Donnerstag, 24. August 2017
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Erste Schüleraustausch-Erfahrungen
aus Neuseeland

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Sina G. - Neuseeland
Stipendium gestiftet durch:
iSt

 

Schüleraustausch Neuseeland

Hallo, mein Name ist Sina G. und ich bin 16 Jahre alt. Am Freitag den 23. Januar 2015, so gegen Abend, bin ich mit vielen anderen Jugendlichen, die auch mit der Organisation iSt einen Auslandsaufenthalt in Neuseeland machen, vom Frankfurter Flughafen aus gestartet und mit Singapur Airlines nach Singapur geflogen.  Dieser Flug war ungefähr zehn Stunden lang und ging über Nacht (Abflug: 23:00 Ortszeit), doch da ich in der letzten Reihe saß und meine Lehne nicht zurückstellen konnte, habe ich nur sehr wenig geschlafen, und stattdessen Filme geschaut (wie zum Beispiel „If I stay“ ) und Musik gehört. In Singapur hatten wir dann einen kurzen Aufenthalt von ungefähr drei Stunden, der aber nicht gereicht hat um den riesigen Changi-Airport komplett zu erkunden.

 

Der nächste Flug von Singapur nach Auckland war sogar noch ein wenig länger als der erste, und diesmal hat mein Monitor nicht funktioniert (und ich saß wieder in der letzten Reihe, hier konnte man die Lehne aber wenigstens ein wenig verstellen), also hab ich immerhin ein bisschen geschlafen. Bei der Ankunft in Auckland mussten wir dann erst einmal durch den Zoll, was echt unglaublich aufwendig war (ich musste meinen Koffer öffnen, da sie meine Wanderschuhe sehen wollten) und auch ziemlich zeitraubend war (ich war dann die letzte der Organisation, und alle mussten auf mich warten!). Dort hat sich die Gruppe dann aufgeteilt, da die eine Hälfte ihre Vorbereitungswoche in Auckland hatte, während die andere Hälfte (meine Hälfte) sie in der Hauptstadt Wellington hatte, also noch einen Inlandflug vor sich hatte. Dieser Inlandflug von Auckland nach Wellington dauerte lediglich ein bis zwei Stunden, und war absolut atemberaubend – falls man das Glück hatte am Fenster zu sitzen (welches ich natürlich mal wieder nicht hatte). Es war außerdem der erste Flug den wir Jugendlichen alleine bewältigen mussten, auf den beiden großen Flügen zuvor hatten wir zwei Begleitpersonen der Organisation dabei.

 

Angekommen in der Hauptstadt Wellington wurden wir dann per Shuttle zum „Wellington Girls College“ gebracht, die Schule in der wir die nächste Woche unterrichtet worden sind, und unseren Gastfamilien für diese erste Vorbereitungswoche zugeteilt. Wir waren jeweils zu zweit oder zu dritt in diesen Familien, und die Leute, die ihr halbes Jahr in Wellington verbrachten, sind schon in ihre endgültigen Gastfamilien gekommen. Meine Gastfamilie bestand aus dem älteren Ehepaar Helen und John McGhee, und ich war mit zwei anderen Jugendlichen, Lene und Christian, die beide jetzt auch auf meiner Schule sind, bei ihnen untergebracht. Die erwachsene Tochter des Ehepaars hatte auch jemanden, ein Mädchen namens Johanna, und da Johanna in Wellington (Lower Hutt, ein Vorort von Wellington) geblieben ist, war dies auch ihre endgültige Gastfamilie. Völlig übermüdet sind wir dann am Haus in Petone, einem Wohnviertel am Stadtrand, angekommen und haben alle erst mal geschlafen. Da wir quasi direkt am Strand gewohnt haben, waren Lene und ich dann abends noch im Meer baden, und danach gab es Pizza zum Abendessen. Die Pizza haben wir auf dem Balkon gegessen, mit einem wunderschönen Ausblick auf Wellington und den Sonnenuntergang auf dem Meer.

