Dienstag, 17. September 2019
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Mein Auslandsjahr in Florida - Musical, Spacecenter und Winterball

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Sophie W.
Stipendium gestiftet durch:
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Schüleraustausch USA



Bevor ich von den zahlreichen neuen Erlebnissen und Eindrücken meiner letzten Monate im schönen Florida berichte, will ich zum Ausdruck bringen, wie dankbar und glücklich ich bin, dieses Auslandsjahr machen zu können. Ich fühle mich von Tag zu Tag wohler bei meiner Gastfamilie und wir wachsen alle von Tag zu Tag enger zusammen. Auch wenn es nur simple, alltägliche Situationen sind, die wir gemeinsam verbringen, wie Abendessen zu kochen, einen Film anzusehen oder einen Spaziergang mit den Hunden zu machen, wertschätze ich jeden Moment davon. Ich sehe meine Gastfamilie als zweite Familie und ich weiß, dass ich sowohl sie als auch meine neu gewonnenen Freunde immer in meinem Herzen behalten werde. Die Erfahrungen und Eindrücke, die ich in meinem Jahr hier bis jetzt gesammelt habe, werden mich ein Leben lang begleiten und helfen mir dabei erwachsener und ein besserer Mensch zu werden.

 

 


Theater, Chor und Musical

 


Ein für mich persönlich sehr wichtiges und schönes Erlebnis war das letztjährige Weihnachtskonzert meiner Schule. Der Schulchor, die Schulband und das Schulorchester führten mit Bedacht ausgewählte, Weihnachtsstimmung erweckende Lieder auf. Ich sang gemeinsam mit dem Chor und hatte auch ein Solo. Es hat mir schon immer Spaß gemacht zu singen und es vor so vielen Leuten alleine zu tun, war eine interessante Erfahrung, die mir dabei geholfen hat, selbstbewusster zu sein und vor einer Menschenmenge zu sprechen, beziehungsweise zu singen. Meine gesamte Gastfamilie erschien zu dem Konzert und auch ein paar meiner Freunde nahmen sich die Zeit, um mich zu unterstützen.

 

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Im Anschluss luden meine Gasteltern uns alle zum Essen ein und meine Freunde verbrachten die Nacht bei uns zuhause. Es ist sehr schön zu wissen, dass alle meine Freunde auch in meinem amerikanischen Zuhause immer willkommen sind. Kurze Zeit nach dem Konzert trat ich dem Theater-Club meiner Schule bei, der ebenfalls in die Weihnachtsveranstaltung involviert war. Wir arbeiten zurzeit an einer Aufführung des Musicals Hairspray, die im Mai stattfinden wird. Wir proben dreimal die Woche und es macht sehr viel Spaß. Sich in Clubs und anderen schulischen Aktivitäten zu engagieren hilft sehr dabei neue Leute kennen zu lernen und Anschluss zu finden. Auch, wenn man mit keiner der angebotenen Aktivitäten vertraut ist, ist es sehr wichtig, um sich in seiner neuen Umgebung während eines Auslandsaufenthaltes wohl zu fühlen.

 


Zur selben Zeit zu singen, eine Rolle zu spielen und teilweise auch noch zu tanzen, kann eine echte Herausforderung darstellen, aber ich bin mir sicher, dass die letztendliche Show ein voller Erfolg wird und alles gut verlaufen wird. Alle in das Musical involvierte Schüler und Lehrer arbeiten sehr hart, um das ganze Projekt auf die Beine zu stellen. Die Rolle, die ich spiele, ist die Rolle des Bösewichts, was eine noch größere Herausforderung für mich bedeutet. Es ist ebenfalls eine der Hauptrollen.

 

 

Ausflug ins Kennedy Space Center

 


Am ersten Freitag im März bin ich mit einer Gruppe aus einer kirchlichen Gemeinde in meiner Nähe zum Kennedy Space Center gefahren. Wir fuhren zusammen mit japanischen Austauschschülern, die für einen Monat bei einer lokalen Gastfamilie bleiben werden. Jeder aus der Gruppe wurde einem Austauschschüler zugeteilt, mit welchem wir den gesamten Tag verbrachten. Es war atemberaubend vor den riesigen Raketen zu stehen und zu wissen, dass sie schon einmal im Weltall waren. Wir hatten sogar die Gelegenheit einen echten Astronauten kennenzulernen. Winston Scott hielt einen zweistündigen Vortrag über seine beeindruckende Arbeit für die NASA. Außerdem hatten wir die Möglichkeit ihm Fragen zu allem, was uns zu seinem Leben und seiner Arbeit interessiert, zu stellen.

 

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Im Anschluss verteilte er unterschriebene Bilder von sich, wir konnten Fotos mit ihm zusammen schießen und er signierte unsere T-Shirts und im Kennedy Space Center erworbene Souvenirs. Wir spazierten durch den gewaltigen Raketen-Garten, lernten etwas über die Opfer der Raketenunglücke und sahen mehrere Filme über die Arbeit der NASA in der Vergangenheit und auch über zukünftige Projekte. Mein wahrscheinlich liebster Moment des Ausflugs war die Simulation eines Raketenstartes, die wir alle gemeinsam unternahmen. Es war sehr aufwendig und durchdacht gemacht und definitiv ein aufregendes Erlebnis. Jeder einzelne Teil der Ausstellung und jedes einzelne Plakat im Kennedy Space Center war meiner Meinung nach unglaublich interessant und wissenswert.

