Dienstag, 22. August 2017
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Mein Kanada 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat: 
Johannes C. - Kanada

Stipendium gestiftet durch:
HICO Education




Kanada !

Abflug und Ankunft:

31.8.2010, ich wache auf. Alles sieht anders aus als sonst. Leerer! In der Mitte meines Zimmers steht ein großer Koffer, daneben meine Gitarre und mein Handgepäck. Das erste was ich denke: Kanada! Dann fällt mir noch etwas anderes ein. Ich gehe zu einem kleinen Paket, was auf dem Koffer liegt und nehme es. Es ist nicht nur der Tag meiner Abreise, sondern auch der Geburtstag meiner Mom. Ich gehe die Treppen runter,  gratuliere ihr und gebe ihr mein Geschenk. Meine Schwester und mein Vater sind auch schon wach. Nachdem alle meine Mom gedrückt haben, fangen wir an, alle Sachen ins Auto zu packen. Immer wieder fällt mir noch etwas ein, was ich vergessen habe, schließlich fahren wir dann doch los.

Auf der Fahrt wird nicht viel geredet. Alle sind noch müde oder zu aufgeregt um viel zu sagen; ich für meinen Teil bin eher müde, denn am Vorabend waren noch einige Verwandte und Freunde da, um mich zu verabschieden.
Wir erreichen den Düsseldorfer Flughafen. Ich bin ein wenig aufgeregt, aber ich fange auch an mich zu freuen. Während wir auf das Signal zum Einchecken warten, werde ich ein wenig traurig. Allerdings werde ich durch meine Mom wieder abgelenkt. Die so aufgeregt ist, dass sie alles noch einmal kontrollieren muss.
Schließlich gehen wir Richtung Flugzeug. Als ich mich von meiner Familie verabschiedete, waren wir alle ein wenig traurig und meine Schwester und meine Mom mussten weinen. Schließlich ging ich dann durch die Sicherheitssperre und war von da an allein. Komischerweise war ich weder so aufgeregt, traurig oder nervös, wie ich gedacht hätte. Ich glaube, ich konnte noch nicht wirklich begreifen, dass ich nun für ein halbes Jahr einfach weg sein würde.
Eine halbe Stunde noch bis ich ins Flugzeug steige. Ich versuche zu lesen, bin dann auf einmal aber doch zu nervös. Endlich geht’s los!
Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir London. Wir mussten noch ein wenig über der Stadt kreisen, bis wir die Landeerlaubnis bekamen. Da wir sehr niedrig flogen, konnte ich vom Flugzeug aus die Tower Bridge, den Buckingham Palast und sogar Big Ben sehen!
Nach der Landung irrte ich erst einmal durch Heathrow und war ein wenig in Panik. Schließlich traf ich noch ein paar Leute, die den gleichen Flug nehmen mussten; zusammen fanden wir dann das richtige Gate.

Der Flug nach Vancouver war dann relativ unspektakulär, da ich nicht am Fenster saß. Ich guckte mir in den 10 Stunden dreieinhalb Filme an und versuchte, das Flugzeug-Essen runterzubekommen. Außerdem unterhielt ich mich mit meinen Sitznachbarn, einem älteren Pärchen aus England, die ihre Familie in Kanada besuchen wollten.
Bei unserer Ankunft in Vancouver regnete es, aber ich war zu müde, um das alles richtig wahrzunehmen. Auf dem Weg zum Zoll unterhielt ich mich mit einem Jungen aus Indien. Wir warteten gemeinsam darauf, endlich reingelassen zu werden und so erfuhr ich, dass er in Kanada studieren wollte und dass er für den Anfang seines Aufenthaltes bei einem Freund wohnen würde. So verging die Wartezeit schnell und da stand ich dann schon vor dem Beamten.
Ich war total nervös und gab dem Mann vor mir meine Papiere. Er guckte sich alles gelangweilt durch und als er dann aufblickte hoffte ich, nun weitergehen zu können, aber anscheinend war doch nicht alles da. Es fehlte eine Bestätigung der Schule, die ich auch noch nicht vorweisen konnte, als er mich das fünfte Mal danach fragte! Ich dachte schon, ich müsste im Flughafen bleiben, da sagte er mit genervtem Unterton, dass ich durchgehen könnte und gab mir meinen Pass wieder. Erleichtert ging zu den Gepäckbändern und nahm meinen Koffer. Dann ging ich durch die Tür zum Empfangsbereich und war nun endlich in Kanada!!!

