Samstag, 24. Juni 2017
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Per Schüleraustausch nach Kanada

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Majbritt Schanze
Stipendium gestiftet durch:
GLS



Schüleraustausch USA



 

Meine Gastfamilie


Ich bin jetzt schon einen Monat in Victoria BC und fühle mich mittlerweile richtig wohl. Jetzt hat sich auch endlich ein normaler Alltag eingestellt und alles ist nicht mehr ganz so stressig wie am Anfang.
Die Gastfamilie, mit der ich zusammen wohnen darf, ist sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Sie hatten schon sehr viele Austauschschüler aus den verschiedensten Ländern (Japan, China, Deutschland,…). Deshalb haben sie natürlich schon sehr viel Erfahrung und wissen genau, was wir brauchen oder zum Beispiel, was man machen muss, wenn das Geldabheben noch nicht funktioniert. Ich bin also wirklich sehr froh, dass sie schon so viel Erfahrung haben und mir in vielen Situationen weiterhelfen können.


Außer mir ist im Moment auch noch eine japanische Austauschschülerin da. Sie kommt aus Japan und heißt Ayane. Ayane und ich verstehen uns wirklich gut, wir gucken oft in unserem Gemeinschaftsraum zusammen Filme und spielen eigentlich jeden Tag mit Ella und Sophie, meinen Gastgeschwistern, verschiedene Spiele oder wir helfen alle im Garten und Haus. Meine Gastgeschwister sind Ella (10), Sophie (13) und Katelyn (23). Natürlich wohnen auch meine Gasteltern hier, Teri und Martin. Außerdem gibt es auch drei Haustiere, die Husky Hündin Nala, die kleine Hündin Roo und der dickste Kater, den ich je gesehen habe, Jett.


Eigentlich, hatte meine Gastfamilie auch drei Pflegekinder, aber die sind vor 2 Wochen wieder zurück zu ihrer leiblichen Mutter gekommen, weil die sich wieder gebessert hatte und sich nun gut um ihre Kinder kümmern kann. Jeden Sonntag ist bei uns Familientag, dort unternehmen wir dann etwas zusammen. Zum Beispiel, machen wir eine Wanderung, fahren an den Strand oder gehen Kürbisse vom Feld holen.

 

Schüleraustausch Kanada Gastfamilie Ausflüge

 

Das kanadische Schulsystem: Ganz anders aber gut


Sonst von Montag bis Freitag muss ich natürlich ganz normal zur Schule gehen, auch wenn man das eigentlich nicht ganz normal nennen kann, da die Schule in Kanada sich doch sehr stark von der Schule in Deutschland unterscheidet.
Man kann sich für jedes Halbjahr 4 Fächer aussuchen und hat diese dann jeden Tag, ein Halbjahr lang. Außerdem kann man eine Sportart als Schulfach haben. Ich habe Rudern als Schulfach und es macht wir wirklich sehr viel Spaß! Das Team ist sehr nett und wir haben für jede Altersklasse und Mädchen und Jungs einen eigenen Trainer. Also insgesamt vier!
Auch wenn es ziemlich anstrengend ist, gefällt es mir doch sehr gut! Wir bekommen sogar eine komplette Einkleidung und werden noch zwei Regatten dieses Jahr fahren. Bei einer Regatta habe ich auch schon mit teilgenommen. Ich bin mit drei anderen Mädchen zusammen in einem Vierer gerudert, und wir sind auf der 3300 Meter Strecke zweite geworden, womit ich sehr zufrieden bin.

