Dienstag, 21. Mai 2019
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Mein Auslandsjahr in Florida

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Sophie W.
Stipendium gestiftet durch:
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Schüleraustausch USA



Flug, Ankunft und Gastfamilie

 


Am 03.08.2018 begann mein großes Abenteuer- ich startete von Frankfurt aus in Richtung Orlando/Florida in die USA!
Schon von Deutschland aus hatte ich oft Kontakt mit der Gastfamilie. Wir hatten uns die letzten Wochen geschrieben und auch einige Male telefoniert, so dass wir uns schon ein wenig kennenlernen konnten. Als ich aus dem Flugzeug stieg, hatte ich ein wenig Angst vor allem, was mich in den darauf folgenden Wochen und Monaten erwarten würde. Doch ich wurde mit so einer großen Herzlichkeit und Freude empfangen, dass ich mich sofort viel sicherer fühlte! Die Gasteltern Candy und Blake und meine Gastschwester Lucky erwarteten mich mit einem selbstgebastelten Schild und Deutschlandfähnchen. Vom ersten Moment an, den ich mit meiner Gastfamilie verbrachte, habe ich mich wie ein Teil der Familie gefühlt.

 


Meine Gasteltern hörten überhaupt nicht mehr auf von all dem zu erzählen, was sie alles mit mir unternehmen wollten und wie viel Spaß wir zusammen haben würden und meine Gastschwester lächelte mich ununterbrochen an.

 


Nach etwa einer Stunde Fahrt kamen wir in meinem neuen Zuhause auf Zeit an. Ich staunte nicht schlecht: Das ganze Grundstück war mit Deutschlandfahnen geschmückt und mein Zimmer war liebevoll mit Bildern meiner Familie und Freunden dekoriert. Sie hatten sich diese vorher von meiner Mutter schicken lassen und die Überraschung war wirklich gelungen. Das hat mir das Ankommen doch gleich ein wenig leichter gemacht! Meine Familie lebt in Ormond Beach, einer kleinen Stadt in Florida. Sie haben dort ein großes Haus mit Pool, welches an einem schönen See liegt. Die Familie besteht aus meinen Gasteltern, meiner Gastschwester, der Gastoma, drei Hunden, 2 Meerschweichen und allerlei anderen Tieren.

 

Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie

 

In den darauf folgenden Tagen haben wir viel zusammen unternommen. Wir waren gemeinsam am Strand, der nur etwa 8 km von meinem Zuhause entfernt ist, im Kino und sie haben mir die Umgebung meines neuen Zuhauses gezeigt. So hatten wir die Möglichkeit, uns besser kennenzulernen. Was mir sofort auffiel, war, dass es nicht so wie in Deutschland eine Innenstadt gibt, keinen Bäcker an der Ecke oder irgendwelche kleineren Läden. Wenn man einkaufen möchte, fährt man in eine Mall, dort findet man dann wirklich alles, was das Herz begehrt.

 

 

Mein Schulalltag


Nach ein paar Tagen Ferien fing dann das neue Schuljahr an und ich hatte meinen ersten Schultag an einer amerikanischen Highschool. Zuvor war ich noch mit meiner Gastmutter in der Mall und wir haben Poloshirts gekauft, die ich an meiner Schule tragen muss. Außer dieser Auflage gab es aber keinen Dresscode. Am Anfang war natürlich alles neu und ich war auch etwas nervös, das Schulsystem ist ganz anders als in Deutschland und auch der Schulalltag schaut komplett anders aus. Besonders die zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen waren neu für mich. Wenn man zu spät kommt, muss man sich erst im Sekretariat melden und bekommt eine Art Schein, mit dem man dann zu seiner Klasse gehen kann.