Sofort sah ich eine Frau, die einige Schilder mit Namen hochhielt, darunter auch meiner. Ich ging zu ihr hin und stellte mich vor. Sie sagte, ich müsste noch auf meinen Fahrer und einen andern International Student warten. Also kaufte ich eine Coke und wartete. Nach etwa 20 Minuten traf Hannah – die der andere International war ein - und kurz darauf auch unser Fahrer. Hannah war  ebenfalls aus Deutschland und war, wie ich, in Squamish in einer Gastfamilie untergebracht. Unser Fahrer hieß Bruce. Er war ungefähr  50 und kam ursprünglich aus Squamish, wohnte nun aber in Vancouver, außerdem spielte er Gitarre und so hatten wir ein Thema, über das man reden konnte.
Nachdem wir Vancouver verlassen hatten, fuhren wir an der Pazifikküste entlang und ich war überwältigt von der Natur. Ich hatte noch nie Berge in so unmittelbarer Nähe zum Meer gesehen.

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt erreichten wir endlich Squamish. Hannah wurde zuerst zu ihrer Familie gebracht. Fünf Minuten später erreichten wir dann das Haus, in dem ich die nächsten fünf Monate verbringen sollte.
Auf einmal war wieder hellwach und richtig aufgeregt. Wir luden mein Gepäck aus und klopften. Einen Moment später öffnete Claire, meine Gastmutter, die Tür und begrüßte uns. Sie war mir von Anfang an sympathisch und empfing mich herzlich. Hinter ihr tauchte dann auch mein kleiner Gastbruder Elias auf. Auch er war aufgeregt und redete direkt auf mich ein. Ich war viel zu müde, um richtig zuzuhören, aber ich genoss es, endlich angekommen zu sein.
Doch kaum war ich da, ging es schon wieder los. Claire lud mich zum Sushi-Essen ein. Ich hatte nie zuvor Sushi gegessen und war gespannt. Allerdings hatte ich auch etwas Angst, dass es mir nicht schmecken würde, ich wollte jedoch auf keinen Fall unhöflich erscheinen. Doch dies war eine unnötige Sorge, es schmeckte mir hervorragend und von da an liebte ich Sushi über alles!

Als wir wieder zu Hause waren, zeigte mir Claire das Haus. Ich hatte ein kleines Schlafzimmer, mein eigenes Badezimmer und einen Raum mit PC und Fernseher, in dem in auch Gitarre spielen konnte. Kurz darauf ging ich auch schon ins Bett. Ich war total platt und schlief sofort ein, um am nächsten Morgen schon um fünf Uhr aufzuwachen. Es dauerte dann noch ein paar Tage,  bis ich den Jetlag überwunden hatte.

 


Erste Tage:
Am ersten Morgen machte Claire ein leckeres Frühstück mit Pancakes  und Toast. Danach holte ich die Geschenke, die ich für sie und Elias mitgebracht hatte. Claire freute sich total über alles und Elias wollte unbedingt das neue Spiel ausprobieren.
Später fuhr Claire mich zur Schule, weil ich noch meinen Stundenplan ändern wollte, bevor alles wirklich losgehen würde. Dabei begegnete ich Ryan, dem ersten kanadischen Jugendlichen.

Danach zeigte mir Claire Squamish; zuerst fuhren wir zur Mall, und dann zeigte sie mir den „Chief“, den vor allem bei Kletterfreaks sehr berühmten Berg von Squamish; dann gingen wir noch am Strand spazieren. Wieder zu Hause angekommen gingen wir zum Fluss, der sich direkt hinter unserem Haus befand. Es war sonnig und ich kletterte eine Weile mit Elias über Felsen und Baumstümpfe. Wir hatten ein gemütliches Abendessen und ich ging wieder früh ins Bett.
Am nächsten Tag war das Willkommen-Treffen für alle neuen Internationals. Das Treffen fand in der Schule statt und als ich dort ankam stellte ich fest, dass es außer mir noch jede Menge andere Deutsche gab. Der Rest bestand überwiegend aus Asiaten und Mexikanern.
Nachdem sich die Mitglieder der Organisation und unsere Rektorin vorgestellt hatten, machten wir eine kleine Rallye durch Squamish-Downtown.  Wir mussten verschiedene Shops und Gebäude suchen, unter anderem auch eine kleine Eisdiele, wo wir Pause machten. Ich unterhielt mich zumeist mit den Deutschen, da ich mich noch nicht daran gewöhnt hatte, die ganze Zeit Englisch zu sprechen. Außerdem traf ich noch meinen Nachbarn. Sein Name war So und er war ebenfalls ein International aus Hong Kong. Wir verstanden uns auf Anhieb und unterhielten uns eine ganze Weile.
Am Freitag nahm mich Claire mit nach Vancouver. Sie zeigte mir ihr Büro und anschließend trafen wir Marc, ihren Exmann, der mich mit seinem Motorrad durch ganz Van fuhr!



