Donnerstag, 24. August 2017
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Ein Auslandsjahr in Houston -
Schüleraustausch USA

 

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Dinah P.
Stipendium gestiftet durch:
GLS Sprachenzentrum



Schüleraustausch USA



 

Hallo,

mein Name ist Dinah Paas, ich bin 17 Jahre alt und verbringe gerade mein Auslandsjahr in den USA.Vor ziemlich genau zwei Monaten habe ich mich von meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland verabschiedet und habe mein Auslandsjahr angetreten. Die ersten drei Tage habe ich mit anderen GLS-lern in New York verbracht. Es war super hilfreich für mich, in den Momenten der Abreise andere Leute in derselben Situation bei mir zu haben. Auch wenn wir uns nicht kannten haben sich schnell Freundschaften entwickelt, weil wir in derselben Situation waren.

 

Schüleraustausch USA New York

 

Diese drei Tage in New York waren unvergesslich! Wir haben gefühlt jede Ecke in New York gesehen und Trilliarden Bilder gemacht. Abends im Zimmer haben wir uns über alle neuen Eindrücke unterhalten, von zu Hause erzählt und uns über unsere Vorfreuden aber auch Ängste ausgetauscht. Und schwupp die wupp waren diese drei Tage auch wieder vorbei! Und wir mussten uns voneinander verabschieden und den Rest unserer Reise alleine antreten. Mit einem sehr komischen Gefühl – einer Mischung aus Angst nicht zu wissen, wie es dort ist, wo man hinkommt und Vorfreude auf all die neuen Erfahrungen - bin ich dann in meinen Flieger nach Houston in Texas gestiegen.

 

Und als ich dann dort im Flieger saß und die Stunden und Minuten bis zur Ankunft gezählt habe, wäre ich vermutlich gestorben vor Aufregung, hätte ich nicht neben dieser super netten Amerikanerin gesessen mit der ich mich den ganzen Flug unterhalten habe. Dadurch, dass wir so viel geredet haben, verging die Zeit viel schneller und ich war abgelenkt von meinem Gefühlschaos. Außerdem stellte ich zufrieden fest, dass mein Englisch verständlich war und ich mich ohne größere Komplikationen verständigen konnte.

 

Und dann war es so weit und das Flugzeug setzte auf. Als ich aus dem Flugzeug kam, war ich erstmal total erschrocken, weil es genauso aussah wie am Flughafen in New York. Ich hatte keine Ahnung wo ich hin musste und folgte einfach den anderen Passagieren bis ich Kofferschilder entdeckte und denen folgte. Ich erwartete die ganze Zeit eine Pass- und Visakontrolle, weil mich alle davor gewarnt hatten und ich in New York nur einmal kurz meine Papiere zeigen musste.

 

Umso überraschter war ich, als ich eine kleine Rolltreppe herunter fuhr und plötzlich vor meiner Gastfamilie stand. Ich wurde herzlich begrüßt und meine Angst verflog von einer Sekunde zur nächsten. Wir verstanden uns vom ersten Moment an super und so hab ich mich sofort zu Hause gefühlt.

 

Gastfamilie USa

 


Nachdem wir meinen Koffer geholt hatten, sind wir erstmal Essen gegangen. Da es sehr gutes mexikanisches Essen in Texas gibt, sind wir mexikanisch Essen gegangen. Ich hatte mich natürlich ein bisschen darauf eingestellt, dass die Portionen größer sein würden als bei uns, aber damit hatte ich nicht gerechnet: Schon nach den Chips mit Dips hätte ich aufhören können. Aber dann kam auch noch mein Teller mit so ziemlich allem, was es in dem Restaurant so gab, “damit ich alles probieren kann und beim nächsten Mal weiß, was ich mag”. Ich hab es nicht mal annähernd geschafft alles zu essen.

 

So vergingen meine ersten Tage in Houston mit haufenweise neuen Erfahrungen und auf einmal war ich schon wieder eine Woche da. Ich hatte das Glück, dass ich mich sofort zu Hause mit meiner neuen Familie gefühlt habe und ich mich so sehr schnell eingelebt habe. In meiner zweiten Woche hat unsere Kirche dann ein großes “ food fight” organisiert und meine 13-jährige Gastschwester und ich hatten eine Menge Spaß! Wir haben mehrere Mannschaften gebildet und uns Zwei Stunden lang mit Essen beworfen. Als dann langsam mein erster Schultag näher rückte, war ich schon ein wenig aufgeregt. Wie sich später herausstellte allerdings ohne Grund: Meine Gastmutter und ich mussten einfach nur sechs Stunden warten, um dann zu erfahren, dass ich bevor ich einem Jahrgang zugeteilt würde noch mit einer anderen Frau sprechen musste, die erst wieder in der darauffolgenden Woche Zeit hatte. So verpasste ich dann die komplette erste Schulwoche. Aber auch dieser Tag hatte etwas Positives: ich habe zwei Leute von meiner Schule kennengelernt. Eine davon ist auch eine Austauschschülerin und so konnte ich sicher sein, dass ich jemanden hatte, mit dem ich beim Lunch sitzen konnte.

 

Als ich dann eine Woche später zur Schule kam, wurde ich sehr herzlich aufgenommen und mit lauter Fragen bombardiert. Nach kurzer Zeit hatte ich in jeder Klasse Leute, die ich mochte und so habe ich relativ schnell Freunde gefunden. Was mir allerdings auch geholfen hat war, dass viele auf mich zugekommen sind und ich dem Musical beigetreten bin, welches sich jeden Tag nach der Schule trifft. Und so raste die Zeit nur so an mir vorbei! Schnell war ein Monat vorbei, dann anderthalb und jetzt sind es schon ganze zwei Monate. Es fühlt sich überhaupt nicht so an, als wäre ich schon so lange hier. Meine Gastmutter hat mich ein paarmal gefragt, ob ich Heimweh habe. Aber ich fühle mich hier so wohl und ich habe immer so viel Neues zu erleben, dass ich gar nicht dazu komme, Heimweh zu haben. Vor ungefähr zwei Wochen habe ich meine Familie zu Hause ein wenig vermisst, aber das war schnell wieder vorbei. Und auch wenn ich manchmal Erfahrungen gemacht habe, die nicht so schön waren, gehen die eindeutig total unter in den haufenweise schönen Erfahrungen.

 

High School USA Freunde

 

Ich bin total glücklich, dass ich mich entschlossen habe, dieses Auslandsjahr zu machen und ich habe es in keine Sekunde bereut! Ich freue mich einfach, dass ich noch acht Monate habe und hoffe, dass meine restliche Zeit nicht ganz so schnell vergeht wie die ersten zwei Monate. Ich liebe es, hier zu sein und ich bin so dankbar, diese Erfahrung machen zu dürfen. Deshalb möchte ich mich bei ein paar Menschen dafür bedanken.


Als allererstes bei meiner Familie: Ich bin so dankbar, dass ihr mir diese Erfahrung schenkt und ihr mich bei allem unterstützt habt und es immer noch tut, auch wenn ihr auf der anderen Seite der Erde seid! Dann auf jeden Fall bei meinen Freunden, die sich stundenlang meine USA-Vorträge angehört haben! Und zu guter Letzt möchte ich mich bei GLS bedanken! Und ganz besonders bei Anne Dietrich, dass du mir bei allem geholfen hast und mich so gut “nach Amerika geleitet hast”!