 

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Es gibt so viele Dinge und Phänomene im Weltall, die wir Menschen noch nicht erforscht haben und somit nicht verstehen. Der Ausflug hat mir umso mehr gezeigt, wie wichtig die Arbeit aller NASA Mitarbeiter ist und wie viel sie mit ihrer Arbeit unser aller Leben beeinflusst und verändert haben. Das Equipment und die Technik, mit der die NASA arbeitet, ist sehr modern und fortschrittlich, was mich sehr beeindruckt hat. Das Kennedy Space Center hat außerdem eine Halle, die an die Astronauten erinnert, die unter tragischen Umständen während ihrer Forschungsarbeit ihr Leben verloren haben. Die Halle war so detailreich und aufwändig gestaltet, dass es viele zu Tränen rührte. Es waren persönliche Gegenstände jeder Person ausgestellt und man konnte über den beruflichen Werdegang und das Privatleben nachlesen.

 

 

Der Winterball

 


Ein weiteres Highlight meiner Zeit in Florida war der Winterball meiner High School. Zwei meiner Freundinnen kamen am Mittag zu mir nach Hause und wir machten uns zusammen fertig. Wir halfen uns gegenseitig dabei uns zu schminken, uns die Haare zu machen und in unsere Kleider zu schlüpfen. Danach schossen wir ein paar Fotos und dann ging es auch schon los.

 

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Der Abend begann damit, dass mein Schulleiter einen Vortrag über die Geschichte meiner Schule und über die Werte, für die sie steht, hielt. Werte wie Loyalität und Effizienz. Er berichtete außerdem von den Zielen, die meine Schule im kommenden Schuljahr verfolgen wird und er erzählte von den athletischen und akademischen Erfolgen, die die Mainland High School vorzuweisen hat. Ich erfuhr, dass sowohl Denzel Washington als auch Vince Carter meine High School besucht haben, was ich sehr beeindruckend finde.

 

Nach der wissenswerten und interessanten Rede und einigen Danksagungen, aßen wir alle gemeinsam zu Abend und unterhielten uns dabei prächtig. Wir lachten viel, genossen das leckere Essen und hatten einfach eine gute Zeit. Als wir alle zu Ende gegessen hatten, wurde Musik gespielt und alle fingen an zu tanzen. Wir tanzten zu schnellen, modernen Liedern, es waren aber auch ein paar langsamere und eher formelle Tänze dabei. Die Lehrer und die Schulleitung schlossen sich den Schülern an und wir hatte alle zusammen viel Spaß. Die Tanzfläche und der gesamte Saal, in dem die Tanzveranstaltung stattfand, war wunderschön geschmückt, was die Stimmung des Abends nur noch verbesserte.

 

 


Freizeitgestaltung, Aufgaben und Hobbies

 


Eine weitere Aktivität, der meine Freunde und ich gerne nachgehen, ist unsere Freizeit am Strand zu verbringen. Wir reden und lachen zusammen, hören Musik, machen Hausaufgaben oder helfen einander beim Lernen oder machen ein Picknick. Der Strand ist der perfekte Ort für lange Spaziergänge und um den Kopf frei zu kriegen. Das Wetter in Florida ist so gut wie immer schön und sonnig, was einen Standbesuch noch besser macht.

 

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An anderen Tagen gehen wir gemeinsam ins Kino, zusammen etwas essen oder in das Einkaufszentrum in der Nähe meiner Schule. Die meisten meiner Freunde sind ebenso wie ich außerdem in einem oder mehreren Schulproduktionen oder Sport Teams tätig. Viel Zeit in der Schule zu verbringen ist in Amerika viel üblicher als ich es aus meiner Heimat in Deutschland gewohnt bin.

 


Ich helfe außerdem immer noch im Girl Scouts Verein meiner Gastschwester aus und genieße die Zeit, die ich mit den Kindern verbringe. Meine kleine Gastschwester hat außerdem angefangen Fußball zu spielen und ich sitze bei jedem ihrer Spiele in der ersten Reihe um sie zu unterstützen. Sie ist wie eine richtige Schwester für mich und wir verstehen uns von Tag zu Tag besser. Wir verbringen viel Zeit miteinander und haben kleine Übernachtungspartys zusammen in meinem Schlafzimmer.

 

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Dadurch, dass ich hier jetzt schon seit mehr als sechs Monaten lebe, habe ich mich sehr gut eingelebt und kenne mich immer besser aus. Ich empfehle jedem den Schritt zu wagen und sich zu trauen ein Auslandsjahr zu machen, der die Möglichkeit dazu hat. Auch, wenn es manchmal schwer ist so weit weg von meinem ganzen Leben in Deutschland zu sein und ich meine Freunde und Familie vermisse, ist es das alles definitiv wert. Meine Englischkenntnisse haben sich ebenfalls jetzt schon mehr verbessert, als ich es mir je habe vorstellen können und ich weiß, dass ich davon mein ganzes Leben lang profitieren werde. Es ist schon beinahe ein ungewohntes Gefühl für mich, diesen Bericht auf Deutsch zu schreiben, obwohl es ja eigentlich meine Muttersprache ist.

 


Alles in allem kann ich sagen, dass mein Auslandsjahr bis jetzt ein großartiges Abenteuer gewesen ist und ich jede einzelne Minute davon genieße.