Mittwoch, 20. Mńrz 2019
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Work & Travel-Abenteuer
Neuseeland und Thailand


Zweiter Erfahrungsbericht

WELTB├ťRGER-Stipendiatin
Christina L. - Neuseeland

Reiseoutfit-Stipendium gestiftet durch:
Zalando

 

Sch├╝leraustausch Costa Rica

 

So, jetzt bin ich also wieder daheim und das ist ganz sch├Ân ungewohnt. Genau vor drei Wochen bin ich am Flughafen in M├╝nchen angekommen und von meinem Eltern und Freunden mit Luftballons und „Welcome back“-Schildern herzlichst in Empfang genommen worden. Die Freude, alle wieder zu sehen, war riesig und wir hatten uns einiges zu erz├Ąhlen, denn in sieben Monaten hat sich doch Vieles ver├Ąndert. Was ich noch alles erlebt habe, m├Âchte ich euch nat├╝rlich nicht vorenthalten.


W├Ąhrend meiner Arbeit in einem kleinen Caf├ę in Waitomo habe ich viele interessante Leute kennengelernt und gute Erfahrungen gemacht. Zuerst war ich der Tellerw├Ąscher, durfte dann ziemlich schnell auch G├Ąste bedienen und abkassieren und das hat richtig Spa├č gemacht. In der K├╝che musste ich auch des ├ľfteren aushelfen. Hier geh├Ârte es zu meinen Aufgaben, Sandwiches zu belegen, Kuchen zu backen und das Abendessen vorzubereiten.

 

Das Cafe befindet sich im Waitomo-Distrikt. Diese Region ist f├╝r ihre H├Âhlen (Waitomo Caves) bekannt und somit ein beliebtes Ausflugsziel f├╝r Touristen. Die H├Âhlen lassen sich ganz gem├╝tlich auf einer Tour zu Fu├č oder per Boot erkunden. Die Millionen von Gl├╝hw├╝rmchen an den H├Âhlenw├Ąnden finde ich sehr beeindruckend. Falls man besonders abenteuerlustig ist, kann man auch eine Blackwater Rafting Tour durch die H├Âhlen machen. So hab auch ich es getan und kann es nur weiterempfehlen. Nachdem wir uns 100 Meter abgeseilt haben um in die H├Âhle zu kommen, sind wir noch circa vier Stunden durch die H├Âhle gekrochen und geschwommen, in Wasserl├Âcher gesprungen und Wasserf├Ąlle hinaufgeklettert. Das war Adrenalin pur und sicherlich eines meiner Highlights in Neuseeland.

 

Work and Travel Neuseeland

 

Nach meinem vierw├Âchigen Aufenthalt in der Region und der Arbeit im Restaurant ging es weiter Richtung Hamilton. Hier legte ich nur einen kurzen Stopp ein und habe mir die Stadt samt Hamilton Gardens und Hamilton Lake angeschaut. Dann ging es auch schon zu meinem n├Ąchsten Ziel: einer Milchfarm in der N├Ąhe von Matamata. Hier wollte ich eigentlich nur f├╝r zwei Wochen bleiben, woraus letztendlich vier wurden. Auch hier habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

 

Die Farmer waren sehr, sehr nett und hilfsbereit und ich habe so einiges gelernt, wie zum Beispiel Roller fahren. Als ich ihnen mitgeteilt habe, dass ich nach Neuseeland noch einen Monat nach Thailand fliege, bevor es wieder nach Deutschland geht, haben Sie darauf bestanden, mir das beizubringen. Denn in Thailand ist es am g├╝nstigsten, sich einen Roller zu mieten und damit das Land zu erkunden. Meine erste Fahrstunde sah dann so aus, dass der Farmer mich auf sein uraltes Moped gesetzt hat, mir kurz erkl├Ąrt hat wie alles funktioniert und dann zum Essen verschwunden ist. Nachdem ich eine Stunde mit dem Moped auf seinem Acker im Kreis gefahren bin, bis ich Schalten, Bremsen und Gas geben konnte, durfte ich auch endlich zum Essen kommen. Das Rollerfahren war aber nur der Anfang. An den darauffolgenden Tagen wurde mir dann noch gezeigt, wie man Traktor f├Ąhrt und einen 8t-Bagger bedient.

 

Bagger fahren Neuseeland

 

Ansonsten sah das Leben auf der Farm so aus, dass wir jeden Tag um 5 Uhr aufgestanden sind um eine halbe Stunde sp├Ąter die 180 K├╝he zu melken. Danach gab es erst einmal ein gro├čes Fr├╝hst├╝ck, bevor es wieder zur├╝ck an die Arbeit ging. Nachmittags um vier Uhr wurden die K├╝he dann nochmals gemolken. Neben der Farmarbeit haben wir aber auch einige Ausfl├╝ge unternommen.

 

An einem Tag ging es nach Hobbition ÔÇô dem Drehort der „Herr der Ringe“-Filme und „Der Hobbit“. Das „Filmdorf“ entstand auf einer Schaffarm und wird von circa 100 Mitarbeitern gepflegt. Die Touren starten alle 30 Minuten, und seit der Weltpremiere des ersten Hobbit-Films zeichnet sich ein neuer Besucherrekord von t├Ąglich mehr als 2.000 Touristen ab.

