
- WELTBÜRGER-Stifter: VUW
- Programm: Auslandssemester
- Land: Neuseeland
- Dauer: 6 Monate
- Name: Lisa Schwarz
Erfahrungsbericht: Vorbereitung auf ein Auslandssemester in Wellington, Neuseeland – von Lisa Schwarz
Die Vorbereitung auf mein Auslandssemester in Neuseeland war eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit. Besonders die bürokratischen und organisatorischen Hürden waren oft sehr komplex und zeitintensiv, doch es gab auch einige positive Aspekte, die mich während der Planung überrascht haben.
Als ich mit den Vorbereitungen begonnen habe, habe ich mich erstmal auf die Anforderungen der Victoria University of Wellington konzentriert. Die Universität hat eine sehr ausführliche Webseite mit Informationen über alle möglichen relevanten Themen, sie reichen von Informationen über die einzelnen Kurse bis zu Informationen über die Beantragung des Visums. Am Ende des Durchsuchens dieser vielen Informationen hatte ich dann einen guten Überblick über einen Großteil der nächsten Schritte und benötigten Unterlagen. Dabei hat sich herausgestellt, dass es wegen der schieren Menge an möglichen Kursen sinnvoll ist, schon früh mit der Suche nach den Wunschkursen zu beginnen, um erstens mehr Zeit zum Überlegen zu haben, die Auswahl ist einfach überwältigend, und andererseits um der VUW genug Zeit für die Prüfung der Zugangsberechtigung zu lassen.
Nach der Initialbewerbung bei der VUW habe ich angefangen mich mit dem Studentenwohnheim und meinem Visum zu beschäftigen, welche beide komplizierter und herausfordernder waren als ich es erwartet hatte.
Dabei habe ich festgestellt, dass auch die Wahl des Studentenwohnheims teilweise von den gewünschten Kursen abhängt, zumindest wenn man keinen allzu langen Weg zum richtigen Campus haben möchte, es gibt nämlich drei. Zu beachten ist hier vor allem die Fülle an Dokumenten und Angaben, sowie die Referenz einer weiteren Person, die für die Bewerbung gebraucht werden.

Noch komplexer ist dann nur noch der Antrag auf das Visum. Glücklicherweise stellt die Einwanderungsbehörde Neuseelands sehr ausführliche Dokumente und Listen zu den benötigten Unterlagen und empfohlenen Zeitrahmen auf ihrer Webseite zur Verfügung und trotzdem ist der Prozess noch sehr kompliziert und zeitaufwendig. Das liegt an den spezifischen Anforderungen, die alle sorgfältig erfüllt werden müssen, um das Studentenvisum zu erhalten.
Neben einer gültigen Studienplatzbestätigung und einem Reisepass, musste für das Visa zum Beispiel auch ein Nachweis der finanziellen Mittel erbracht werden. Hat man dann alle Unterlagen zusammen, dann müssen diese noch von einem zertifizierten Übersetzter ins Englische übersetzt werden. Zu beachten sind hierbei die Kosten und Wartezeiten.
Einreisebestimmungen
Eine angenehme Überraschung war, wie klar und transparent die Einreisebestimmungen von Neuseeland kommuniziert werden. Neben den klassischen Vorgaben, wie einem gültigen Visum und einem Rück- oder Weiterflugticket, fiel auf, dass Neuseeland großen Wert auf Biosecurity legt. Lebensmittel, Pflanzen oder Holzprodukte sind streng geregelt. Was zuerst kompliziert wirkte, stellte sich letztlich als gut organisierter Prozess heraus, da vorab klare Anweisungen verfügbar waren.
Versicherungen
Ich war überrascht, wie wichtig es ist, eine spezielle Auslandskrankenversicherung für Neuseeland abzuschließen. Viele Universitäten – darunter auch die Victoria University of Wellington (VUW) – bieten maßgeschneiderte Versicherungspakete für internationale Studierende an. Diese sind nicht nur auf die neuseeländischen Anforderungen abgestimmt, sondern oft auch günstiger als eigenständige Versicherungen. Die Versicherung der VUW bietet beispielsweise umfassenden Schutz und ist einfach in den Semesterbeitrag integriert.
Gute Kommunikation der VUW
Die Unterstützung der Victoria University of Wellington war herausragend. Bereits während des Bewerbungsprozesses stand ein kompetentes Team für Fragen bereit. Überraschend positiv war der umfassende „Pre-Departure Guide“, der alle notwendigen Schritte übersichtlich erklärte. Von Hinweisen zur Unterkunftssuche bis zu Tipps für den Alltag in Neuseeland wurden alle Aspekte abgedeckt. Auch nach meiner Ankunft waren die Betreuung und die schnelle Reaktion auf Fragen sehr hilfreich.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Vorbereitung auf ein Auslandssemester in Neuseeland viel Organisation und Geduld erfordert. Insbesondere der Visa-Antrag und die Beschaffung zertifizierter Übersetzungen können herausfordernd sein. Gleichzeitig haben die gute Kommunikation der Universität, klare Einreisebestimmungen und nützliche Versicherungspakete vieles erleichtert. Rückblickend waren die Anstrengungen es absolut wert, und ich würde jedem raten, frühzeitig mit den Planungen zu beginnen, um stressfrei in dieses Abenteuer zu starten.