 

Ich musste mich entscheiden, welche Fächer ich gerne belegen will, denn auch die waren ganz anders als in Deutschland und die Wahl fiel mir schwer. Hier gibt es Schulfächer wie: Musical, Kriminalistik, Psychologie uvm. Da ich gerne singe und später gerne Psychologie mit dem Schwerpunkt Kriminalistik studieren möchte, fand ich diese Möglichkeit, jetzt schon einmal in dieses Thema reinzuschnuppern, natürlich großartig und so meldete ich mich für diese Fächer an. Der Anfang an der Highschool fiel mir ein wenig schwer, doch ich habe schnell Freunde gefunden und so lernte ich mit deren Hilfe rasch, mich an einer amerikanischen Highschool zurechtzufinden.


Ich habe dort in den vergangenen Monaten viele interessante Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen kennengelernt und genieße es, mich täglich von ihnen inspirieren zu lassen. Wir gehen zusammen zu Footballspielen, helfen uns gegenseitig bei Schulaufgaben und einige von ihnen sind außerdem wie ich im Schulchor aktiv. Wir organisieren Konzerte, sammeln Spendengelder für örtliche Wohltätigkeitsorganisationen und haben einfach Freude daran, gemeinsam zu singen und Zeit miteinander zu verbringen. In den USA verbringt man viel mehr Zeit mit Schulaktivitäten. Es ist wirklich wichtig, sich für irgendeine dieser Möglichkeiten zu entscheiden, sei es Sport, Chor oder Schachclub, es wird wirklich viel geboten. Wenn man das nicht macht, läuft man Gefahr, die Nachmittage und die Wochenenden alleine zu verbringen. Freundschaften entstehen eher in den Nachmittagsveranstaltungen, da jeder die unterschiedlichsten Kurse besucht und man so wenig Zeit mit den gleichen Schulkameraden verbringt.

 

 

Homecoming-Ball und Mottowoche


Eines der Highlights meines bisherigen Aufenthaltes in Florida waren das Homecoming-Spiel und der darauf folgende Homecoming-Ball. Alle Schüler und Lehrer zeigten sich an diesem Abend von einer ganz anderen Seite. Eine Gruppe meiner Freunde und ich gingen vor dem Ball zusammen essen und als wir bei der Schule ankamen, staunte ich nicht schlecht, wie sich alles verwandelt hatte. Alles glitzerte, funkelte und war festlich geschmückt, eine ganz besondere Stimmung lag in der Luft! Wir lachten viel und tanzten die ganze Nacht lang.
Die Woche vor dem Ball war auch besonders. Meine Schule hatte eine Mottowoche organisiert und alle Schüler und Lehrer verkleideten sich jeden Tag passend zu einem anderen Thema. Das kennt man ja auch aus Deutschland von den Abiturjahrgängen, doch an meiner Schule hier machten auch nahezu alle Lehrer mit.

Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie

 

Ausflug ins Disneyland


Ein besonders schöner Ausflug führte mich mit einer großen Gruppe von Freunden aus der Schule nach Disneyland. Wir fuhren mit etwa 15 Personen in mehreren Autos los und kamen nach etwa 1,5 Stunden dort an. Viele meiner Freunde hier besitzen schon den Führerschein und ein eigenes Auto, da man den Führerschein in den USA bereits mit 16 Jahren machen kann. Meine Gastmutter warnte mich, dass ich unbedingt Mäuseohren brauchen würde, da ich ansonsten auffallen würde. Ich habe ihr nicht so wirklich geglaubt, doch so war es wirklich, fast alle hatten irgendetwas Besonderes an, sei es ein T-Shirt, Prinzessinnenkleid oder Mäuseohren, echt verrückt.

 

Wir waren dort ein paar Tage vor Halloween, der ganze Park war von oben bis unten voll mit Kürbissen geschmückt und es wurden Horrorshows aufgeführt. Nachts war alles wunderschön beleuchtet und es gab um 24 Uhr ein gigantisches Feuerwerk! Der Park ist sehr groß, es gibt so viel zu entdecken, dass ich gar nicht alles sehen konnte. Ich möchte definitiv noch einmal hin während meiner Zeit hier und mir dann dort auch mal eine Show ansehen.