Leben in der Familie

Meine Gastfamilie bestand eigentlich nur aus Claire, ihrem fünf Jahre alten Sohn Elias und zwei Katzen. Zeitweise lebte auch noch So, der Austauschschüler aus der Nachbarschaft bei uns, weil seine Gastmutter ein Baby bekam.
Bevor wir uns kennen lernten war ich war natürlich ziemlich nervös, weil ich nicht wusste,  ob wir uns verstehen würden und ob ich mit einem kleinen Bruder klar kommen würde.  Ich verhielt mich daher anfangs etwas zurückhaltend. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass das Ganze kein Problem darstellte, denn wir verstanden uns auf Anhieb richtig gut. Auch meine Befürchtungen, dass ich Probleme mit dem Essen bekommen könnte, waren unbegründet. Claire hatte nämlich angegeben, dass sie Vegetarierin sei und ich bin wohl eher das genaue Gegenteil.  Allerdings hatten sich ihre Essgewohnheiten geändert; es gab zwar immer noch viel Vegetarisches; aber öfters auch mal Hühnchen und dank Claires Kochkünsten konnte man es gut aushalten. Der Einzige der nur vegetarisch aß war Elias, aber ansonsten war er wie jeder Fünfjährige. Er aß eigentlich nur Pommes, Nudeln und Süßigkeiten und wollte bei jedem Essen immer genau das andere haben!!

Unter der Woche sahen wir uns meistens leider nur kurz, einmal morgens und zum Abendessen, da Claire in Vancouver gearbeitet hat und jeden Tag eineinhalb Stunden hin-  und zurückfahren musste. An Wochenenden unternahmen wir allerdings häufig etwas zusammen. Das wurde dann leider etwas weniger, als die Skisaison begann und ich mit Freunden immer viel Snowboarden ging. Dafür gingen wir dann öfters mal zusammen Sushi essen.
Ich konnte eigentlich so ziemlich tun und lassen was ich wollte, solange Claire wusste, wo ich war und es war auch kein Problem, mal ein paar Leute einfach so mitzubringen.
Auch mit meinem kleinen Bruder hatte ich nie Probleme. Klar war er ab und zu ein wenig nervig, aber wir verstanden uns echt gut. Wenn er und Claire aus Vancouver wieder kamen, spielten wir oft zusammen, guckten einen Film oder alberten einfach etwas herum.
Am Ende hab ich mich richtig zuhause gefühlt und werde die beiden echt vermissen!




Schule:
Meine Schule (Howe Sound Secondary) hatte ungefähr 800 Schüler und ist die einzige Highschool in Squamish. Bei dem Vortreffen für die Austauschschüler hatten alle bereits einen Plan der Schule bekommen und ich hatte kaum Probleme, mich zu orientieren. Die Fächer die ich gewählt habe, waren Sport, Theater, Geschichte und Mathe. Einige Kurse, die ich ursprünglich belegen wollte, überschnitten sich leider oder waren einfach nicht zustande gekommen. Am Ende war ich aber froh über meine Wahl; vor allem Sport und Theater machten sehr viel Spaß. Ich probierte auch einmal das schulische Jazzorchester aus, aber das wurde mir schnell zu langweilig. Dafür fand ich heraus, dass sich in der Mittagspause ab und zu einige Gitarristen trafen, um zusammen zu jammen und ich schloss mich ihnen an.

