Donnerstag, 24. August 2017
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Das Traumleben geht weiter -
Schüleraustausch Australien

Zweiter Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Luna S. - Australien
Stipendium gestiftet durch:
GLS

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

In meinem ersten Bericht habe ich von einem anderen Schulsystem gesprochen und ich habe mir vorgenommen, durch meine gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen dieses versuchen zu erläutern. Als Erstes gilt natürlich zu sagen, dass es hier, so wie in Deutschland auch, unterschiedliche Schulsysteme und Schulen gibt, deshalb kann ich in meinem Fall nur von der Victor Harbor High School sprechen, auf die ich zurzeit gehe.

 

Victor Harbor (ca. 9000 Einwohner) liegt auf der schönen Fleurieu Peninsula, ca. 85 km (ungefähr 1:20 Stunden fahrt) südlich von Adelaide. Der Ort und die gesamte Halbinsel sind für Australien wegen der tollen Strände ein beliebtes Ferienreiseziel. So leben im Sommer deutlich mehr Menschen in der Kleinstadt, als den Rest des Jahres. Auch bei besonderen Events wie “Schoolies”, wo Schüler der 12. Klasse ihren Abgang in großen Schülermassen feiern, leben für eine kurze Weile mehr Menschen in Victor Harbor und der Umgebung.

 

Die High School selbst mit ca. 700 Schülerinnen und Schülern bietet ein umfangreiches Sportprogramm (Football, Rugby, Netball, Basketball, Tennis, Tischtennis, Badminton, Hockey, Surfing, Segeln und Wassersport) an. Darüber hinaus hat die Victor Harbor High School ein gutes akademisches Programm mit Stärken im Kunst-, Multimedia- und Musikbereich. Es gibt beispielsweise Orchester, Jazz Ensemble, Rock Bands und Chöre und hat zahlreiche Preise für ihre Theater- und Musikaufführungen, sowie für ihre Arbeit auf dem Gebiet der Verständigung zwischen "Aboriginal und Non-Aboriginal Australians" gewonnen.

 

Wer an einer weiteren Fremdsprache/Kultur interessiert ist, findet sogar die Möglichkeit, Indonesisch zu lernen und hat vielleicht das Glück die Klasse auf einen Trip nach Malaysia zu begleiten und Kontakt mit den Schülern der Schwesterschule in Indonesien aufzunehmen.

 

Harbor High School

Hier sieht man einige Schüler der beiden Schulen vereint auf einem Foto. Zwei Schüler (Pras und Tegar) von der Smak Kesuma Mataram Lombok Indonesia Schule hatte ich vor einigen Monaten auch zeitweilig als Gastbrüder, wie ihr euch sicher erinnern könnt.

 

Die VHHS bietet eine breite Fächerauswahl an, von denen man 7 Kurse auszuwählen hat. Diese werden dann in einen Stundenplan eingebaut und vorher noch überprüft. Ich bin mir hierbei nicht sicher, auf welche Kriterien es ankommt, jedoch dürfen Englisch und Mathematik, wenn ich das richtig beobachtet habe, nicht fehlen. Angenehm ist es, dass in die Woche zusätzlich zum Mentoring* vier Freistunden eingebaut werden.

Mein Stundenplan für das Jahr 11 sah so aus:

 

Stundenplan Schüleraustuausch Australien

 

Um ein Auszug des richtigen Stundenplan detailgetreu wiederzugeben, habe ich euch das mal so erstellt:

 

High School Australien Stundenplan

 

Allerdings spielen für euch die ganzen Zahlen und Buchstaben keine wichtige Rollen, denn ihnen geht eigentlich nur hervor, welcher Raum, welche Gruppe und welcher Lehrer man hat.

 

Wie schon gesagt, hat die Victor Harbor High School um die 700 Schüler und diese gehören nicht nur Schüler der Klassenstufe 10, 11 und 12 (Senior School)  an, sondern auch Schüler der Klassenstufe 8 und 9 (Middle School). Außerdem teilen wir das Schulgelände noch mit den Special Education Schülern, die verschiedene Behinderungen haben und den Stoff der angepassten Bildungslehrpläne lernen und verinnerlichen. Ich finde es großartig, dass diese “besonderen” Menschen auf besondere Art gebildet werden, indem sie unteranderem notwendige und für uns alltägliche Lebensweisheiten erklärt und gezeigt bekommen und am Ende auch “Zeugnisse” dafür kriegen. Auch normale Dinge wie Sport, werden nicht weggelassen und manchmal schaue ich ihnen zu, wie sie Spaß am Basketball spielen haben, oder spiele mit ihnen Football. Ich möchte hierbei auch anmerken, dass es ebenfalls eine super Lösung ist, Lehrer anzustellen, die selber mit Behinderungen leben und Lehrer, so wie Schüler, nicht auf eine extra gesonderte Schule gehen müssen, sondern mit Schülern/Lehrern in Kontakt treten können, die sie auch auf der Straße treffen. Und dass diese Schüler auch von Menschen ohne Behinderung akzeptiert und nicht gemobbt werden. Natürlich sind kleine Lästereien nicht unüblich, aber es ist nichtdestotrotz ein friedliches Beisammensein.

