um die 2h da lag und nicht schlafen konnte, war dann irgendwann der Sonntagmorgen, um 2 Uhr morgens, da und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen. Da angekommen musste ich mich dann wohl oder übel von meiner Familie verabschieden, aber ich wusste ja dass ich schon bald wieder hier bin. Doch leider fiel es auch mir nicht so einfach wie gedacht, doch nachdem ich „Schüß“ gesagt habe, habe ich mich dann umgedreht und bin gegangen.


Der Flug an sich war entspannt, aber mir fällt Fliegen auch nicht so schwer und ich habe die Zeit mit Schlafen, Filmen und Musik gut rumbekommen. Dann in den USA angekommen und nach dem ich durch die Einreise Kontrolle gekommen bin, war es dann soweit. Ich habe das erste Mal meine Gastfamilie getroffen. Sie waren genauso nett, wie ich sie vom Telefonieren her kannte, aber doch ein bisschen kleiner als ich erwartet hatte.

 

High School USA

 

Die erste Woche war toll, aber auch anstrengend. Es war so viel zu tun, wie zum Beispiel die Klassen für die Schule auswählen, aber wir sind auch für 2 Nächte an die Küste gefahren und es war wunderschön dort. Zusätzlich zu dem allen ist es aber auch noch einmal immenser Stress, da es alles so anders ist und du die ganze Zeit eine andere Sprache spricht, was am Anfang ja doch ungewohnt ist, aber mein online Wörterbuch war mir eine große Hilfe. Und ansonsten hilft immer fragen.

 

In der zweiten Woche fing dann auch schon die Schule an. Ich habe am Morgen Müsli gegessen und das esse ich auch immer noch, denn es ist einfach zu machen und trotzdem nahrhaft genug um für mich bis zum Lunch zu überleben. Nach dem Frühstück bin ich dann zur Schule gegangen. Ich gehe nur 10 Minuten, da wir quasi direkt neben der Schule wohnen und ich habe keine Gastgeschwister an meiner High School die mich fahren könnten. In der Schule angekommen, suchte ich dann, mit einer Karte in der Hand, den Klassenraum und fand ihn auch unerwartet schnell. Ich habe am ersten Tag noch gar nicht so viel wahrgenommen, da ich mehr damit beschäftigt war meine Klassenräume zu finden, aber es war trotzdem umwerfend wie riesig die Schule ist. In meiner ersten Stunde angekommen begrüßte mich gleich meine Lehrerin und nach einem kurzen Gespräch, über Austauschschüler und Deutschland, setzte ich mich dann, auf den für mich vorbestimmten Platz und dann fing auch schon der Unterricht an, der an sich nicht so verschieden ist. Das verrückteste am ersten Tag war eigentlich die Mittagspause. Das war ein riesiges durcheinander, und mich total unüberschaubar. Ich habe mir essen, beim der erstbesten Ausgabe geholt die ich gesehen hab und mich dann zu irgendwelchen Leuten gesetzt die ich nicht kannte. Am Nachmittag war dann mein Footballtraining. Das war wie ich es erwartet hatte. Anstrengend aber gut.

 

Footballtraining USA


In der ersten Woche war dann jeder Tag besser als der davor. Man lernte langsam die Leute kennen und schließt erste Freundschaften. Und ich habe auch bereits meine erste Klasse gewechselt, da sie mir nicht das gab, was ich mir darunter vorgestellt hatte. Am Wochenende habe ich dann was mit meiner Familie gemacht und ausgeschlafen.

 

Schüleraustausch USA

 

Die zweite Woche, war dann schon viel entspannter. Im Unterricht habe ich dann mehr und mehr durchgesehen und die ersten Tests geschrieben und siehe da, bis jetzt habe ich überall ein A. Liegt zum Teil auch daran, dass es etwas einfacher vom Stoff her ist, aber dafür muss man hier sehr viel Hausaufgaben machen, wenn man gut sein will, weil die bewertet werden.


Auch in der zweiten Woche habe ich immer mehr Leute kennengelernt und auch am Wochenende etwas mit meinen neuen Freunden unternommen, aber auch mit meiner Familie. Die wichtigsten Dinge die ich bis jetzt hier gelernt habe sind, dass man immer offen sein sollte, um neue Leute kennenzulernen, auch wenn man vielleicht erst denkt, was ist das denn für einer, denn das kann sich ändern, wenn man denjenigen kennenlernt. Was mir besonders geholfen hat Leute kennenzulernen, ist Football. Aber das würde auch jeder andere Schulclub machen. Ebenfalls hat mir sehr geholfen, dass ich zum 5th Quarter Dance gegangen bin. Alle haben gesagt, der soll sehr langweilig werden und ich bin nach unserem ersten Football Heimspiel, dann aber alleine dahin, und siehe da ich habe um 8 neue Freunde und Leute mit denen ich in der Mittagspause zusammensitzen kann.

 

High School USA

 

Ich habe auch gelernt, dass man nicht immer alles auf die Goldwaage legen sollte. Gerade mit seiner Gastfamilie. Für die ist es genauso ungewohnt, dass jemand neues im Haus ist und wenn man mal ein Problem mit irgendetwas hat, hilft es immer mit der Gastfamilie darüber zu reden und dann stellt sich oft heraus, dass man nur irgendetwas falsch verstanden hat. Und das letzte, was ich gelernt habe, ist das man sich zuerst seinen Respekt erarbeiten muss und dann wird man auch dafür belohnt. In der nächsten Woche kommen dann deutsche Austauschschüler, für einen Monat, denen ich dann die Schule vorstellen darf und in den ersten Tagen weiterhelfen werde…

 

Stipendiat USA

 

Danke an alle die sich die Zeit genommen haben, meinen Bericht zu lesen und für diejenigen unter euch, die auch gerne ein Auslandsjahr machen wollen: Macht ein ganzes Jahr. Die Erfahrung die ihr hier mitnehmt, kann euch keiner nehmen und habt Spaß. Und wenn es in den ersten paar Tage noch ungewohnt ist. Das ist normal. Schließlich seid ihr in einer komplett anderen Kultur mit komplett neuen Leuten, aber ich kann euch aus Erfahrung sagen, nachdem ihr diese Hürde überwunden habt ist es einfach nur awesome.