Der erste Tag in der Schule war sehr aufregend. Ich war ziemlich nervös und wäre morgens fast in den falschen Schulbus eingestiegen. Irgendwie habe ich es dann doch in die Schule geschafft und da meine erste Stunde Sport war hatte ich kein Problem den richtigen Raum zu finden. Die ersten Tage war ich fast nur mit den restlichen Deutschen zusammen unterwegs, aber das wurde mit der Zeit immer weniger und ich lernte jede Menge neue Leute kennen.
Die Schule fing immer um kurz vor neun an und um halb neun kam jeden Morgen der gelbe Schulbus. Um viertel nach drei war die Schule vorbei. Eine Unterrichts-Einheit dauerte 75 Minuten. Das kam mir erst etwas lang vor, aber man gewöhnte sich schnell daran. Zwischen der zweiten und dritten hatte wir große Pause. Man konnte zwar auch in der Schulcafeteria essen, aber meistens gingen wir zu McDonalds oder A&W. Das war einfach gemütlicher und man musste nur eben über das Footballfeld neben der Schule gehen.
Besonders gut gefiel mir das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Die kanadischen Lehrer waren offener und persönlicher und auch gerne bereit, den Schülern außerhalb der Unterrichtszeit zu helfen oder Fragen zu beantworten. Auch das Verhalten der Schüler untereinander war angenehmer als in Deutschland. An der Schule gab es eigentlich niemanden, der nicht dazu gehörte, jeder hatte seine eigene Clique.
Ich habe das Kanadische Schulsystem sehr genossen und meine Noten waren, bis auf Geschichte, ganz in Ordnung.

Leben in Kanada/Freizeit!! :
Die ersten paar Wochen war ich erst mal damit beschäftigt mich einzuleben und mich daran zu gewöhnen, den ganzen Tag Englisch zu sprechen. Aber ziemlich schnell stellte ich auch fest, dass in Kanada alle viel offener und freundlicher sind, als man es von Deutschland gewohnt ist. Weder in der Schule noch sonst wo habe ich irgendwen getroffen, der in irgendeiner Form unfreundlich gewesen ist und so war es nicht sonderlich schwer Anschluss zu finden.

Die meisten Freunde fand ich, als ich dem Footballteam meiner Schule bei trat. Ich hatte beim ersten Spiel der Mannschaft zugeschaut und war seitdem begeistert von Football. Ich schloss mich also dem Team an und hatte, obwohl ich bis dahin nicht die leiseste Ahnung von Football hatte, jede Menge Spaß. Bei den ersten Spielen fungierte ich eher als Maskottchen und machte Saltos bei jedem Touchdown den Cory, der Star des Teams, machte. Später, als ich das ganze Spiel einigermaßen verstanden hatte, spielte ich auch richtig mit und kam mit dem Team bis in die Playoffs. Es war aber auch nicht immer angenehm, da wir bei fast jedem Wetter trainierten und man sich dann zeitweise bei Temperaturen knapp über 0°C im Regen wieder fand. Bei unserem letzten Spiel lag sogar 20cm Schnee auf dem Feld und nur die Linien waren freigeschaufelt worden!




Aber auch wenn ich mal kein Football hatte wurde mir nie langweilig. In der Umgebung gab es jede Menge zu tun, vor allem wenn man gerne klettert, Mountainbike fährt, surft oder irgendetwas draußen unternehmen will. In den ersten zwei Monaten machten wir einige Wanderungen, beispielsweise bestieg ich mit So zusammen den Chief. Dieser Berg befindet sich am Rande von Squamish und sieht aus wie ein schlafender Indianerhäuptling (daher auch der Name). Später wurde es dann zu kalt für Wanderungen





In Squamish gab es ein kleines Kino, in das ich und ein paar Freunde öfters gingen, wenn grad mal keine Party war. Meist schauten wir vorher noch bei Sushi Sen vorbei. Der Laden war einfach hammer und selbst wenn man kein Sushi mag, lohnt es sich allein wegen des Nachtischs dorthin zu gehen. Unter der Woche war ich meistens zu Hause und jammte ein wenig mit So oder Paul. Als Paul und ich wieder mal nach Gitarren-Tabs im Internet suchten, stießen wir zufällig auf ein Konzert von Joe Satriani (einer der weltbesten Gitarristen), das dem nächst in Vancouver stattfinden würde. Sofort beschlossen wir, Tickets zu kaufen und am 16.1. erlebten wir ein grandioses Konzert.
Schon im Oktober hatte ich mir beim Turkeysale in Whistler ein Snowboard mit allem Zubehör gekauft und da ich in Squamish zur Schule ging, bekam ich den Seasonpass für die Lifte in Whistler relativ günstig. Mitte November öffnete dann auch endlich das Skigebiet und von da war ich jedes Wochenende boarden. Die meisten deutschen Austauschschüler waren ebenfalls fast immer auf der Piste und so traf man sich meistens morgens um 7 Uhr an der Bushaltestelle. Das Skigebiet war einfach riesig und die Pisten waren genial! Außerdem gab es mehrere Fun-Parks und ich probierte das erste Mal kleinere Jumps und Rails aus. Nach vielen Versuchen und Bruchlandungen lernte ich sogar einige Tricks.