 

Schule Australien

 

 

Hier ist unser Schulgelände abgebildet und folgende Räume aufgezeichnet:

 

Researche Center, Art Rooms, Science Labs, Language Room, Business, Enterprise and Technology Labs, Design and Tecnology Labs, Home Economics and Humanities & Social Sciences Labs
Outdoor Education Room, Physical Education Room, Marine Studies Room, Gym, Oval, Music Room, Special Need Unit, Middle School Building, Senior School Building, Administration, Student Services, Staff Room, Changing Rooms, Toilet Blocks, Carparks

 

Damit man jetzt versteht, wofür welche Räume wirklich genutzt werden, werde ich das erklären und die Fächer ebenfalls ein wenig erläutern.

 

Das  Researche Center ist eine Schulbibliothek, die ebenfalls Computer zur Verfügung stellt und genug Arbeitsplatz, um Recherche zu betreiben. Falls dies nicht genügt, gibt es auch praktischerweise gleich gegenüber die staatliche Bibliothek, in der man ebenfalls arbeiten und Recherche betreiben kann.

 

Die Art Rooms sind Räume, die den Schülern Platz für’s Drama geben! Sie können dort für ihre Schauspiele proben und dafür alle Vorkehrungen für Kostüm und Make-up treffen. Außerdem gibt es noch die andere Sektion, in der creative Arts und visual Arts Platz geboten wird, es gibt also die Möglichkeit mit Ton zu arbeiten und dreidimensionale Dinge zu kreieren, oder sich der allgemein typischen Kunstform des Zeichnens und Malens hinzugeben.

 

Die  Science Labs geben den wissenschaftlich (Mathematik, Biologie, Chemie) interessierten Schülern ein sicheres Arbeitsfeld mit den dementsprechenden Materialien für Experimente, es ist also wie ein kleines “Labor”, in dem experimentiert und gekniffelt wird, bis sie Lösungen und Ergebnisse haben.

 

Die Language Rooms sind Räume, in denen sich mit der Muttersprache englisch, aber auch mit der indonesischen Sprache und Kultur auseinandergesetzt wird und Platz für die räumliche Entfaltung und Gestaltung bieten, wie aufhängen von Bildern und Tüchern.

 

Die Business, Enterprise and Technology Labs geben den Schülern Platz, sich mit Fotografie, Buchhaltung und Arbeitserfahrungen auseinander zu setzen.

 

Die Design and Tecnology Labs sind meine persönlichen Lieblingsklassenräume, sie geben alles her, was man zur Herstellung, Bearbeitung und Verzierung von Holz- und Metallarbeiten braucht. Dort entstehen meisterhafte Kunstwerke, die nicht selten wunderschönen Möbelstücke sind.

 

Die Home Economics and Humanities & Social Sciences Labs werden in vierlei Hinsicht  genutzt, wie Kindererziehung, Erste Hilfe/Medizin, Haushalt und Kochen und Kultur- und Gesellschaftskunde.

 

Weitere Klassezimmer sind der Physical Education Room, indem Sporttheorie unterrichtet wird, sowie der Outdoor Education Room, indem nicht nur über Sachen geredet werden, wie einen die Australische Geschichte, die naturelle Umgebung und Nutzung Früher und Heute, sondern in dem man sich darauf vorbereitet, Campen zu gehen oder allein in der Wildnis zu überleben. Das was hier durchgängig im Vordergrund steht ist Spaß und Freude, Dinge zu lernen und auszuprobieren. Man übt den Umgang mit Kompass und Karte, das Packen eines Rucksacks, Vorrat einzuschätzen, einen Hike zu planen und und und. Zudem kommen viele praktische Aktivitäten, wie Mountainbike zu fahren, Longboard zu fahren, Kajak zu  fahren, Surfen zu gehen, oder auch zu Segeln. Die praktischen Aktivitäten sind allerdings über das Jahr verteilt und, soweit ich das weiß, auch nicht jedes Jahr gleich. Manche Aktivitäten überschneiden sich leider, wenn man zum Beispiel in unterschiedliche Gruppen kommt. Dann wird in dem einen gesurft und Fitness gemacht und in dem anderen Kurs gesegelt und Kajak gefahren.

