Samstag, 24. Juni 2017
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Work & Travel-Abenteuer
Neuseeland und Thailand


Zweiter Erfahrungsbericht

WELTBÜRGER-Stipendiatin
Christina L. - Neuseeland

Reiseoutfit-Stipendium gestiftet durch:
Zalando

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

So, jetzt bin ich also wieder daheim und das ist ganz schön ungewohnt. Genau vor drei Wochen bin ich am Flughafen in München angekommen und von meinem Eltern und Freunden mit Luftballons und „Welcome back“-Schildern herzlichst in Empfang genommen worden. Die Freude, alle wieder zu sehen, war riesig und wir hatten uns einiges zu erzählen, denn in sieben Monaten hat sich doch Vieles verändert. Was ich noch alles erlebt habe, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.


Während meiner Arbeit in einem kleinen Café in Waitomo habe ich viele interessante Leute kennengelernt und gute Erfahrungen gemacht. Zuerst war ich der Tellerwäscher, durfte dann ziemlich schnell auch Gäste bedienen und abkassieren und das hat richtig Spaß gemacht. In der Küche musste ich auch des Öfteren aushelfen. Hier gehörte es zu meinen Aufgaben, Sandwiches zu belegen, Kuchen zu backen und das Abendessen vorzubereiten.

 

Das Cafe befindet sich im Waitomo-Distrikt. Diese Region ist für ihre Höhlen (Waitomo Caves) bekannt und somit ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Die Höhlen lassen sich ganz gemütlich auf einer Tour zu Fuß oder per Boot erkunden. Die Millionen von Glühwürmchen an den Höhlenwänden finde ich sehr beeindruckend. Falls man besonders abenteuerlustig ist, kann man auch eine Blackwater Rafting Tour durch die Höhlen machen. So hab auch ich es getan und kann es nur weiterempfehlen. Nachdem wir uns 100 Meter abgeseilt haben um in die Höhle zu kommen, sind wir noch circa vier Stunden durch die Höhle gekrochen und geschwommen, in Wasserlöcher gesprungen und Wasserfälle hinaufgeklettert. Das war Adrenalin pur und sicherlich eines meiner Highlights in Neuseeland.

 

Work and Travel Neuseeland

 

Nach meinem vierwöchigen Aufenthalt in der Region und der Arbeit im Restaurant ging es weiter Richtung Hamilton. Hier legte ich nur einen kurzen Stopp ein und habe mir die Stadt samt Hamilton Gardens und Hamilton Lake angeschaut. Dann ging es auch schon zu meinem nächsten Ziel: einer Milchfarm in der Nähe von Matamata. Hier wollte ich eigentlich nur für zwei Wochen bleiben, woraus letztendlich vier wurden. Auch hier habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

 

Die Farmer waren sehr, sehr nett und hilfsbereit und ich habe so einiges gelernt, wie zum Beispiel Roller fahren. Als ich ihnen mitgeteilt habe, dass ich nach Neuseeland noch einen Monat nach Thailand fliege, bevor es wieder nach Deutschland geht, haben Sie darauf bestanden, mir das beizubringen. Denn in Thailand ist es am günstigsten, sich einen Roller zu mieten und damit das Land zu erkunden. Meine erste Fahrstunde sah dann so aus, dass der Farmer mich auf sein uraltes Moped gesetzt hat, mir kurz erklärt hat wie alles funktioniert und dann zum Essen verschwunden ist. Nachdem ich eine Stunde mit dem Moped auf seinem Acker im Kreis gefahren bin, bis ich Schalten, Bremsen und Gas geben konnte, durfte ich auch endlich zum Essen kommen. Das Rollerfahren war aber nur der Anfang. An den darauffolgenden Tagen wurde mir dann noch gezeigt, wie man Traktor fährt und einen 8t-Bagger bedient.

 

Bagger fahren Neuseeland

 

Ansonsten sah das Leben auf der Farm so aus, dass wir jeden Tag um 5 Uhr aufgestanden sind um eine halbe Stunde später die 180 Kühe zu melken. Danach gab es erst einmal ein großes Frühstück, bevor es wieder zurück an die Arbeit ging. Nachmittags um vier Uhr wurden die Kühe dann nochmals gemolken. Neben der Farmarbeit haben wir aber auch einige Ausflüge unternommen.

 

An einem Tag ging es nach Hobbition – dem Drehort der „Herr der Ringe“-Filme und „Der Hobbit“. Das „Filmdorf“ entstand auf einer Schaffarm und wird von circa 100 Mitarbeitern gepflegt. Die Touren starten alle 30 Minuten, und seit der Weltpremiere des ersten Hobbit-Films zeichnet sich ein neuer Besucherrekord von täglich mehr als 2.000 Touristen ab.

