Samstag, 20. Juli 2019
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Meine letzten Wochen in Florida

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Aaron M.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 



Ich bin nun schon seit ein paar Wochen zurück in Köln nach meinem 10-monatigen Auslandsjahr. Bevor ich zurück nach Deutschland gekommen bin, habe ich aber noch ein paar Dinge vor meiner Abreise in den USA erlebt.

 


Ich hatte die Chance noch ein paar Städte in den USA zu besuchen. Ich war zusammen mit meinen Gasteltern in Atlanta. Dort leben Verwandte meines Gastvaters, wo wir die Möglichkeit hatten zu schlafen. Zusammen mit ihnen haben meine Gasteltern und ich dann anschließend ein wenig die Stadt besichtigt. Wir hatten leider nicht sehr viel Zeit, da dieser Ausflug nur für das Wochenende vorgesehen war und meine Gasteltern am Montag wieder arbeiten mussten. Deswegen hatten wir nur einen Tag Zeit für die Besichtigung von Atlanta. Die Verwandten in Atlanta wollten uns eigentlich die Coca-Cola Fabrik zeigen, die berühmt für Atlanta ist. Da aber alle anderen Touristen auch die Fabrik sehen wollten und weil die Fabrik bald geschlossen hatte, haben wir uns dafür entschieden nicht umsonst ein paar Stunden in der Schlange zu warten. Stattdessen sind wir durch den Centennial Olympic Park spaziert, der direkt neben der Fabrik lag.

 


Ein sehr großer und einer der letzten Ausflüge war der Trip nach Miami. Am 11., 12. und 13. Mai (das Wochenende kurz bevor meine Eltern in Florida gelandet sind) haben wir uns in Hollywood (das ist eine Stadt oder Stadtteil direkt neben Miami) aufgehalten, um an dem größten Hip-Hop Festival der Welt teilzunehmen. Meine Freundin Lea (auch eine deutsche Austauschschülerin), zwei Freunde (zufälligerweise auch beide Austauschschüler) und deren Gasteltern haben mich bei diesem Erlebnis begleitet. Das Festival war drei Tage lang. Das, was aber das Festival eigentlich so einzigartig und groß macht, ist, dass es drei riesige Bühnen besitzt. Das Festival fand vor dem Hard Rock Stadium statt. Ich habe mich schon sechs Monate vorher mit dem Festival beschäftigt und Tickets gekauft, damit ich auch ganz sicher eins kriege. Ich war aber auch nicht enttäuscht. Alle Sänger sind aufgetreten, die ich kenne und sogar ein paar unerwartete, die gar nicht auf dem vorher geplantem „Lineup“ (Das ist eine Liste von Sängern, die auf dem Festival in chronologischer Reinfolge auftreten) waren.

 


Ich habe auch am Ende noch die Basketball-Saison in den USA mitbekommen, die nach der Football Saison und der Baseball Saison folgt. Dadurch war man auch selber animiert Basketball zu spielen. Dadurch kam es dann auch dazu, dass mein Gastvater sich einen Basketballkorb gekauft hat. Wir sind dann auch fast jedes Wochenende dazu gekommen mit Freunden und Familie ein bisschen Basketball zu spielen. Mein Gastvater kann ziemlich gut Basketball spielen. Dadurch konnte ich mich auch sehr stark in den USA im Basketballspielen verbessern. Mein Gastvater war während der Basketball-Saison Fan der Cleveland Cavaliers. Ich war dadurch auch ein bisschen für die Mannschaft, da ich sonst auch keinen Grund hätte eine andere Mannschaft anzufeuern. Die Mannschaft wurde aber leider im Finale sehr hoch von den Favoriten Golden State Warriors besiegt. Das Finale ist kein einzelnes Spiel, sondern wird in mehreren Spielen „best-of-seven“ entschieden.

 


Ich hatte auch die Möglichkeit, da ich im Staat Florida war, einen Führerschein fürs Auto zu machen. Dieser Kurs lief über die High School, auf die ich gegangen bin. Es hat insgesamt nur ungefähr hundert Dollar gekostet, was mich im Vergleich zu Deutschland sehr viel Geld sparen lässt. Ich hatte jeden Tag dann nur eine Unterrichtsstunde dafür Autofahren zu lernen. Die Schule hat sogar 6 Autos zur Verfügung gestellt. Ich habe auch durch meine Organisation erfahren, dass es vielleicht die Möglichkeit gibt diesen Führerschein in Deutschland umzuschreiben. Wie das genau funktioniert, darüber werde ich mich noch informieren, wenn es soweit ist. In Deutschland darf man ja erst mit siebzehn Jahren mit Begleitung eines Erwachsenen Auto fahren.