Das erste und einzige Mal Heimweh hatte ich Weihnachten. Wir waren bei Claires Schwester zum großen Weihnachtsessen eingeladen und die ganze Familie war versammelt. Es gab einen Weihnachtsbaum mit haufenweise Geschenken darunter und es war eigentlich ein schönes Fest, aber ich hatte am Morgen mit meinen Verwandten telefoniert und vermisste das gewohnte Beisammensein. Spät am Abend fuhren wir wieder nach Hause und mussten Elias ins Bett tragen, so müde war er. Elias glaubte noch an den Weihnachtsmann und deshalb mussten Claire und ich noch leise Socken füllen, Geschenke unter den Baum legen und es so aussehen lassen als ob jemand von den Keksen gegessen hatte, die wir vorher für den Weihnachtsmann hingestellt hatten. Am nächsten Morgen feierten dann nur wir drei noch einmal und Elias war total aufgeregt, als er die angebissenen Kekse sah. So wurde es doch noch ein schönes Weihnachten.

Die letzten Tage:
In der vorletzten Woche fanden die „Final Exams“ statt und wir hatten sonst keinen Unterricht mehr. Die schwierigste Prüfung hatte ich in Sport; wir mussten zehn Kilometer laufen und obwohl ich eigentlich beim Training meist nur gutes Mittelfeld war, kam ich diesmal als Vierter des gesamten Kurses ins Ziel. Die Mathe- und der Geschichtstests bestanden zum größten Teil aus Multiple-Choice-Fragen und in Theater haben wir ein Stück, welches ein Schüler geschrieben hatte, aufgeführt. Nachdem alle Prüfungen vorbei waren, hieß es nun noch ein letztes Mal zusammen mit allen feiern! An diesem Wochenende gab es eine große Party, bei der alle Austauschschüler verabschiedet wurden die nur ein halbes Jahr blieben. Es war eine hammer Party und alle waren an dem Abend richtig gut drauf. Ich weiß gar nicht  mehr, wann wir abgeholt wurden , aber es war eindeutig zu früh!^^ Wir verabschiedeten uns von allen, was einige Zeit in Anspruch nahm, da man einige der Leute wohl nie mehr sehen würde. Ich fuhr gemeinsam mit Hannah und Fabian nach Hause. Hannah war total traurig, weil sie schon am nächsten Tag wieder zurück fliegen würde. Wir versuchten, sie ein wenig zu trösten und ich kam noch mit zu ihr, weil ich noch mein Fahrrad bei ihr stehen hatte. Ich ging noch kurz mit ihr ins Haus, aber schließlich musste ich dann doch nach Hause und wir mussten uns verabschieden.
Ich hatte das Glück, noch ein paar Tage länger zu bleiben und somit noch ein paar schöne Skitage. An meinem letzten Tag besuchte ich noch einmal die Schule und verabschiedete mich noch einmal von allen. Am Abend war es dann schließlich soweit. Claire und Elias brachten mich zu Flughafen, wo nicht viel los war. So hatten wir noch etwas Zeit und setzten uns in ein kleines Sushi Restaurant. Irgendwann musste ich dann doch los, aber wir brauchten lange, um uns zu verabschieden.

Der Rückflug war relativ unspektakulär, ich schlief ein wenig und guckte einige Filme und dann war ich auch schon wieder zurück in Germany!!
Zusammenfassend würde ich sagen, dass es eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens war. Ich habe viele Freunde gefunden und neue Dinge gelernt.
Ich werde Kanada vermissen und auf jeden Fall wieder zurückkehren!