 

Austauschjahr Kanada Stipendium Rudern


In meinem Ruderteam gibt es auch drei weitere Deutsche. Natürlich ist es ganz schön Leute zu treffen, die die gleiche Muttersprache haben wie ich, aber ich persönlich versuche, vor allem in der Schule die Deutschgruppen zu meiden, da ich ja hier in Kanada bin um mein Englisch zu verbessern, eine neue Kultur und neue Leute kennen zu lernen.
Allgemein gibt es an der Claremont Secondary School sehr viele internationale Austauschschüler aus allen erdenklichen Ländern.
An meinem ersten Schultag haben sich alle Austauschschüler in einem Raum getroffen und das waren wirklich viele. Mr. Westhaver, unser Schulleiter meinte auch, dass dieses Jahr besonders viele Austauschschüler, ungefähr 150 Schüler, an unserer Schule sind. Ein anderer Lehrer hat dann auch noch alle Länder gesammelt, aus denen wir kommen, und an die Tafel geschrieben. Es sind zum Beispiel Schüler aus China, Brasilien, Thailand, Mexiko und Chile hier. Und auch sehr viele Deutsche.


Danach haben sich noch drei Lehrer vorgestellt die sich um Internationale kümmern und zu denen man kommen kann, wenn man Fragen hat. Außerdem haben sich auch unser stellvertretener Schulleiter, Mr. Gray und Ms Brenda Davis vorgestellt. Brenda ist die internationale Lehrerin und sehr nett und hilfsbereit. Sie hatte mir zum Beispiel geholfen, meinen Adviser, Ms Heppel zu finden, da ich nämlich Probleme mit meinem Mathekurs hatte. Ms Heppel ist wie Brenda auch eine der nettesten Lehrerinnen, die ich je treffen durfte!


Da sie in meinem alten Grade-9-Mathekurs gerade Themen durchgenommen hatten, die ich schon in der 7. Klasse, also vor zwei Jahren hatte, hat mir Ms Heppel geholfen den Mathekurs zu wechseln. Deshalb bin ich jetzt im Grade 11 Mathekurs und eigentlich gefällt es mir dort bis jetzt ganz gut.
Außer meinem Mathekurs, habe ich noch Info Tech, Foods und wie schon erwähnt Rowing.


Info Tech ist eigentlich so etwas wie Informatik, bloß etwas intensiver. Wir haben bis jetzt zum Beispiel mit einem Programm selbst Spiele programmiert. Der Unterricht funktioniert so, dass man wenn man ein neues Thema anfängt, erst einmal eine Einweisung in Form von einzelnen kleinen Lessons bekommt und wenn man diese abgeschlossen hat, sein eigenes Projekt anfängt, dass dann auch ein Teil der Themennote ausmacht.
Das gute an dieser Unterrichtsweise ist, dass jeder in seinem persönlichen Tempo arbeiten kann und man einfach bis zu einem bestimmten Tag fertig sein muss.


Dann habe ich noch Foods mit Ms Michalski. Ich fand diesen Kurs bei der Fächerwahl sehr ansprechend, weil ich backen und kochen sehr gerne mag.
Der Unterricht macht auch wirklich sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal etwas stressig ist. Da es 6 einzelne Küchen gibt, wurden wir in Vierergruppen eingeteilt und ich bin in einer sehr lustigen, aber auch anstrengenden Gruppe. Meine Küchengruppe besteht aus Natasha (das einzige Mädchen mit mir), Bruce und Richard (sie kommen beide aus China und sprechen deshalb gerne mal Chinesisch, was für Natasha und mich etwas unpraktisch ist, da wir dann ja nicht verstehen, was sie sagen).


Wir sind immer einen Tag in den Küchen und dann den nächsten Tag in dem Klassenraum nebenan, weil wir uns immer mit der anderen Foodsklasse abwechseln, die zur gleichen Zeit Unterrichthaben.
Im theoretischen Unterricht reden wir dann zum Beispiel über unsere Umwelt, wie das Essen vom Feld auf unseren Teller kommt und über naheliegende Bauernhöfe und wie man diese unterstützen kann. Auch haben wir schon viel über Recycling gesprochen. Hier in Kanada recyceln die Menschen nämlich sehr viel, zum Beispiel gibt es bei mir in der Schule sogar einzelne Mülleimer für hartes Plastik, weiches Plastik, Kompost und so weiter.