 

Hobbition Neuseeland
Neuseeland Hobbit
Herr der Ringe Neuseeland
 

 

Einmal haben wir einen Ausflug ans Meer gemacht. Das klingt jetzt nicht so außergewöhnlich, war es aber. Wir sind nämlich mit dem LKW an den Strand gefahren und haben so nah am Meer geparkt, dass wir beim Aussteigen schon mit den Füßen im Wasser standen. Der LKW war bestens ausgestattet. Es war alles vorhanden, was man für einen gelungenen Strandtag braucht: Picknicktisch und Stühle, Grill, Essen und Getränke, Liegestühle, zwei Boote, ein Roller, ein Sofa und ein Stockbett,… der Tag konnte also nur gut werden. Da man mir wohl angesehen hatte, wie überrascht ich von all dem war - wer richtet seinen LKW schon als fahrendes Wohnzimmer ein - hat der Farmer nur zu mir gesagt „Man muss auch mal über die Grenzen hinaus denken und was Verrücktes machen“.

 

Während meiner Zeit auf dieser Farm habe ich mein Auto wieder verkauft, sogar teurer als ich damals dafür bezahlt habe, was mich sehr erfreute. Von diesem Geld habe ich unter anderem einen Flug auf die Südinsel gebucht und bin Mitte Mai nach Queenstown – in die Kälte geflogen. Hier war es nämlich Winter und auf den Bergen lag bereits Schnee.

 

Neuseeland Südinsel

 

Die letzten vier Wochen von meiner Zeit in Neuseeland bin ich zusammen mit einem Franzosen gereist. Wir haben uns einen Campervan gemietet und sind von einer Attraktion zu der Nächsten gefahren. Angefangen am Milford Sound mit den vielen Wasserfällen, weiter nach Invercargill und einem richtig schönen Aussichtspunkt in Bluff.

 

Bluff Neuseeland
Invercargill
Milford Sound

 

Dann ging es weiter in die Catlins, einem Gebiet im Südosten der Südinsel Neuseelands. Die Catlins sind ein sehr dünn besiedeltes Gebiet mit einer malerischen Küstenlandschaft. Zuerst fuhren wir zum Waipapa Point, wo wir uns den Leuchtturm angeschaut haben. Keine 20 Meter weiter stolpern wir schon fast über Seerobben, die ganz gemütlich im Gras lagen. Von hier aus ging es über Schotterpisten zum Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Die nächsten Tage haben wir noch diverse Wasserfälle angeschaut – da gibt es nämlich so einige in den Catlins, haben ein paar kleinere Wanderungen unternommen und sind zum Abschluss zum Nugget Point gefahren. Hier haben uns nochmal wunderschöne Strände erwartet und wir haben sogar Pinguine in freier Wildbahn beobachten können.

 

Wasserfall Neuseeland   Leuchtturm Neuseeland  
Aussichtspunkt Neuseeland

Höhle Neuseeland Neuseeland Leuchtturm

 

Nächstes Ziel war Dunedin und die Otago Peninsula. Die Miesmuscheln, die wir  am Strand gefunden und abends frisch zubereitet haben, werde ich sicherlich nicht vergessen. Das war lecker!!! Auf der Weiterfahrt Richtung Lake Tekapo haben wir noch die Moeraki Boulders angeschaut und immer wieder Seerobben am Strand entdeckt. Von Lake Tekapo, wo es nur geregnet hat, ging es dann zum Mt. Cook. Dort angekommen war es richtig kalt, dafür aber auch richtig schön. Eine 1,5 Stündige Wanderung führte uns ins Hooker Valley, wo wir einen Gletschersee bewundern konnten. Im Regen ging es dann zurück zum Auto und weiter Richtung Glacier Country – Franz Josef Gletscher und Fox Gletscher. Das war dann auch unser letzter großer Stopp bevor es über Arthur’s Pass nach Christchurch ging.

 

Landschaft Neuseeland
Seelöwe Neuseeland
Strand Neuseeland
 
Gletscher Neuseeland
Sonnenuntergang Neuseeland
See Neuseeland
 

 

Im Februar 2011 hat ein Erdbeben der Stärke 6,3 Christchurch erschüttert und Teile der Stadt zerstört. Heute, im Juni 2014, überkommt uns immer noch ein sehr beklommenes Gefühl, als wir durch die Strassen im Stadtzentrum laufen. Viel ist abgesperrt, wo früher Häuser waren sind heute riesige Parkplätze. Einige Ruinen stehen noch, werden aber wohl bald abgerissen. Momentan arbeiten hunderte von Leuten daran, die Stadt wieder aufzubauen, bis auf Baulärm ist kaum etwas zu hören.

 

Erdbeben Christchurch

 

Christchurch war nicht nur das Ende unsere Rundreise mit dem Campervan, sondern auch das Ende meines Neuseelandaufenthaltes. Von hier aus bin ich am 25.06.2014 nach Bangkok geflogen.

