Montag, 18. November 2019
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Meine letzten Monate in den USA:

Rudererfolge, Prom und ein Roadtrip

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Felix N.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 

Stipendiat Schueleraustausch USA

Teil 3:

 


Meiner Meinung nach waren die letzten Monate die besten, da ich mich komplett eingelebt hatte und viele großartige Ereignisse geschehen sind. Doch leider vergingen sie viel zu schnell.

 


Rowing (Rudern)

 


Nach der gefühlt ewigen Winterpause konnten wir im Frühling wieder auf dem Wasser trainieren. Da wir die „Nationals“ (eine sehr große Regatta, die man mit dem Bundesfinale der USA vergleichen könnte) bevorstehen hatten, sind wir mit dem Training gleich durchgestartet. Wir hatten jeden Wochentag von 15:30 bis 17:30 Training.

 

Schüleraustausch Ruderteam


Anfang Mai war es dann auch soweit. Es kamen Vereine aus dem ganzen Osten der USA zu einem See, der gleich um die Ecke war. Mein Partner Miguel und ich haben uns sehr angestrengt und schlussendlich den zweiten Platz in unserer Bootklasse belegt.

 


Da wir unter die Top Drei unserer Klasse gekommen sind, haben wir uns für ein großes Finale in Kalifornien qualifiziert. Doch leider bin ich ein paar Tage zu früh abgereist, um daran teilzunehmen.
Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, war es eine sehr gute Entscheidung, dem Ruderclub oder generell einem Sportclub beizutreten. So habe ich einige meiner Freunde kennengelernt, und wir haben zusammen sportlich einiges erreicht. Mein Fazit ist, jedem, der darüber nachdenkt oder plant, einen High-School Aufenthalt zu machen, kann ich nur empfehlen, dort einem Club beizutreten. Denn oft trifft man dort andere Schüler mit denselben Interessen.

 

Schüleraustausch Ausflug

 

 

Prom

 


Anfang April war der große Abschlussball meiner Schule, der schon Monate davor für Aufregung unter den Schülern gesorgt hatte. Prom ist für die zwei oberen Klassen, also 11 und 12, bestimmt, aber Schüler aus anderen Stufen können auch gehen, solange ihre Begleitung aus den oberen Stufen ist.

 

Schüleraustausch USA Prom

 


Ich war ein Zehntklässler, aber bin mit meinem Date problemlos reingekommen, da sie in der elften Klasse war.
Schon drei bis zwei Monate vorher begann das große Shoppen für Anzüge und Kleider, die dann ja auch noch farblich abgestimmt werden mussten. Der Aufwand, der für dieses Schulevent betrieben wurde, könnte fast mit dem für eine Hochzeit verglichen werden.

 


Am Tag des Balls haben meine Partnerin und ich uns nachmittags getroffen, um zuerst Fotos an der Promenade von Cincinnati zu machen. Danach sind wir beide zu einem Italiener essen gegangen.
Nach dem Essen sind wir aufgebrochen Richtung Paul Brown Stadium. Paul Brown Stadium ist das Stadion von den Cincinnati Bengals, welche in der National Football League spielen. Unsere Schule hat Prom in diesem Stadium gefeiert, was eine große Attraktion war.

 

                     
Der Tanz hat sehr viel Spaß gemacht und ging bis Mitternacht. Danach sind die meisten Schüler erstmal irgendwo hingefahren, um sich umzuziehen und dann weiter zu entweder einer Party, die von der Schule veranstaltet und kontrolliert wurde, oder einer anderen Party zu fahren. Meine Gastfamilie hat mit mir den Kompromiss gemacht, dass ich zur Afterparty von der Schule durfte, da dort feste Zeiten für Ankunft und Verlassen vorgeschrieben waren.

 


Die Schule hat sich sehr viel Mühe gegeben, eine spaßige Afterparty für uns zu gestallten. Das Schulgebäude war gefüllt mit Hüpfburgen, Rutschen, Labyrinth, … also wie ein riesen Kindergeburtstag.
Alle hatten eine Menge Spaß und sind danach todmüde ins Bett gefallen.

