Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Mein halbes High-School-Jahr
in Hays, Kansas

 

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Marina F.
Stipendium gestiftet durch:
World Wide Qualifications



Schüleraustausch USA



 

„Bis in einem halben Jahr“, sagte ich noch zu meiner Familie am Flughafen, drehte mich um und ging durch die Sicherheitsabsperrung. Einmal drehte ich mich noch um und erinnerte mich an das letzte halbe Jahr, das voller Vorbereitungen  war und an die liebevollen Menschen in meinem Leben, die mich in allem unterstützt haben. Und dann begann mein Traum von Amerika!


Ich heiße Marina Friedel, bin 15 Jahre alt und bin nun seit Anfang August hier in Hays, Kansas. Schon lange war es mein Traum, ein anderes Land intensiv kennenzulernen. Es ist einfach etwas ganz besonderes und eine total neue, aber unglaubliche Erfahrung, die Kultur, die Menschen, die Lebensgewohnheiten und die Sprache eines anderen Landes“ hautnah“ zu erfahren und mitzuerleben.


Ich habe nicht irgendein Land ausgewählt, sondern mich ganz bewusst für Amerika entschieden. Mich fasziniert die Lebenseinstellung der Menschen, die offene und freundliche Art, die Sprache und einfach der typisch amerikanische Lifestyle.

 

Gastfamilie Schüleraustausch USA

 

Am Flughafen in Wichita hat mich meine Gastfamilie unglaublich herzlich und liebevoll begrüßt und in Empfang genommen. Ich habe mich von Anfang an super mit ihnen verstanden und ich bin so dankbar, für alles, was wir zusammen erleben. Vor einem halben Jahr konnte ich mir nicht vorstellen, dass mein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt sein kann. Und mittlerweile kann ich sagen, dass die Familie einfach ein unglaublich wichtiger Teil in meinem Leben geworden ist.

 

Das andere Klima und der Jetlag waren am Anfang etwas anstrengend. Ich hatte mich aber schnell daran gewöhnt und war an den darauf folgenden Tagen von Eindrücken überwältigt! Alles ist wirklich typisch amerikanisch. Die Häuser, die Autos, das Essen, die High School und vieles mehr. Nach ein paar Tagen Ferien, begann für mich der Unterricht an der High School. Ich konnte es am Anfang nicht fassen: die gelben Schulbusse, die verschiedenen Flure für die unterschiedliche Klassenstufen, die Schließfächer und die Sportteams  waren einfach wie im Film! Es ging schon am ersten Schultag los, als ich von ungefähr 50 Schulfächern 8 auswählen konnte. Der ganze Schulalltag ist komplett anders als in Deutschland. So gibt es ganz andere, aber unglaublich interessante Fächer, wie z.B. Fotographie, Food, Lifemanagement oder Newspaper. Auch der Unterricht verläuft anders. Alle Schüler und Lehrer haben Laptops, es gibt keine Tafeln, sondern alles wird über den Computer gemacht.

 

Anfangs kannte ich niemanden und es war ein komisches Gefühl, als ich am ersten Schultag meine High School betrat, aber es war unglaublich wie offen und nett alle zu mir waren. Schon nach wenigen Tagen hatte es sich herumgesprochen, dass wir eine deutsche Austauschschülerin an unserer Schule haben und so kamen auch viele auf mich zu und haben mich über Deutschland befragt.  Auch wenn es am ersten Tag schwer zu sein erschien, ist es eine wunderschöne Erfahrung, neue Leute kennen zu lernen und über die Zeit unglaubliche Freundschaften zu schließen!

 

Schulsport High School USA

 

Unterricht haben wir jeden Tag bis 15 Uhr und danach habe ich zusammen mit meinem Cross- Country Team jeden Tag  2 Stunden Training. Wir fahren mit unserem Bus raus ins Land und rennen „distance“ oder machen“ workouts“.  Am Wochenende haben wir dann ein Rennen. So verbringe ich einen Großteil meiner Freizeit zusammen mit dem Team und es ist eine wunderschöne Erfahrung, wie man als Team zusammenwächst. So gewöhnt man sich nach und nach an sein neues Leben und der Alltag beginnt.

 

Vor 2 Wochen fand das sogenannte  „Homecoming“ statt. Die ganze Woche über gab es jeden Tag ein Motto. So hat man sich z.B. passend für den Strand anziehen müssen, den Style von einem Lehrer imitieren oder sich wie in den 80 Jahren kleiden müssen. Wir haben zusammen mit unserer Klassenstufe einen Anhänger gebaut und am Ende der Woche war dann eine Parade durch die Innenstadt, wo jede Klassenstufe auf ihrem Anhänger gefahren ist und Süßigkeiten zu den Zuschauern geworfen hat. Das große Event, auf das alle gewartet haben, war dann aber am Samstagabend: der Homecoming-Ball. 

 

Homecoming USA

 

Es ist Tradition, dass man sich vor dem Ball trifft und zusammen zum Abendessen geht. Anschließend besucht man den Ball. Die ganze Woche war eine einmalige Erfahrung und ich bin unglaublich dankbar, dass ich das alles miterleben darf.

 

Am Wochenende machen wir oft Ausflüge mit meiner Gastfamilie. Letztes Wochenende waren wir z.B. bei einem Football Game. In einem Stadion mit 50.000 Leuten zu sein ist ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde!


Es ist für mich sehr beeindruckend das amerikanische Leben in dieser Weise erleben zu dürfen. Aber gleichzeitig freut es mich auch meiner Gastfamilie und Freunden etwas über Deutschland erzählen zu können. Es ist sehr interessant und ich hatte schon einige lustige Gespräche, über die Unterschiede der Kulturen. Die Amerikaner können es zum Beispiel nicht glauben, dass man in Deutschland tatsächlich einen echten Weihnachtsbaum mit echten Kerzen hat.


So erlebe ich immer wieder sehr schöne und  lustige Momente. Natürlich ist es auch manchmal nicht ganz leicht und es gibt schwere Situationen, aber bisher habe ich immer eine Lösung gefunden. Ein besonderes Gefühl ist es, dass ich das alles ganz selbstständig, ohne Eltern mache. Es ist schön, sich selbst ein komplett neues Leben in einem fremden Land auf zu bauen  und dabei so viel zu lernen. Nach Amerika zu gehen war bis jetzt die beste Entscheidung in meinem Leben!


Vielen Dank an meine Organisation World Wide Qualifications, die mein Auslandsaufenthalt vorbereitet, geplant, und die passende Gastfamilie für mich gefunden hat. Ich  freue mich auf 2 weitere Monate und danke nochmals ganz besonders meiner Gastfamilie.

 

Marina F.