 

 

Bangkok

 

Bangkok steht bei mir zu allererst für Kulturschock. Aus dem wunderschönen, naturbelassenen, ruhigen Neuseeland bin ich in eine Millionenstadt mit viel zu viel Verkehr, Dreck, Lärm und Abgasen gekommen. Die ersten Tage musste ich mich erst einmal an diese neue Lebenssituation gewöhnen, wobei richtig anfreunden konnte ich mich mit der Stadt bis zum Schluss nicht. Dennoch habe ich auch hier wieder viel erlebt und viel gesehen: vom Wat Pho, einem buddhistischen Tempel, dem Grand Palace, dem Floating Market, dem Chatchuak Weekend Market und natürlich der berühmt berüchtigten Khao San Road war alles dabei.

 

Reise Bangkok
Schwimmender Markt Bangkok
Tempel Bangkok

 

 

 

Bangkok Taxi
Tempelanlage Bangkok

 

 

Nach acht Tagen in dieser Metropole musste ich dringend wieder wo anders hin und so hab ich beschlossen, nach Bali zu fliegen und mich dort mit einer Freundin aus Deutschland zu treffen.

 

 

Bali
Bali – hier schaut die Welt doch schon gleich wieder ganz anders aus. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt, Bangkok war mir wohl einfach zu groß und zu überfüllt. Die Leute hier auf der Insel sind wieder sehr freundlich und hilfsbereit, das Wetter war die drei Wochen, die ich hier verbrachte, einfach nur traumhaft. Hier kam richtiges Urlaubsfeeling auf.


Am ersten Tag haben wir uns dann auch gleich Roller geliehen und jetzt war ich dem Farmer auch richtig dankbar. Es ist zwar kein Vergleich ob man mit dem Roller durch Bali fährt oder mit einem Moped über einen Acker rast, dennoch fühlte ich mich jetzt relativ sicher auf dem Gefährt. Die Verkehrsregeln in Bali sind auch ganz einfach, man muss immer hupen wenn man um eine Kurve fährt und wenn man jemanden die Vorfahrt nimmt, hupt man einfach zwei Mal kurz. Ansonsten kommt man mit dem Roller eigentlich überall hin – Einbahnstraßen darf man auch gern entgegengesetzt fahren ;)


Mit dem Roller haben wir dann auch so einigen Touren gemacht: zum Monkey Forest, zur Tempelanlage in Uluwatu, zu den Gitgit Wasserfällen und zum UNESCO Weltkulturerbe – den Reisterrassen.
An einem Tag sind wir mit Taschenlampen bewaffnet nachts um halb 4 auf den Vulkan Bartu gelaufen um von dort aus den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war es an dem Tag sehr bewölkt und die Sonne kaum zu sehen. Trotzdem war es ein richtig tolles Erlebnis.


Nach ein paar Tagen sind wir dann von Bali aus mit dem Schnellboot nach Gili Trawagan gefahren. Das ist eine Insel vor der Küste Lomboks. Die Insel hat circa 700 Einwohner und es gibt keine motorbetriebenen Fahrzeuge. Das Inselumfeld ist reich an Korallen, in welchen unzählige verschiedene Fischarten beheimatet sind. Bei unserem Schnorchelausflug um die Insel sind wir mit Schildkröten geschwommen und konnten die wunderschöne Unterwasserwelt begutachten. Hier haben wir’s uns gut gehen lassen. Da alles relativ günstig ist, haben wir uns bei einer traditionellen indonesischen Massage verwöhnen lassen und bei einer Mani- und Pediküre wieder „aufhübschen“ lassen. Dann ging es auch hier langsam wieder dem Ende zu. Nach ein paar schönen und entspannenden Tagen am Strand hieß es Koffer packen, oder besser Rucksack packen und versuchen, alles wieder reinzubringen, was sich in den letzten 7 Monaten so angesammelt hatte. Souvenirs für die Lieben zu Hause durften natürlich auch nicht fehlen. Allmählich stieg die Aufregung und Vorfreude auf zu Hause und dann saß ich auch schon im Flieger und es ging wieder zurück.


Ja, und jetzt bin ich wieder hier und lebe mich so langsam wieder ein. Die Reise war wohl das Beste was ich machen konnte, aber nach Hause zu kommen war auch wieder ein schönes Gefühl. Auf die Fragen meiner Freunde und Bekannten, ob ich etwas bereue oder ob ich etwas anders gemacht hätte, kann ich nur sagen „NEIN, absolut nicht! Es war einfach nur perfekt!“ Ich bin sehr dankbar für alles, was ich erleben durfte, für die netten Menschen, die ich kennengelernt habe und für die schönen Momente die ich mit Ihnen verbracht habe.


Vielen Dank auch nochmal an Zalando und das Weltbürger-Stipendium-Team für die tolle Unterstützung!

 

 

Christina L., 15.08.2014