Im praktischen Unterricht, also in den Küchen gucken wir uns als erstes immer Ms. Michalski’s Demonstration an, wo sie uns grob zeigt, was wir bei dem heutigen Rezept beachten müssen und wie wir spezielle Dinge machen. Danach müssen wir dann ein Protokoll ausfüllen, ihr vorzeigen und dann fangen wir auch schon an zu backen/kochen. Bei uns kann das manchmal etwas chaotisch werden, da vor allem Richard immer am schnellsten von den Küchen sein will. Denn wenn man am schnellsten ist bekommt man einen Stern auf einer ausgehangenen Liste. Wie gesagt, dieses Fach macht mir also immer sehr viel Spaß, auch weil man an den Küchentagen immer etwas zu Essen zum mitnehmen hat.

 

Freizeitaktivitäten

 

Weil es ja an meiner Schule so viele internationale Schüler gibt, gibt es sogar richtige Ausflüge für Internationale von unserer und den umliegenden Schulen. Zum Beispiel kann man in ein Camp fahren oder nach Whistler zum Skifahren. Ich habe mich für Whistler angemeldet, weil ich auch sonst jeden Winter in Norwegen Ski fahre und es mir immer viel Spaß macht. Sonst gibt es auch manchmal Pizza Lunches, bei denen sich dann alle Internationale treffen, Organisatorisches besprochen wird und es auch, wie der Name sagt, Pizza gibt.


Auch so gab es bis jetzt sehr viele soziale Veranstaltungen. Letzte Woche war zum Beispiel der Orange-Shirt-Day an dem man, wie der Name ebenfalls schon sagt ein oranges T-Shirt trägt, um auf die Native Canadians hinzuweisen. Das orange T-Shirt ist nämlich Teil der Geschichte eines jeden jungen native Canadian Mädchens, und der Tag soll an diese erinnern. Letzte Woche war ebenfalls eine Veranstaltung für das Camp Goodtimes, das für Kinder mit Krebs veranstaltet wird. Ein Mann, der auch Krebs hatte und jetzt geheilt ist, ist an unsere Schule gekommen und hat eine Rede gehalten. Danach wurden noch Spenden gesammelt, Köpfe rasiert, die Beine unseres stellvertretenen Schulleiters wurden gewachst und eine Gruppe von Fahrradfahrern, die für diese Veranstaltung von Schule zu Schule fahren, war ebenfalls dort.


Unsere Schule hat sonst auch noch ein vielseitiges Angebot an Clubs und Vereinen. Ich bin zusammen mit Ayane im Chor, auch wenn wir beide nicht sehr talentiert im Singen sind. Wir haben eine sehr nette Lehrerin und mir gefällt es auch gut, dass man dort mit vielen verschiedenen Menschen aus den unterschiedlichen Klassenstufen zusammen singt. Auch wenn der Chor heißt, dass Ayane und ich ein Mal in der Woche schon um 6:00 Uhr aufstehen müssen, da wir dann vor der Schule Probe haben, macht es mir sehr viel Spaß und ist eine tolle Erfahrung.


Neben Rudern und Chor habe ich hier in Kanada auch noch ein drittes Hobby, nämlich Aikido. Ich habe eigentlich noch nie eine Kampfsportart vorher gemacht und eigentlich dachte ich auch immer, dass das nicht so mein Ding ist, aber mein Gastvater, Martin ist dort Trainer und meine Gastschwester Ella trainiert dort auch, deshalb konnten Ayane und ich uns Aikido am Bring a Friend Day angucken. Ayane und mir hat es gut gefallen und deshalb, gehen wir beide jetzt immer dort hin.


Insgesamt habe ich also ziemlich viel zu tun im meiner Freizeit, aber das gefällt mir eigentlich ganz gut so. Ich habe mich jetzt auch schon ein bisschen bei meiner Gastfamilie und in der Schule eingelebt.
Ich bin mit meinem Auslandsaufenthalt bis jetzt sehr zufrieden. Mein Englisch hat sich hoffentlich schon etwas verbessert und wird sich hoffentlich noch gut entwickeln.
Ich habe in meinem ersten Monat schon sehr viele neue Eindrücke von Kanada gewonnen. Von der wunderschönen Natur hier in Victoria, der Kultur der Native Canadians und den vielen netten Menschen den ich begegnet bin.                                

 

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