 

Strand Kanada

 

Am nächsten Tag (Montag den 26.01.15) wurden wir Lene, Christian, Johanna und ich) von Helen zum Wellington Girls College gefahren, wir kamen allerdings wegen des Staus in der Innenstadt viel zu spät. Dort wurden wir alle in drei verschiedene Klassen mit jeweils ungefähr 15 Leuten aufgeteilt und der Unterricht hat begonnen. Gelernt haben wir über die Neuseeländische Kultur (alte Sagen und ein paar Wörter auf Maori), bekannte Neuseeländer (Edmund Hillary, Ernest Rutherford…) oder einfach wichtiges Schulvokabular und den „Kiwi-Slang“. Außerdem wurden wir in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt und hatten jeweils kleine Wettbewerbe um so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Nach dem Unterricht hatten wir eine kleine Mittagspause, und danach haben wir alle zusammen mit unseren Betreuern eine Bustour durch Wellington gemacht, mit Zwischenstopps an den schönsten Plätzen (Mount Victoria, Stadtstrand). Nach dem wir uns auf dem Heimweg ziemlich verlaufen haben, da wir den Bus nehmen mussten und viel zu spät ausgestiegen sind, waren wir dann wieder im Meer baden, und danach hat John mich mitgenommen zum Skatetraining seiner Enkelin, die nationale Meisterin ist. Auf dem Heimweg hat er mir dann noch den Hafen mit seinem kleinen Boot gezeigt.

 

Die anderen Tage waren alle relativ ähnlich am Morgen, doch das Nachmittagsprogramm war natürlich verschieden: Dienstag haben wir eine Bootstour zur anderen Seite der Bucht gemacht, wo wir auch wieder baden konnten und vom Steg gesprungen sind, das war echt ziemlich lustig. Mittwoch waren wir dann im „Te Papa – Museum“ und auch wenn ich normalerweise kein Fan von Museen bin kann ich dieses nur empfehlen! Es gibt ein kleines Haus das Erdbeben simuliert, einen riesigen Oktopus und die „Bush-City“, ein großes urwaldartiges Areal draußen beim Museum. Zudem liegt es direkt an der Uferpromenade, die auch echt wunderschön und gut besucht ist. Am Donnerstagmittag haben wir dann auf dem Feld hinter der Schule „Bumper ball“ gespielt; ein Spiel in dem der Oberkörper und Kopf komplett in einem Plastikball steckt (mit Löchern zum Atmen versteht sich) und mit den Füßen dann Fußball spielt. Am letzten Tag dann (Freitag) hatten wir in der Mittagspause ein Picknick und danach konnten alle die wollten noch Paintball spielen, da war ich aber nicht dabei. Außerdem mussten wir uns von allen die nicht am nächsten Tag mit uns nach Napier geflogen sind schon einmal verabschieden.

 

Die Koffer neu gepackt haben Helen und John uns dann am Samstag wieder an den Flughafen gebracht, von wo wir dann mit ungefähr zehn anderen nach Napier geflogen sind. Dieser Flug dauerte nicht mal eine Stunde, und angekommen in Napier wurden wir dann endlich von unseren richtigen Gastfamilien abgeholt. Ich wurde von meiner Gastmutter Annette, meinem Gastbruder Oli (17) und meinem anderen japanischen Gastbruder Yuto (14) in Empfang genommen. Nach einem kleinen Snack in Napier sind wir dann nach Hause gefahren, meinem Ort Havelock North. Hier habe ich mein Zeug in mein Zimmer gebracht und dann hat mich Annette zum Geschäft meines Gastvaters Matt gefahren, um ihn und meine Gastschwester Maggie (13) zu sehen. Abends sind wir dann mit ein paar Freunden der Familie und ihren Kindern in den Park gegangen, da dort eine Jazzband ein öffentliches Konzert gegeben hat. Sonntag haben wir dann Cousin Harry und einen Freund von Oli abgeholt und sind nach Hastings zum „Splash Planet“ gefahren, einem Wasserrutschen- Freizeitpark, und dort habe ich dann meinen ersten Tag mit meinen Gastgeschwistern verbracht, und obwohl ich sie erst einen Tag kannte, hatten wir echt viel Spaß zusammen.