 

Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie

 

 

Urlaub mit meiner Gastfamilie


Mein schönstes Erlebnis der vergangenen fünf Monate war eine Karibikkreuzfahrt, auf der ich mit meiner Gastfamilie im November war. Die Nacht vor der Abreise verbrachten wir in Miami. Ich war wie erschlagen von den ganzen Eindrücken in dieser riesigen Stadt. Früh am nächsten Morgen ging es dann in Richtung Hafen von Fort Lauderdale. Schon von weitem sah ich das gigantische Kreuzfahrtschiff, welches fast 4.000 Passagiere beherbergen soll.

 

Wir starteten erst abends in die Karibik, sodass ich gemeinsam mit meiner Gastschwester das Schiff erkunden konnte. Es glich einer kleinen Stadt. Es gab unzählige Restaurants, Bars, Geschäfte und alle möglichen Aktivitäten. Man konnte singen, tanzen, schwimmen, jede Art von Sport betreiben. Besonders beindruckt hat mich das unfassbar große Buffet, es zog sich über ein komplettes Deck und war in verschiedene Räume unterteilt, in jedem gab es etwas aus einem anderen Land zu essen.

 

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Das Meer war wirklich atemberaubend! Ich habe noch nie ein solches Wasser gesehen. Ich fühlte mich wirklich wie im Film. Nachts waren wir meist auf See und insgesamt erkundeten wir drei mexikanische Inseln. Man konnte Ausflüge buchen und den Tag auf der Insel verbringen. Ein echter Traum ist da für mich in Erfüllung gegangen. Meine Lieblingstiere sind schon immer Delfine und man konnte einen Tauchausflug buchen und mit Delfinen schwimmen gehen. Ich dachte erst, es würde sich um Delfine in Gefangenschaft handeln, das wollte ich auf gar keinen Fall. Aber so war es nicht…!

 

Die Tauchergruppe ging langsam ins Meer und plötzlich waren wir von einer ganzen Delfinschule umgeben. Sie wurden gefüttert und waren daher zahm und schwammen überall um mich herum. Ich fasse es heute noch nicht, dass ich das wirklich erlebt habe! Ein weiterer Tauchgang ging zu gigantischen Stachelrochen. Das machte mir erst etwas Angst, da diese ja eigentlich sehr gefährlich sein sollen. Aber sie waren natürlich Menschen gewöhnt und auch das war ein unbeschreibliches Erlebnis. Außerdem unternahmen wir noch einen Tauchausflug in eine Höhle, das fand ich wirklich gruselig, da an der Decke allerhand an Fledermäusen und Spinnen wohnen. Das war eine wirklich aufregende Zeit!

 

Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie

 

Diese Reise hat mir auch dabei geholfen, die Bindung zwischen mir und meiner kleinen Gastschwester Lucky noch weiter zu stärken. Wir haben uns auf dem Schiff ein Zimmer geteilt und viel Zeit zusammen verbracht. Meine Gastschwester stellt mich überall als ihre große Schwester vor und wir verbringen viel Zeit in unserer Freizeit zusammen. Wir gehen zusammen im Pool schwimmen, an den Strand und ich helfe in ihrem Girl Scouts Verein aus. Meine Gastmutter ist dort Gruppenleiterin. Ich helfe ihr gemeinsam mit einer Freundin dabei, die Gruppenstunden zu organisieren, leite sie manchmal auch selbst, wenn meine Gastmutter arbeiten muss und führe Buch über die Kosten des Vereins und das Geld, das die Mitglieder einzahlen.

 

Es macht mir großen Spaß mit den Mädchen etwas zu unternehmen. Außerhalb der eigentlichen Gruppenstunde unternehmen wir auch viel zusammen, wir machen gemeinsame Ausflüge, gehen campen und verkaufen Kekse, um Spenden zu sammeln. Es ist mir persönlich sehr wichtig den Mädchen zu zeigen, dass sie im Leben alles erreichen können was sie wollen und ihnen beizubringen an sich selbst zu glauben.

 

Nach wie vor fühle ich mich in meiner Gastfamilie sehr wohl und ich muss sagen, sie sind das perfekte Match für mich!
Fortsetzung folgt…!

 

Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie Erfahrungsbericht Schuljahr USA Stipendium Sophie