Sonntag, 22. September 2019
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Bye bye Australia, hello Germany

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Jamina L.
Stipendium gestiftet durch:
weltweiser



Schüleraustausch USA



See ya later

 

Auch wenn ich eigentlich erst am Morgen des 31. Mai zum Adelaide Airport gefahren bin, musste ich mich trotzdem schon an dem Abend davor von meinen australischen Freunden verabschieden. Das war wirklich kein schöner Moment und es gab soooo viele Tränen. Am schwersten fiel mir der Abschied von meinen drei besten Freunden, weil sie mir so unglaublich wichtig geworden sind und man ja nicht genau sagen konnte, wann wir uns wiedersehen.

 

Wir haben natürlich abgemacht, uns immer zu schreiben und zu facetimen und uns auf jeden Fall gegenseitig zu besuchen. Ich habe wirklich gehofft, dass wir das einhalten können und werden, weil ich ja schon Erfahrungen mit meinen Leuten zuhause gemacht hatte und ganz genau wusste, wie lästig die Zeitverschiebungen sind und wie schwierig es sein kann, immer Kontakt zu halten. Und da Australien auch nicht gerade um die Ecke ist, war uns auch klar, dass wir uns längere Zeit nicht sehen würden. Um das Versprechen zu stützen, dass wir uns wiedersehen würden, sagte keiner von uns ’’Goodbye’’, denn es würde nur ein ’’See ya later’’ sein.

 

Stipendiatin Jamina Auslandsjahr Australien Stipendium weltweiser

 

Die, die nur am heulen ist

 

Der Abschied mit meiner Gastfamilie verlief weniger emotional, was daran lag, dass sie mich schon etwa einen Monat nach Abreise in Deutschland besuchen würden. Ich war aber auch irgendwie viel zu aufgeregt, gleich in den Flieger nach Hause zu steigen (auch wenn die Reise lang und anstrengend werden würde und ich zweimal den Flieger wechseln müsste). Am Abend zuvor fühlte sich alles noch so unecht an und im nächsten Moment saß ich schon im Flugzeug auf dem Weg nach Hongkong, die Stadt, in der ich vor zehn Monaten schon gewesen bin, auf dem Weg nach DU!

 

Die Zeit dort verging so schnell, was ich erst auf dem Rückweg richtig realisierte. Ich dachte an all das, was ich erlebt hatte, die guten und die schlechten Zeiten und konnte einfach nicht kapieren, dass jetzt alles vorbei war. Als ich dann auch noch mein Abschiedsbuch, in das alle meine australischen Freunde und Klassenkameraden geschrieben hatten, anfing zu lesen, kam ich absolut nicht mehr klar und weinte einfach. Ich bin irgendwann eingeschlafen, was wahrscheinlich auch gut war, denn die Mitreisenden müssten sich auch schon gefragt haben, warum ich die ganze Zeit nur am heulen war…

 

Gastbruder Schüleraustausch Jamina Australien Erfahrungsbericht

 

Welcome back

 

So richtig, richtig real wurde es dann, als ich am Frankfurter Flughafen zum ersten Mal seit zehn Monaten wieder deutschen Boden betrat. Und ich war direkt genervt. Diese Unfreundlichkeit! Zehn Monate lang hatte ich fast nur mit den aufgeschlossenen, ehrlichen und so unglaublich freundlichen Australiern geredet…und am Flughafen in Deutschland hatte ich mich sofort so gefühlt, als hätte ich was verbrochen, so böse wie ich angeschaut wurde.

 

Der Kulturschock, den ich eigentlich eher bei der Ankunft in Australien erwartet hätte, hatte sich um zehn Monate verspätet und begrüßte mich nun zurück in der eigenen Heimat. Home Sweet Home, willkommen zurück in Deutschland, Jamina :)

 

Auslandsjahr Australien Stipendium weltweiser

 

Erinnerungen fürs Leben

 

Das Wiedersehen mit meiner Familie und meinen Freunden war total seltsam. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich in Tränen ausbrechen würde, stattdessen stand ich mit meinem Koffer in der Hand vor ihnen und sagte einfach nur richtig verwirrt Hallo. Ich glaube das war so eine Art Schockzustand oder ähnliches, ich verstand einfach wirklich nicht, dass ich wieder zuhause war. Wieder in Deutschland, und alles war wie vorher, nur dass ich Erinnerungen in meinem Kopf und Menschen in meinem Herzen hatte, die da vorher noch nicht waren.

 

Denn während bei all meinen Leuten zuhause der Alltag ganz normal weiterging, erlebte ich eine Zeit, die ich so nie wieder erleben würde, und ich schloss Freundschaften, die es ohne dieses Abenteuer niemals geben würde. Egal wo ich bin auf der Welt, es wird immer diese Menschen am anderen Ende geben, die mir so unglaublich viel bedeuten, mehr, als ich je gedacht hätte. Und ich weiss ganz genau, dass deren Türen für mich immer offen stehen werden, genau wie meine Tür immer für sie offen sein wird, wo auch immer in der Welt ich mal sein werde.

 

Schüleraustausch Australien Erfahrungsbericht

 

Ich bin jetzt seit etwas über einem Monat wieder zurück in Deutschland und habe mich auch gut wieder eingelebt. Meine Gastfamilie kommt Mitte dieser Woche zu mir nach Hause und ich kann sie endlich wiedersehen und ihnen meine Welt zeigen. Mein Zimmer ist voll mit Bildern von Erlebnissen mit Freunden und auch wenn es jetzt schon ein paar Wochen her ist, dass ich dort war, kullert mal die ein oder andere Träne über die Wangen, wenn ich an meine Freunde dort denke.

 

Aber wie versprochen halten wir regelmäßig Kontakt über Snapchat und Facetime und erzählen uns immer, wenn es was neues gibt. Natürlich gibt es nicht mehr wie damals jeden Tag Kontakt untereinander, aber alle paar Tage wird sich ausgetauscht.

 

Erfahrungsbericht Australien Auslandsjahr

 

Ich bin mehr als dankbar für meine Mama, die mir das Auslandsjahr ermöglicht hat und für jeden Einzelnen, der mich während dieser Reise unterstützt hat, inklusive weltweiser, die mir durch ihr monatliches Taschengeld die Türen für noch mehr Abenteuer und Entdeckungen in Australien geöffnet haben. Ich kann jedem, der diesen Artikel liest, wirklich nur empfehlen, ein Auslandsjahr zu machen (selbst wenn es nur ein paar Monate sind). Es ist die beste Entscheidung, die ich bis jetzt in meinem Leben getroffen habe :)