 

Im Marine Studies Room wird alles gemacht, was in Verbindung mit dem Meer steht: Meerestiere werden studiert, Motorboot und Tauchscheine gemacht, auf das Delfine und Wale beobachten vorbereitet und vieles, vieles mehr! Es ist echt eines der tollsten Fächer und es macht mit am meisten Spaß! Es lohnt sich echt, das Fach zu wählen, weil die Schule so nah am Meer ist!

 

Um Sport zu machen, gibt es natürlich die Turnhalle, Gym genannt und in der werden viele, der zu Anfang genannten Sportarten, ausgeübt. Für die Volleyballspieler gibt es außerdem einen kleinen “Beach” mit einem aufgespannten Netz, sodass auch “Beachvolleyball” gespielt werden kann. Und damit die Basketballspieler bei Überfüllung der Turnhalle frische Luft schnappen können, gibt  es neben der Sandoase auch einen Basketballplatz.


Und damit auch die berühmte australische Sportart Football praktiziert werden kann und ja nicht zu kurz kommt, gibt es auch das sogenannte Oval, was ein ovalgeformter Sportplatz ist.

 

Für die Musikbegeisterte gibt de direkt neben der Turnhalle auch den Music Room, was wie ich finde, eine ziemlich clevere Lösung ist, da in Deutschland nicht selten während Klassenarbeiten irgendwelche 8. Klassen unmusikalische Laute hervorbringen und ungemein stören.


Die Special Need Unit, Middle School Building, Senior School Building, sind Aufenthaltsorte für die jeweiligen Schüler und werden für Unterricht genutzt.

 

Der Student Service ist eine Ansammlung von Sekretariat,  einem Erste-Hilfe-Zimmer, einem Schulpsychologen und einer Maschine, bei der man sich bei Verlassen oder wieder Betreten des Schulgeländes  an- und abmeldet.

 

Für den Rückzug der Lehrer gibt es auch den so genannten Staff Room, das vergleichbar mit einem großen Lehrerzimmer ist.

 

Und wie in Deutschland auch üblich, gibt es auch hier Changing Rooms (Umkleidekabinen),Toilet Blocks (Toiletten) and Carparks, jede Menge Parkplätze, da nicht nur Lehrer sondern auch viele Schüler mit ihren Autos zur Schule fahren.

 

* Mentoring ist eine Gruppe aus mehreren Klassenstufen und Kursen, in denen über simple Themen geredet wird, es ist vergleichbar mit Sachkunde aus der 4. Klasse. Die meiste Zeit aber nutzt jeder die Stunde für sich selbst, um Hausaufgaben zu erledigen oder zu recherchieren, oder es wird über geplante Exkursionen und Schulangebote wie das Volleyballteam geredet. Ungefähr alle 2 Monate gibt es dann auch einmal ein whole school assembly, in dem über Ereignisse geredet wird, die die ganze Schule betreffen, oder es werden verrückte Spiele gespielt. Die Treffen finden meist in der Turnhalle statt und sind zugegeben nie für die ganze Schule, sondern Klassenstufenübergreifend, was also heißt alle 11. und 12. Klassen zusammen.

 

Am 13.12.2014 starte ich nicht nur ins Wochenende rein, sondern auch in die Ferien und damit nicht genug! Gleich am Samstag fahre ich mit meinem Surflehrer, ein paar Mädels, die mit mir nach Australien gekommen sind, mit mir auf eine Schule gehen und mit mir an den Surfstunden teilgenommen haben und noch weiteren Leuten nach Eyre Peninsula auf ein Surfcamp! Die Wellen sind der Hammer und die Haie, die dort rumcruisen auch! Wir können es alle gar nicht abwarten und freuen uns erstmal auf die 10 Stunden fahrt in dem mega coolen Bus und auf eine relaxte Zeit am Strand. Auf das wir alle braun gebrannt wiederkommen und jeder mindestens einmal vom Hai gebissen wurde!

 

P.S.: Bei Sonne und 30°C ist überhaupt keine Weihnachtsstimmung. Immerhin gibt es ja Kerzen und Adventskalender hier, im Laden….  :D