Dienstag, 24. April 2018
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Auf nach Tampa, Florida

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Aaron M.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 



Das New York Experience war ein perfekter Start in mein Auslandsjahr. Mit der Organisation ISE und vielen anderen Austauschschülern, die auch an ihrem Anfang ihres aufregenden Abenteuers standen, bereisten wir viele Sehenswürdigkeiten und sahen das Leben in New York City. Die vielen Hochhäuser, der Verkehr und einfach die Größe von New York waren unglaublich. Ich kann dieses Erlebnis nur weiterempfehlen.

 


Nun bin ich schon seit 3 Monaten gemeinsam mit meiner Gastfamilie in einem Vorort („Riverview“) von Tampa, Florida. Ich habe mich schon von Anfang an super mit meiner Gastfamilie verstanden. Meine Gastfamilie besteht nicht nur aus meiner Gastmutter „Melanie“ und meinem Gastvater „Vishal“. Denn wir verbringen sehr viel Zeit mit engen Freunden und Verwandten, die auch zu unserer Familie gehören. Am Wochenende besuchen uns nämlich oft die Neffen meiner Gastmutter, mit denen wir viele Sachen unternehmen. Der jüngere Bruder heißt Christian und der ältere Bruder heißt Cody.

 

Am Wochenende gehen „die Männer“ auch oft mit „dem Schatz“ von meinem Gastvater ins Meer. Er hat sich ein paar Monate, bevor ich in Florida eingereist bin, ein schönes Motorboot zugelegt. Zu den Männern zählt der Mann der Schwester meiner Gastmutter (Er heißt Aaron, genauso wie ich, deswegen werde ich in der Umgebung meiner Gastfamilie immer auf meinen Zweitnamen „Bence“ angesprochen), der beste Freund von meinem Gastvater, der auch zufälliger Weise den gleichen Namen hat wie er (Vishal), sein Neffe „Kevin“ ist auch immer dabei und ein anderer Freund der Familie namens „Kelly“, der auch in unserer Nachbarschaft wohnt. Gemeinsam haben wir immer viel Spaß und unterhalten uns über verschiedene Themen. Am Wochenende gehen wir auch manchmal zur Farm von Vishal (dem besten Freund meines Gastvaters). Dort spielen wir dann oft ein Spiel namens „Cornhole“, wo das Ziel ist in das gegenüberliegende Loch eines Brettes zu treffen, oder wenigstens auf das Brett zu kommen. Darüber hinaus veranstalten wir jeden Freitag ein Familienessen im Hause der Schwester meiner Gastmutter (Mishelle). Ich glaube, man kann an meinen bisherigen Ausführungen gut sehen, dass ich sehr viel Zeit mit meiner großen Gastfamilie verbringe.

 


Meine Aufgaben im Haushalt sind jeden Tag das Geschirr spülen, ungefähr zweimal pro Monat meinem Gastvater mit der Gartenarbeit helfen, das Boot mit meinem Gastvater nach dem Benutzen saubermachen und für das nächste Mal bereitstellen, den Müll rausbringen, die Klimaanlage täglich auf die richtige Temperatur regulieren (nachts 74 Grad und tagsüber 78 Grad), manchmal staubsaugen und natürlich mein Zimmer sowie mein Badezimmer sauber halten. Ich komme damit ganz gut zurecht, nur das Geschirr spülen ist ein bisschen lästig.

 


In der Schule komme ich mit den Noten gut zurecht. Ich habe in jedem Fach „A´s“ außer in US-History, wo ich ein bisschen Probleme mit den Tests hatte, weswegen ich zurzeit auf einem „B“ stehe. Meine Gastmutter hat recht hohe Erwartungen. Sie verlangt eigentlich in jedem Fach über 96 Prozent. Das bedeutet mindestens „A+“. Ich komme damit eigentlich ganz gut klar, nur wie eben schon beschrieben habe ich ein bisschen Probleme in US-History, obwohl ich der beste Schüler in der US-History Klasse bin. Meine restlichen Fächer sind Gitarrenunterricht, Chemie, Gewichte heben, Mathematik 2 (hier genannt „Algebra 2“), Digital Design und Englisch 3. Ich habe jeden Tag die gleichen Fächer in der gleichen Reihenfolge was ich persönlich ein bisschen einseitig und langweilig finde. In der ersten Stunde Gitarrenunterricht, die zweite Stunde Mathematik, die dritte Stunde Digital Design, in der vierten Stunde meine Mittagspause, in der fünften Stunde Englischunterricht, in der sechsten Stunde Chemie, in der siebten Stunde Gewichte heben in der Turnhalle und in der letzten achten Stunde US-amerikanische Geschichte.

