Dienstag, 17. September 2019
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Auslandsjahr USA:

Abschied von Arizona

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Lucie L.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 

Stipendiat Schueleraustausch USA

Ich bin nun schon seit einem Monat wieder in Deutschland und kann kaum begreifen, wie schnell diese fünf Monate vergangen sind! Es war eine richtig schöne Zeit, allerdings habe ich mich am Ende auch wieder auf meine Familie und Freunde in Deutschland gefreut.

 

 

Thanksgiving und die Vorweihnachtszeit

 


Den November und den Dezember verbrachte ich hauptsächlich damit, Freunde zu treffen; große Ausflüge unternahmen wir nicht mehr. Es war sehr interessant, die Weihnachtszeit in den USA zu verbringen. Ende November wurde erst einmal Thanksgiving gefeiert. Zu diesem Anlass traf sich die gesamte Familie und wir aßen ganz traditionell Truthahn, Kartoffelbrei, Salat und Maiskuchen. Es war wirklich schön, einmal mit der versammelten Familie zusammen zu sitzen! Nach dem Essen machten wir einen Spaziergang und dann gab es zum Nachtisch Pumpkin Pie. Anschließend schauten wir alle gemeinsam den ,,Grinch“ und spielten Monopoly.

 

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Nach Thanksgiving begannen wir dann damit, unser Apartment weihnachtlich zu schmücken. Sehr sonderbar fand ich, dass wir bereits am 01. Dezember einen Weihnachtsbaum kauften, da man das in Deutschland traditionell ja erst einige Tage vor Weihnachten tut. Das veranlasste mich allerdings dazu, mich auch bereits Anfang Dezember um sämtliche Weihnachtsgeschenke zu kümmern.

 

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Abends fuhr ich mit meiner Gastfamilie häufig zu so genannten Light Shows; wir besuchten besonders spektakulär geschmückte Häuser, deren Lichtspiele zu Musik funktionierten. Mit dem Auto fuhren wir also durch bestimmte Straßen, parkten vor einem Haus, schalteten das Radio ein und konnten beobachten, wie das Lichterspiel im Takt der Musik verlief. Das war sehr beeindruckend und außerdem alles völlig kostenlos! Diese Lightshows werden in Eigeninitiative von verschiedenen Familien organisiert, die man im Anschluss an das Spektakel mit einer freiwilligen Spende unterstützen kann. Den gesamten Dezember über fanden an verschiedenen Orten in der Stadt solche Light Shows statt; man konnte sich im Internet sogar extra Routen zusammen stellen, um möglichst viele Häuser zu besuchen.

 

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Abschied von meinen internationalen Freunden

 


Kurz vor Weihnachten traf ich dann zum letzten Mal meine Freunde; wir gingen bowlen und anschließend essen. Ich war ein wenig traurig darüber, wie schnell die Zeit vergangen war und dass ich mich nun schon wieder verabschieden musste. Vor meiner Abreise in Deutschland hatte ich befürchtet, in den USA keine Freunde zu finden, doch in den letzten Monaten habe ich so viele neue und nette Menschen kennengelernt, dass mir diese Sorge im Nachhinein beinahe unbegründet erscheint. Die meisten meiner Freunde waren andere Austauschschüler; das fand ich toll, da es mir auf diese Weise möglich war, mich mit Menschen vieler verschiedener Kulturen auszutauschen. Viele meiner Freunde kamen aus Japan; andere kamen aus Vietnam, Brasilien, Thailand oder Spanien. Amerikanische Freunde hingegen hatte ich nur wenige, ganz anders, als ich es zu Beginn erwartet hatte.

 

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Weihnachten in Arizona

 


Weihnachten war dann das letzte Highlight vor meiner Abreise. Der Heiligabend verlief zwar relativ unspektakulär, am 25. jedoch gab es dann im engsten Familienkreis eine Bescherung. Gemeinsam packten wir die sogenannten Stockings aus, das sind große Socken, die man traditionell an den Kamin hängt. In der Nacht schien Santa Claus die Socken mit kleinen Spielsachen, Süßigkeiten und Orangen aufgefüllt zu haben. Meine Gastmutter erklärte mir, dass die Orangen an eine Zeit erinnerten, in der viele Menschen sehr arm und die Orange ein verhältnismäßig teures Produkt, also etwas ganz Besonderes war.
Mittags gingen wir mit der gesamten Familie Sushi essen, am Nachmittag wurde es dann ruhiger.

 

Da meine Gastmutter arbeiten musste und mein Gastbruder umzog, verbrachte ich die meiste Zeit mit Lesen.
Am 26. Dezember traf ich mich noch einmal mit meinen besten Freunden Natsuki (aus Japan) und Ngan (aus Vietnam), bevor ich dann am Morgen des 27. Dezembers zurück nach Deutschland flog. Beim Umsteigen am Flughafen von Chicago kam ich dieses Mal schon viel besser zurecht, da ich vom Hinflug ja bereits Übung hatte. Entgegen jeder anfänglichen Sorge verlief der Flug reibungslos!


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Ankunft in Deutschland und Rückblick

 


In Frankfurt wurde ich dann von meinen Eltern und einigen Freunden empfangen. Nach meiner Ankunft zuhause litt ich zwar noch einige Tage, insbesondere an Silvester, recht stark unter dem Jetlag, eine Woche später allerdings hatte ich mich bereits wieder an alles gewöhnt. Ich vermisse das gute Wetter in Arizona, weil es hier in Deutschland die ganze Zeit über regnet. In der Schule habe ich mich wieder gut eingefunden; natürlich muss ich einige Dinge nachholen, aber das schaffe ich schon.

 


Ich bin sehr froh, mich zu diesem Austausch entschlossen zu haben!  Ich habe das Gefühl, sowohl durch die positiven als auch gerade durch die negativen Erfahrungen, die ich in den USA gemacht habe, stärker und selbstständiger geworden zu sein. Ich habe eine Menge guter Dinge aus diesen Monaten in Arizona mitnehmen können und nicht zuletzt ein neues Land, dessen Kultur und viele wunderbare Menschen kennengelernt. It was a lot of fun!

 

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