 


Meine Eltern und meine Schwester sind dann am 20. Mai in Miami gelandet und haben erstmal selbst den südlichen Teil von Florida erkundet. Sie haben sich die Everglades angeschaut, waren in Key West und natürlich auch Miami. Es war ein bisschen unglücklich, dass in den Wochen, wo meine Eltern hier waren, es fast ununterbrochen geregnet hat. Es war immer noch schön warm, aber es hat fast die ganzen zwei Wochen über geregnet. Es gab zum Glück ein paar schöne Tage, aber die meiste Zeit war das Wetter nicht so schön. Nach ein paar Tagen sind sie dann mit ihrem gemieteten Auto zu mir nach Riverview gekommen. Ich habe ihnen dann in den folgenden Tagen fast alles gezeigt, was ich innerhalb meines Auslandsjahres in der Umgebung von Tampa besichtigt bzw. erlebt habe.

 


Wir hatten dann auch noch zum Abschluss eine Abschiedsfeier bei meiner Gastfamilie. Dort habe ich dann nochmal alle gesehen, die ich im Laufe meines Auslandsjahres kennengelernt habe. Doch die meisten habe ich auch so mindestens zweimal pro Woche gesehen, also war es keine so große Überraschung, sondern ein letztes Treffen vor der Abreise. Meine Gastmutter mag es auch sehr Fotos zu machen. Sie hat bei jeder Möglichkeit ein Selfie mit allen Personen geschossen. Ob es beim Essen war, im Auto oder unterwegs, sie hatte immer ihr Handy parat. Von diesen Tausenden von Bildern hat sie mir dann zum Abschluss ein Fotoalbum zusammengestellt.

 


Am Tag der Abreise waren meine Eltern gar nicht da, weil sie schon nach Miami abgereist waren, da sie einen Tag nach mir von Miami aus zurück nach Deutschland geflogen sind. Daher konnte ich mich nochmal von meiner großen Gastfamilie verabschieden. Viele sind mit mir zusammen zum Flughafen gekommen, unter anderem meine Gasteltern, meine „Gastcousins“ Cody und Christian (über die ich schon früher mal berichtet habe) und noch viele mehr. Ich war in diesem Moment schon froh, dass ich zurück zu meinem „normalen Leben“ gehen würde, doch ich wusste, dass ich viele Dinge aus Amerika vermissen werde, die in meiner Zeit in den USA selbstverständlich waren. Zum Beispiel das traditionelle „Friday Night Dinner“, das jeden Freitag nach der Schule/Arbeit stattgefunden hat. Aber ich werde auch Cody, Christian und das neue Familienmitglied Chloe, das während meiner Zeit in den USA geboren wurde, vermissen.

 


Jetzt, wo ich ein paar Wochen zurück in Köln bin, habe ich mich hier schon gut wieder eingelebt. Als mich meine Pateneltern in Frankfurt vom Flughafen abgeholt haben, war es schön wieder mal ein paar deutsche Dinge zu sehen (sich einfach wieder zu Hause fühlen zu können). Ich hatte tatsächlich am Anfang Schwierigkeiten, Sachen in meinem Haus wieder zu erkennen, obwohl sich in den Letzen 10 Monaten nicht viel verändert hat. Kleinigkeiten wie Lichtschalter oder der Boden kamen am ersten Tag merkwürdig für mich rüber. Ich habe mich auch am gleichen Abend noch mit meinen Freunden getroffen, um uns über die Zeit unterhalten.

 


Wenn ich auf mein Auslandsjahr zurückblicke sehe ich viele schöne Dinge, aber auch nicht so schöne Dinge, die passiert sind. Aber am meisten sind es die großen vielen verschiedenen Erfahrungen, die ich aus der Zeit in den USA mitnehmen konnte. Ich denke nicht, dass sich mein Vokabular in Englisch großartig verbessert hat, da ich die meiste Zeit nur umgangssprachliches Basisenglisch sprechen musste. Ich weiß aber, dass ich jetzt viel besser Englisch verstehen kann und keine Probleme habe Filme in Englisch zu schauen ohne ein großes Verständnisproblem zu haben.

 


Ich habe aber viele neue Dinge dazu gelernt oder verbessert. Ich kann seit meiner Zeit in den USA Wasserski fahren, Basketball spielen, mich besser mit Leuten in Englisch unterhalten, wie eben schon genannt englischsprachige Filme verstehen und noch vieles mehr. Ich denke, dass ich durch mein Auslandsjahr auch gelernt habe etwas selbständiger zu leben. Ich hatte zum Beispiel mehr Aufgaben im Haushalt als in Deutschland, ich musste alleine die Finanzen für bestimmte Sachen wie Essen, Schulsachen, Unterhaltung, usw. regeln, die aber auch auf ein bestimmtes Budget limitiert waren.