Sonntag, 17. Dezember 2017
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Als Gastschülerin nach Texas

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Sarai B.
Stipendium gestiftet durch:
WWQ



Annika Stipendiatin



Ich bin noch nie außerhalb Europa gereist und erst recht nie ohne meine Eltern! Alleine der Gedanke, bald für ein halbes Jahr auf der anderen Seite der Welt zu leben, löste in mir Aufregung und ein wenig Angst aus. Doch die Vorfreude überwog!

 

In den Videoanrufen, die ich mit meiner zukünftigen Gastfamilie machte, schienen mir diese sehr sympathisch zu sein und auch die Bilder ihres Hauses und der Umgebung ließen mich noch mehr auf die kommenden 6 Monate freuen.

 

Als ich am Tag des Abfluges zu realisieren begann, was nun auf mich zukommen würde, war es sehr schwer, sich am Flughafen von meiner Familie zu verabschieden, doch sobald ich im Flugzeug saß, dachte ich fast ausschließlich über das nach, was vor mir lag. Allerdings war ich immer noch ein wenig nervös, da ich einen Stop in Dallas hatte und nur wenig Zeit zum Umsteigen blieb.

 

Glücklicherweise saß eine junge Frau nehmen mir, die in Deutschland aufgewachsen war und jetzt in Austin studierte. So hatten wir die gleiche Flugroute und sie konnte mir beim Weg durch die Zoll,- und Pass Kontrollen helfen.

 

Als ich am Abend in Austin ankam, warteten mein Gastvater und die italienische Austauschschülerin schon auf mich. Ich war sehr erleichtert, endlich da zu sein.

 

Nach meiner Ankunft, hatte ich 2 Tage um mich auszuruhen, denn dann fing die Schule an. Die Aufgaben in den verschiedenen Klassen waren sehr leicht und ich fand mich mit dem Lernstoff schnell zurecht, doch das Freunde finden hatte ich mir einfacher vorgestellt. Aber ich hatte das Glück, bereits nach kurzer Zeit meine Freunde gefunden zu haben. Diese blieben auch für den Rest meines Austausches in meinem engsten Freundeskreis.

 

An einem der ersten Wochenenden fuhren meine Gastfamilie und ich nach Austin Downtown, also in die Hauptstadt von Texas, die eine halbe Stunde von Leander entfernt ist. Wir besichtigten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten und genossen die Zeit zusammen. Die Zeit verging wie im Flug und ich war bereits 6 Wochen in Leander. Ich traf mich schon mit meinen neuen Freunden und wir unternahmen schöne Dinge, darunter Kino,- oder einfach nur Mallbesuche.

 

Austauschjahr in Texas

 

Und auch wenn ich in Deutschland nicht in die Kirche gehe, gefiel mir der Gottesdienst dort immer sehr gut. Wir sangen viel und man hatte immer das Gefühl ein Teil der Gruppe zu sein. Auch dort habe ich 2 meiner besten Freunde kennengelernt.

Auch der Schulchor gefiel mir sehr gut. Wir sangen sehr schöne Lieder und traten auch bei Wettbewerben an, die wir erfolgreich meisterten und unsere Gruppe zusammenschweißten.

 

Ich habe durch meine Organisation eine deutsche Austauschschülerin kennengelernt, mit der ich von diesem Zeitpunkt an meine Wochenenden verbrachte. Wir achteten trotzdem stets darauf, in Englisch zu kommunizieren, da wir diese Sprache ja fließend können wollten. Bald lernte ich auch ihre Familie kennen, die ich sehr mochte und auch gerne mit ihnen Zeit verbracht habe. Wir besuchten Renaissance-Festivals, gingen zusammen essen, ins Kino und oft saßen wir einfach Zuhause und spielten Gesellschaftsspiele.

 

Als der vierte Monat anbrach, redeten die Schüler nur noch von einem Thema. Dem Prom, der gegen Ende April stattfinden sollte. Es ist eine Art Schulball, zu dem man lange Abendkleider anzieht und oft von einem Jungen gefragt wird, ob man ihn begleiten möchte. Viele meiner Freunde gingen mit einem „Date“, doch meine Freunde und ich gingen alle zusammen in einer Gruppe.

 

Der Tag war wunderschön, ich ließ meine Haare und mein Make Up professionell machen und ging anschließend zu der 360 bridge (eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Austin) um mit meinen Freunden Bilder machen zu lassen. Anschließend aßen wir in einem italienischen Restaurant und verbrachten den Rest des Abends in dem Hotel, in dem sich schließlich die gesamte Schule traf. Wir tanzten bis in die Nacht hinein und verließen als Letzten die Tanzfläche. Es war einmalig,- und ein unvergessliches Erlebnis.

 

Prom in Texas

 

Den letzten Monat verbrachte ich mit der Absolvierung meines Tauchscheins. Im Laufe der Woche behandelten wir die Theorie im Klassenraum des Tauchshops und das Wochenende fuhren wir raus an den See um das ganze praktisch umzusetzen. Ich hatte das Glück, dass mein Tauchlehrer gleichzeitig der Gastvater meiner Freundin war und so konnten wir auch die Wochenenden danach noch alle zusammen tauchen gehen! Zusammen nahmen wir an einem Gewinnspiel teil, bei dem es darum geht, Golfbälle auf dem Grund des Sees zu finden.

 

Ursprünglich hatte ich geplant, am 2. Juni die USA zu verlassen, doch da ich noch genug Zeit haben wollte, um mich von meinen Freunden zu verabschieden, verlängerte ich meinen Aufenthalt für weitere 14 Tage, die ich dann bei der Gastfamilie meiner deutschen Freundin verbrachte. Wir machten tolle Ausflüge in Wasserparks, mieteten ein Boot auf dem See, fuhren Downtown und gingen Abends in schönen Restaurants essen. Außerdem zeigten sie mir typisch amerikanische/texanische Fastfood Restaurants (Whataburger, In´n´Out, P.Terrys…)

 

Das letzte Treffen mit meinen Freunden war schön aber zugleich sehr traurig, da ich sie zum letzten Mal sehen würde. Alle meine Freunde veranstalteten eine kleine Überraschungsparty für mich, mit Pizza, Eiscreme und vielem mehr! Wir saßen bis spät abends draußen, eine Freundin spielte Gitarre und wir sangen dazu.

 

 

Der Tag meiner Abreise war sehr emotional, doch auch sehr schön, denn ich hatte ein sehr enges Verhältnis zu meiner 2. Gastfamilie und wusste, dass es nicht das letzte Mal war, das wir uns sehen würden.

Ich bin unglaublich dankbar für diese einzigartige und wunderbare Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Ich habe Freunde und Familie fürs Leben gefunden.

 

Wenn ich heute, drei Wochen nach meiner Rückkehr an Texas denke, würde ich am liebsten gleich wieder dort hin. Ich vermisse wirklich alles. Von meiner Schule, über den Häuserstil bis hin zu dem Wetter, das sich innerhalb von zwei Minuten drastisch verändern kann. Texas ist mein zweites Zuhause und ich bin sehr froh, diesen Staat kennen und lieben gelernt haben zu können.