 

 

Abschied

 


Meine Gastmutter hat eine große Party organisiert, zu der viele Freunde und Familie gekommen sind, die ich über mein Schuljahr kennengelernt habe. Es gab sogar einen großen Kuchen, der mit einer USA- und einer Deutschland-Flagge verziert war. Meine Freunde und ich hatten dann ein Cornhole Turnier. Als die meisten schon gefahren sind, sind meine Freunde, mein Gastbruder und ich nochmal losgezogen, um ein letztes Mal Skyline Chili zu essen (eine Cincinnati Spezialität). Leider hieß es dann auch Abschied nehmen, aber ich werde sie hoffentlich in ein paar Jahren wiedersehen.
Mit meiner Gastfamilie hatte ich noch ein bisschen Zeit, aber im Rückblick ist das Schuljahr viel zu schnell vergangen.

 

Schüleraustausch Abschied Gastfamilie

 

Roadtrip mit meiner Mutter

 


Am letzten Schultag ist meine Mutter mit dem Flieger aus Deutschland angekommen, um sich zeigen zu lassen, wo ich mein Jahr verbracht habe und um mit mir einen Roadtrip zu unternehmen.
Nachdem wir meiner Mutter ein paar Tage die Gegend, z. B. meine Schule oder Downtown Cincinnati gezeigt haben, sind wir mit einem Mietwagen Richtung Süden aufgebrochen. Die Fahrt ging durch Kentucky, wo wir das größte Höhlensystem der Welt besichtigt haben, die Mammoth Cave. In dieser Höhle haben selbst schon Indianer gelebt. Forscher finden immer noch zahlreiche neue Höhlen.

 


Nach dem kurzen Stopp in Kentucky ging es weiter nach Nashville, Tennessee, die Countrymusik-Hauptstadt. Dort sind wir für zwei Nächte in einem Hotel geblieben. Nashville hat mit dem Broadway (eine Countrymusik-Partymeile), der Music Hall of Fame und weiteren interessanten Plätzen einiges zu bieten.
Am ersten Abend sind wir zuerst in den Listening Room (ein Restaurant, wo neue Artisten ihre Musik vorstellen) essen gegangen und danach in den „Wild Horse Salon“, um ein bisschen zu feiern. Der Wild Horse Salon ist eine Country Bar mit Tanzfläche und einer Bühne für Bands. Dort wurde der Line Dance getanzt, den sogar ich nach ein bisschen Übung mittanzen konnte.


Als ein Cowgirl mitbekommen hatte, dass ich gerade versuchte, zum ersten Mal diesen Tanz zu tanzen und dazu noch Europäer war, hat sie mich gleich zu einer Brautparty geschleppt, um mir den Partner-Tanz beizubringen. Das kam zwar sehr überraschend, war jedoch auch sehr lustig.

 


Den zweiten Tag in Nashville haben wir damit verbracht, die Stadt anzuschauen und ein bisschen Cowboy-Kleidung anzuprobieren. Ich habe Stiefel angezogen, die in der Gegend überall getragen wurden. Jedoch war es nicht ganz mein Stil. Ich würde niemals im Sommer mit langer Jeans und Stiefeln herumlaufen.

 

Schüleraustausch USA Stipendium

 


Nach Nashville sind wir weiter nach Chattanooga gefahren. Ehrlich gesagt ist Chattanooga keine besonders interessante Stadt, aber wir haben uns dort mit meinem Gastvater getroffen, der in Atlanta eine Reha machte und somit nicht zuhause war. Mit meinem Gastvater, der ein echter amerikanischer Redneck ist, sind wir Burger essen gegangen und haben über die tolle Zeit geredet. Der Abschied fiel mir relativ schwer, da er für mich eine wichtige Person war, von der ich viel gelernt habe. Aber ich werde ihn auf jeden Fall wiedersehen.

