Sonntag, 22. Oktober 2017
Herzlich Willkommen bei Weltbürger-Stipendien!

Die ersten drei Monate in den USA -
Football, Homecoming und Familiennachwuchs

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Nina E - USA


Stipendium gestiftet durch:

TREFF Sprachreisen

 

 

Schüleraustausch USA


Es ist Halbzeit! Ich lebe jetzt seit drei Monaten hier in Winona und ich habe nur noch drei weitere Monate. Ich kann kaum glauben, was ich hier schon alles erlebt habe! Aber nun eine Sache nach der anderen...

Homecoming war ein super Erlebnis! Weil unsere Sportteams mit einer anderen Schule zusammengelegt sind, hatten wir gleich zwei mal Homecoming. Die ganze Woche über haben wir die Unterrichtszeit damit verbracht, unsere Schule zu dekorieren. Ich war erstaunt, dass wirklich alle mitgeholfen und ihre kreativen Ideen eingebracht haben.


Am Freitag, den 06.09.13 war es dann soweit. Nach dem Unterricht hat sich die Gemeinde bei der Feuerwehrwache versammelt, wo wir dann Spiele organisiert haben, bei denen sowohl Kinder als auch Erwachsene sehr viel Spaß hatten. Nach einem gemeinsamen Essen ging es dann zum Footballfeld und alle haben sich auf das Spiel gefreut. In der Halbzeit wurden dann die Homecoming Königin und der Homecoming König gewählt. Das Spiel war insgesamt sehr gut, unser Team hat 48:0 gewonnen!


Nachdem wir uns etwas aufgefrischt und schick gemacht haben, trafen sich alle High School Schüler der beiden Schulen in der kleinen Sporthalle zum Tanzen. Man kennt von vielen anderen Schulen, dass die Mädchen schöne Kleider und die Jungs Anzüge tragen. Wir jedoch haben das nicht gemacht, was ich aber auch gut fand. Wir hatten total viel Spaß und alle haben getanzt.

Die nächsten Wochen waren sehr anstrengend, da wir viele Volleyballspiele hatten, zu denen wir teilweise weit wegfahren mussten. Unser Team ist jedoch super und unsere Coaches sind sehr nett! Vor jedem Spiel haben wir in der Umkleide zu Musik getanzt oder manchmal auch einfach nur darüber geredet, was wir an unserem Team toll finden. Die Volleyball Saison ist jetzt leider vorbei, worüber ich sehr traurig bin. Wir waren mehr als nur ein Team, wir waren eine Familie und jeder war für jeden da. Ich habe vorher kaum Volleyball gespielt, doch jetzt liebe ich es!

Ende September kam meine neue Gastschwester auf die Welt, ihr Name ist Libby Ann Bergsten. Nachts um 2.45 kam mein Gastvater zu mir ins Zimmer und weckte mich. ,,Das Baby kommt, wir fahren jetzt nach Garden City ins Krankenhaus. Carson muss um 6 aufstehen, Lacey um 7. Sie müssen beide etwas essen und rechtzeitig in der Schule sein." Nun war ich alleine ganz verantwortlich für meine beiden Gastgeschwister. Der 4-jährige Carson hat den ganzen Morgen geweint und ich musste ihn trösten. Dazu kam, dass ausgerechnet an dem Morgen sein Schulbus nicht fuhr. Seine Lehrerin hat mir gesagt, ich solle mich darum kümmern, dass er zur Schule kommt. Also habe ich mich bei Freunden umgehört und schließlich zum Glück jemanden gefunden, der ihn zur Schule fahren konnte.


Gegen Nachmittag kamen die Eltern meiner Gastmutter und fuhren uns ins Krankenhaus, um Libby zu sehen. Geplant war, dass sie zwei Tage später nach Hause kommen würden, doch daraus wurde nichts. Libby hatte Probleme mit ihrer Lunge und konnte nicht selbstständig atmen. Insgesamt mussten meine Gasteltern ganze zwei Wochen im Krankenhaus bleiben, welches fast fünf Stunden entfernt ist. Die Großmutter ist jedoch bei uns geblieben und hat mit allem geholfen. Ich habe mich sehr gut mit ihr verstanden und freue mich schon, sie an Weihnachten wiederzusehen.


Mittlerweile ist Libby gesund und munter! Die ersten sechs Wochen musste sie an einem Gerät angeschlossen bleiben, welches ihren Herzschlag und ihre Atmung überprüft. Wir sind froh, dass sie dieses Gerät jetzt los ist und nun ein normales Baby ist!

In der Schule komme ich immer noch gut zurecht. Auf meinem Zeugnis für die ersten neun Wochen stehen nur A' s. Es wird jedoch in manchen Fächern sehr viel verlangt und manchmal ist es nicht einfach, alle Erwartungen zu erfüllen. Insgesamt sagen meine Lehrer jedoch nur Positives über mich, womit ich sehr zufrieden bin. In dem Fach Vocal planen wir nun so etwas wie ein Musical. Es heißt ,,A Christmas Wizard of Oz" und ich spiele Dorothy. Ich habe viel auswendig zu lernen, aber ich freue mich darauf!

Ein weiteres Highlight war das K- State Footballspiel. Wir fuhren am Wochenende nach Manhattan, um die Familie meines Gastvaters zu besuchen. Seine Mutter kannte ich schon, weil sie hier war, um Libby zu sehen. Ich habe nun auch seinen Vater kennengelernt und seinen Bruder mit seiner Familie. Sie sind alle sehr nett!


Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir noch Tickets für das Spiel bekommen würden, weil wir lange danach gesucht hatten. Am Samstagmorgen bekam mein Gastvater jedoch einen Anruf, dass wir 5 Karten für 200 Dollars haben könnten. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich dazu eingeladen haben! Das Spiel war ein ganz besonderes Erlebnis. Im Stadion waren mehr als 52 Tausend Menschen und die Stimmung war super! Das Spiel wurde auch im Fernsehen übertragen und die ganze Show war unglaublich! Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte!

Ich habe nun auch Wintersachen gekauft, da es schon Anfang Oktober geschneit hat. Die Football Saison ist jetzt leider auch vorbei, jedoch freue ich mich schon auf Basketball. Ich bin gespannt wie es mir gefallen wird!

 

Obwohl ich mich darauf freue, ist es auch schön, drei Wochen Ruhe zu haben und nach der Schule entspannen zu können. Halloween war sehr schön! Wir haben zu Hause Kekse gebacken und Kürbisse dekoriert. Auch in der Schule haben wir Spiele für die Grundschüler organisiert.

Eine weitere amerikanische Erfahrung war das Schießen. Eine Freundin hat mich mitgenommen, als sie und ihr Vater schießen gingen. Er hat mir in Ruhe erklärt was ich machen muss und worauf ich zu achten habe. Meine Sicherheit war immer oberste Priorität. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe die Zielscheibe sogar ein paar Mal getroffen.

Ich verstehe mich nach wie vor mit allen super und bin sehr froh, dass ich so tolle Freunde gefunden habe! Die Zeit verging bis jetzt viel zu schnell, jedoch genieße ich jeden Moment und jede neue Erfahrung!


Viele Grüße aus Winona, Kansas
Nina