 

Wie ich schon in Deutschland durch meine Organisation erfahren habe ist hier das Niveau etwas niedriger. Deshalb gehe ich zum Beispiel in die elfte Klasse und nicht regulär in die zehnte, in die ich vom Alter her normalerweise gehören würde. Die meisten Austauschschüler nehmen sogar sogenannte „Honor“ oder „AP“ Klassen, in denen das Niveau nochmal etwas höher ist, doch ich bin zufrieden mit meinen „regular“ Klassen, da ich so meine Noten einfacher über den 96% halten kann und ich so etwas mehr Zeit habe, mich gleichzeitig auch ein wenig mit dem Stoff in Deutschland auseinanderzusetzen. Ich versuche nämlich ein bisschen auf dem Laufendem zu bleiben, damit, wenn das Auslandsjahr zu Ende ist, ich ohne Probleme in die Q1 (also die elfte Klasse) versetzt werden kann.

 


Wir haben von Dienstag bis Freitag von 7:30 Uhr bis 15:00 Uhr Schule. Außer montags, wo wir eigentlich eine ganze Stunde weniger (also bis 14:00 Uhr) Unterricht haben sollten. Diese eine Stunde Freiheit wurde uns aber wegen dem Hurrikan „Irma“ gestrichen. Dies wurde beschlossen, damit wir Schüler die versäumten Schulstunden durch die „Hurricane season“ wieder nachholen können. Wir persönlich hatten während des Hurrikans ganz viel Glück. Wir waren auf alles vorbereitet, doch wir haben noch nicht mal für eine Sekunde Strom oder Wasser verloren. Ich habe sogar, während der Hurrikan uns „überquert“ hat, geschlafen (ohne Probleme). Wenn man aber ein paar Meilen weiter guckt sind Häuser überschwemmt oder Haushalte wochenlang ohne Strom und Wasser.

 


Seit ein paar Tagen ist die Football season beendet. Es hat immer Spaß gemacht freitags zu den Spielen zu gehen, um sich mit anderen Schülern zu unterhalten. Unsere Football Mannschaft ist aber nicht die beste. Sie haben aber ein paar Spiele gewonnen, wie zum Beispiel das Wichtigste, nämlich das „Homecoming Game“. Ich selber habe ein bisschen Probleme in eine Sportmannschaft zu kommen. In der „Fall season“, die jetzt zu Ende gegangen ist, konnte ich nicht teilnehmen, da ich als „exchange student“ ganz viel Papierkram ausfüllen muss. In der „winter season“ habe ich für Soccer an den „try-outs“ (dort zeigt man dem Trainer, wie gut man ist und ob man es ins Team schafft) teilgenommen, aber leider nicht ins Team geschafft. Obwohl es eine Schule mit über 2500 Schülern ist, gibt es hier keine 2. Mannschaft. Es gibt auch keine anderen Sportarten in der „winter season“, die mich ansprechen würden. In der Spring season würde ich Tennis spielen, wo ich auch ziemlich sicher ins Team kommen würde, aber das ist noch lange hin. Mir wäre es eigentlich nur generell wichtig gewesen, in eine Sportmannschaft zu kommen, um mich besser mit anderen Schülern zu unterhalten bzw. anzufreunden. Deswegen finde ich das ein bisschen schade, dass ich jetzt an keiner außerschulischen Aktivität teilnehme.

 


Zum Schluss möchte ich noch von meinem Homecoming berichten. Ich hatte nämlich die Gelegenheit zu zwei Homecomings zu gehen. Meine Gastmutter hat mir ein „Date“ mit der Tochter einer Arbeitskollegin namens Chloe arrangiert, die auf eine andere Schule geht. Daher bin ich mit ihr zu meinem Homecoming auf meiner High-School gegangen und zu ihrer Schule auch. Sie geht auf eine Privatschule namens „Strawberry Crest“ und nimmt darüber hinaus an dem „IBM program“ teil. Unser Motto war Hawaii, also hatte ich ein typisches „hawaiian t-shirt“ an und eine dieser berühmten Blumenketten, die man mit Hawaii verbindet. Das Homecoming von Chloe war viel besser. Das Motto war James Bond. Ich hatte einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd mit einer Krawatte. Dieses Homecoming war im Gelände der South-Florida University in einem großen Hotel. Die Stimmung war einfach besser und es wurde sich deutlich mehr Mühe bei der Vorbereitung der Veranstaltung gegeben.

 


Abschließend möchte ich nochmal betonen, dass ich hier wirklich eine sehr nette und engagierte Gastfamilie angetroffen habe, die sich sehr viel Mühe gibt, mir einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Ich hoffe Ihnen weiterhin Tolles von meinem Aufenthalt berichten zu können.

 


Bis dahin, viele Grüße
Ihr Aaron M.