Bericht 2/2
Finaler Bericht
Während ich diesen Bericht schreibe, sitze ich gerade am Abfluggate in Auckland. Auf der einen Seite freue ich mich darauf, wieder nach Hause zu fliegen, weil ich meine Familie und Freunde wiedersehen werde, auf der anderen Seite graut es mir davor, das Flugzeug zu besteigen und meine neuen Freunde und diesen wunderbaren Ort zurückzulassen.
Während meiner Zeit hier ist viel passiert und ich schätze jeden Moment und jede Erinnerung, die mir dieses Auslandsstudium gebracht hat. Vom Lernen faszinierender Dinge im Unterricht über die Teilnahme an Clubs und Freiwilligenarbeit bis hin zum Verbringen von Zeit mit meinen Freunden und Reisen hat mir alles Freude und Glück gebracht.
In den vergangenen Monaten habe ich unglaublich viele neue Dinge gelernt, wie z. B. Segeln, wie ein Rettungsteam arbeitet und über die Einzigartigkeit des Landes und der Kultur der maōri. Ich kann aus vollem Herzen sagen, dass jeder, der gerne neue Dinge erlebt und ausprobiert, glücklich und zufrieden mit dem Studium in Wellington an der Victoria University of Wellington (Te Herenga Waka) sein wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass an der Uni und in der Stadt immer etwas los ist, mit dem man seinen Tag ausfüllen kann oder einfach nur eine Pause vom Lernen.
Sowohl an der Universität als auch in den Wohnheimen finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die sowohl dem Spaß als auch dem Wohlbefinden der Studenten dienen. Zu diesen Veranstaltungen gehören Pfoten-Therapie (eine bestimmte Zeit und Gelegenheit, um mit Hunden Zeit zu verbringen, die auf den Hauptcampus gebracht werden), Bastelabende, kostenlose Waffeln und viele Gelegenheiten, um mit einem Gemeinschaftsberater oder einer Person des Vertrauens zu sprechen. Dabei ist es wirklich schön zu sehen, dass sich die Universität und ihre Mitarbeiter wirklich um die geistige und körperliche Gesundheit aller kümmern. Und damit meine ich jeden. Andere Veranstaltungen als die, die ich bereits erwähnt habe, sind auf spezifischere Zielgruppen ausgerichtet, so dass jeder Leute mit einer ähnlichen Denkweise wie man selbst finden kann. Das spiegelt sich auch in der Breite der Clubs wieder, derzeit gibt es 146, und ich bin überzeugt, dass jeder dort einen Club finden kann, der perfekt zu ihm passt. Und nicht nur die Universität, sondern auch Wellington ist ein Ort, an dem Inklusion und Vielfalt großgeschrieben werden, ein Ort, an dem das deutsche Sprichwort „alles kann, nichts muss“ perfekt passt und das man bei jeder Begegnung und Erfahrung spüren kann.

Darüber hinaus ist Neuseeland als Ganzes ein Paradies für alle, die die Natur lieben. Die Südinsel mit ihrer beeindruckenden Natur, die eine spektakuläre Schönheit zeigt, die man nicht an vielen anderen Orten sieht, und die Nordinsel mit ihrer ebenso schönen, aber völlig anderen Landschaft. Einige meiner Highlights in der Natur waren die Beobachtung der Milchstraße, die Begegnung mit Stachelrochen, Kiwis und Pinguinen in freier Wildbahn und die atemberaubende Beobachtung des südlichen Polarlichts.
Natürlich sollte man auch die Kosten eines sechsmonatigen Aufenthalts in Neuseeland nicht außer Acht lassen. Im Vergleich zu anderen möglichen Destinationen ist Neuseeland in finanzieller Hinsicht sicherlich anspruchsvoller. Dennoch bin ich überzeugt, dass jeder von einer solchen Erfahrung profitieren kann und die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen wird. Besonders erleichtert wird dies durch die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft, die ich sowohl von den Menschen hier in Neuseeland als auch vom Team von World of Students erfahren habe. Dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, selbst fernab der Heimat, ließ alle anfänglichen Zweifel schnell verschwinden. Und auch wenn kein Aufenthalt vollkommen ist und es immer Höhen und Tiefen gibt – diese sechs Monate kamen für mich dem Perfekten sehr nahe.
Zum Abschluss dieses Streifzuges über meine Zeit in Wellington muss ich sagen, dass es eine einzigartige Gelegenheit ist und ich jedem empfehlen würde, auch ein Trimester im Ausland zu absolvieren.


Mein Auslandssemester ohne Erasmus – Ein halbes Jahr an der Asia Pacific University (APU) in Malaysia