 

Da ich noch keine Schuluniform besaß, hat meine Gastmutter mich am ersten Schultag schon ein wenig früher zur Schule gebracht und ist mit mir zum Uniformshop gegangen um meine Uniform zu besorgen. Meine Schule hat gerade ein Umstellungsjahr zwischen der alten und einer neuen Uniform, ich habe die alte genommen, weil ich diese kostenlos bekommen habe, während die andere mich rund 250 Dollar gekostet hätte, und ich wirklich nicht so viel Geld für eine Uniform ausgeben wollte, schon gar nicht wenn ich sie eh nur ein halbes Jahr tragen kann. Die „Einschulungszeremonie“ in der Turnhalle war auch äußerst interessant: die Neuntklässler und wir neuen international students saßen den ganzen Dreizehntklässlern gegenüber, und der Schulleiter Mr Fenton und ein paar andere wichtige Leute haben Willkommens-Reden gehalten, die erste war sogar in Maori und ging ewig, aber so gut wie keiner hat sie verstanden.

 

Später haben wir uns dann mit den Lehrern die für uns internationals zuständig sind (Mr Kitchin und Mrs Bird) getroffen um uns ein wenig kennen zu lernen, und sie haben uns ein paar Informationen gegeben und die wichtigsten Sachen erklärt. Diejenigen, die das noch nicht gemacht hatten mussten dann noch einen Test schreiben, um das Englischlevel einzustufen, und anschließend konnten wir unsere Fächer wählen (in meinem Fall Englisch (das ist verpflichtend!), Mathe, Chemie, Sport, Media Studies und Photography) und unseren Stundenplan zusammenstellen. Sobald wir das erledigt hatten durften wir auch schon wieder nach Hause gehen, also bin ich mal zuversichtlich losgelaufen, war mir dann aber nicht mehr sicher in welche Straße ich einbiegen musste und bin deswegen einfach immer geradeaus auf der Hauptstraße weitergelaufen, bis ich den McDonalds gefunden hatte, dessen W-LAN ich dann benutzen konnte um meine Gastgeschwister auf Facebook zu kontaktieren. Zwei Stunden und einen McFlurry m&m später habe ich dann eine Wegbeschreibung von Oli bekommen (er wollte mich abholen, aber da es draußen echt krass geregnet hat meinte ich es reicht mir schon wenn er mir einfach sagt wo ich langlaufen muss) und konnte mich endlich auf den Heimweg machen. Die erste Woche ist generell etwas schwierig, man weiß nie genau wann und wo man als nächstes hin muss, kennt noch keinen und fühlt sich unglaublich unwohl in seiner Uniform, selbst wenn alle die gleiche tragen müssen, aber hey, es wird besser!!!

 

Meine erste Schulwoche war zum Glück auch nur eine verkürzte, da der Freitag ein Feiertag war (Waitangi Day). Meine Familie war über das lange Wochenende mit mir am Strand, wo wir viele coole Möglichkeiten hatten unseren Tag zu verbringen: surfen, baden, motorcyclen… In der zweiten Woche hatten wir dann unser erstes Haus-Event; „swimming sports“. Das war echt ziemlich aufregend, und auch „athletic sports“ zwei Wochen später hat echt Spaß gemacht, ich bin sogar den 800m Wettbewerb für mein Haus gerannt! Jetzt nach den ersten drei Monaten habe ich ein paar echt gute Freunde in jedem Kurs, bin im Turnverein (auch wenn man mal etwas anderes ausprobieren sollte hilft es manchmal das zu machen, was man zu Hause auch macht), und verstehe mich super mit meiner Gastfamilie. Außerdem freue ich mich wirklich auf weitere drei Monate hier in Neuseeland!