 

Schüleraustausch Roadtrip USA


Von Chattanooga sind wir in die Smoky-Mountains gefahren und haben den National Park bei Gatlinburg besucht. Dieser Park hatte sehr tolle Wanderwege, auf denen wir einen 2000 Meter hohen Berg erklommen haben.

 


Der nächste Tag war nur noch die Heimreise zurück nach Cincinnati, wo ich ein letztes Mal meinen Gastbruder und meine Gastmutter sehen konnte.

 

 

New York

 


Auf dem Weg nach Deutschland hatten wir noch einen zweitägigen Stop-over in New York. Die Stadt hat noch mal eine ganz andere Atmosphäre als der Ort, wo ich ein Jahr gewohnt habe. New York macht dem Namen „Die Stadt, die niemals schläft“ alle Ehre. Noch am Abend sind wir zum Times Square gegangen. Dort ist es nachts so hell wie am Tag.

 


Während wir in New York waren, haben wir uns das 9/11 Denkmal angeschaut und sind mit der Fähre einmal über den Hudson River gefahren, von wo aus man einen super Blick auf die Skyline von New York und die Freiheitsstatue hatte. Das Denkmal ist ein riesiges unterirdisches Museum, das unter den ehemaligen Twin Towern liegt. Während man durch die alten Fundamente läuft, kann man sich die Geschichten vieler verschiedener Menschen anhören und Objekte anschauen, die mit 9/11 verbunden sind.

 


Zum Glück konnte man alle Orte schnell und einfach mit der Subway erreichen, denn mit dem Taxi oder zu Fuß dauert es Stunden, von Ort zu Ort.


Natürlich haben wir den Central Park besucht und haben viele schöne Ecken des Parks besichtigt. Der Park ist echt riesig und hat alles Mögliche zu bieten, zum Beispiel eine kleine Kirmes, Seen mit kleinen Booten, Luxusrestaurants und vieles mehr. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, wurde sogar ein Softball Turnier mit Teams aus den ganzen USA und sogar mit ein paar Kanadiern veranstaltet. 

 

 

Heimreise

 


Nach zwei sehr schönen Tagen in New York ging es dann mit dem Flieger von JFK über Amsterdam nach Frankfurt. Von Frankfurt mussten wir dann mit dem ganzen Gepäck noch einmal in den ICE nach Bonn steigen. Zum Glück fährt der ICE schnell, und die Fahrt hat nur 40 min gedauert.


Am Bahnhof wurden wir von meiner Familie und meinem besten Freund empfangen. Wir haben es extra so geplant, dass ich an dem Geburtstag von meinem kleinen Bruder ankomme, was sehr schön war.

 

 

Wieder eingewöhnen in Deutschland

 


Da ich schon eine Woche mit meiner Mutter Deutsch geredet hatte, war mein Deutsch relativ flüssig. Doch es ist mir des Öfteren passiert, dass ich nur das englische und nicht das deutsche Wort wusste.  Sogar nach ca. einem Monat in Deutschland benutze ich noch englische Wörter, da sie sich besser anhören und mir schneller einfallen.


Die letzten Wochen bis zu den Sommerferien habe ich ganz entspannt verbracht mit vielen Unternehmen mit meiner Familie und Freunden.

 

 

Die Erfahrung ist es wert!!!

 


Nach einem Schuljahr in den USA kann ich nur jedem empfehlen, ins Ausland zu gehen. Man lernt  so viel dazu, schließt neue Freundschaften und natürlich habe ich meine Englischkenntnisse sehr verbessert.
Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich es direkt noch einmal machen.

 

 

Dank an alle, die es ermöglicht haben

 


Ein riesiges Dankeschön geht an meine Eltern, denn ohne deren Unterstützung wäre das Ganze nicht möglich gewesen.
Vielen Dank auch an die Carl Duisberg Centren, Frau Weller und Frau Simons, dass sie eine tolle Familie für mich gefunden haben und mich auf meiner Reise begleitet haben.
Ein weiteres riesiges Dankeschön geht an meine Gastfamilie, die so mutig und nett war, ein fremdes Kind in ihre Familie aufzunehmen.