 

Hobbition Neuseeland
Neuseeland Hobbit
Herr der Ringe Neuseeland
 

 

Einmal haben wir einen Ausflug ans Meer gemacht. Das klingt jetzt nicht so au├čergew├Âhnlich, war es aber. Wir sind n├Ąmlich mit dem LKW an den Strand gefahren und haben so nah am Meer geparkt, dass wir beim Aussteigen schon mit den F├╝├čen im Wasser standen. Der LKW war bestens ausgestattet. Es war alles vorhanden, was man f├╝r einen gelungenen Strandtag braucht: Picknicktisch und St├╝hle, Grill, Essen und Getr├Ąnke, Liegest├╝hle, zwei Boote, ein Roller, ein Sofa und ein Stockbett,ÔÇŽ der Tag konnte also nur gut werden. Da man mir wohl angesehen hatte, wie ├╝berrascht ich von all dem war - wer richtet seinen LKW schon als fahrendes Wohnzimmer ein - hat der Farmer nur zu mir gesagt „Man muss auch mal ├╝ber die Grenzen hinaus denken und was Verr├╝cktes machen“.

 

W├Ąhrend meiner Zeit auf dieser Farm habe ich mein Auto wieder verkauft, sogar teurer als ich damals daf├╝r bezahlt habe, was mich sehr erfreute. Von diesem Geld habe ich unter anderem einen Flug auf die S├╝dinsel gebucht und bin Mitte Mai nach Queenstown ÔÇô in die K├Ąlte geflogen. Hier war es n├Ąmlich Winter und auf den Bergen lag bereits Schnee.

 

Neuseeland S├╝dinsel

 

Die letzten vier Wochen von meiner Zeit in Neuseeland bin ich zusammen mit einem Franzosen gereist. Wir haben uns einen Campervan gemietet und sind von einer Attraktion zu der N├Ąchsten gefahren. Angefangen am Milford Sound mit den vielen Wasserf├Ąllen, weiter nach Invercargill und einem richtig sch├Ânen Aussichtspunkt in Bluff.

 

Bluff Neuseeland
Invercargill
Milford Sound

 

Dann ging es weiter in die Catlins, einem Gebiet im S├╝dosten der S├╝dinsel Neuseelands. Die Catlins sind ein sehr d├╝nn besiedeltes Gebiet mit einer malerischen K├╝stenlandschaft. Zuerst fuhren wir zum Waipapa Point, wo wir uns den Leuchtturm angeschaut haben. Keine 20 Meter weiter stolpern wir schon fast ├╝ber Seerobben, die ganz gem├╝tlich im Gras lagen. Von hier aus ging es ├╝ber Schotterpisten zum Slope Point, dem s├╝dlichsten Punkt der S├╝dinsel. Die n├Ąchsten Tage haben wir noch diverse Wasserf├Ąlle angeschaut ÔÇô da gibt es n├Ąmlich so einige in den Catlins, haben ein paar kleinere Wanderungen unternommen und sind zum Abschluss zum Nugget Point gefahren. Hier haben uns nochmal wundersch├Âne Str├Ąnde erwartet und wir haben sogar Pinguine in freier Wildbahn beobachten k├Ânnen.

 

Wasserfall Neuseeland   Leuchtturm Neuseeland  
Aussichtspunkt Neuseeland

H├Âhle Neuseeland Neuseeland Leuchtturm

 

N├Ąchstes Ziel war Dunedin und die Otago Peninsula. Die Miesmuscheln, die wir ┬áam Strand gefunden und abends frisch zubereitet haben, werde ich sicherlich nicht vergessen. Das war lecker!!! Auf der Weiterfahrt Richtung Lake Tekapo haben wir noch die Moeraki Boulders angeschaut und immer wieder Seerobben am Strand entdeckt. Von Lake Tekapo, wo es nur geregnet hat, ging es dann zum Mt. Cook. Dort angekommen war es richtig kalt, daf├╝r aber auch richtig sch├Ân. Eine 1,5 St├╝ndige Wanderung f├╝hrte uns ins Hooker Valley, wo wir einen Gletschersee bewundern konnten. Im Regen ging es dann zur├╝ck zum Auto und weiter Richtung Glacier Country ÔÇô Franz Josef Gletscher und Fox Gletscher. Das war dann auch unser letzter gro├čer Stopp bevor es ├╝ber ArthurÔÇÖs Pass nach Christchurch ging.

 

Landschaft Neuseeland
Seel├Âwe Neuseeland
Strand Neuseeland
 
Gletscher Neuseeland
Sonnenuntergang Neuseeland
See Neuseeland
 

 

Im Februar 2011 hat ein Erdbeben der St├Ąrke 6,3 Christchurch ersch├╝ttert und Teile der Stadt zerst├Ârt. Heute, im Juni 2014, ├╝berkommt uns immer noch ein sehr beklommenes Gef├╝hl, als wir durch die Strassen im Stadtzentrum laufen. Viel ist abgesperrt, wo fr├╝her H├Ąuser waren sind heute riesige Parkpl├Ątze. Einige Ruinen stehen noch, werden aber wohl bald abgerissen. Momentan arbeiten hunderte von Leuten daran, die Stadt wieder aufzubauen, bis auf Baul├Ąrm ist kaum etwas zu h├Âren.

 

Erdbeben Christchurch

 

Christchurch war nicht nur das Ende unsere Rundreise mit dem Campervan, sondern auch das Ende meines Neuseelandaufenthaltes. Von hier aus bin ich am 25.06.2014 nach Bangkok geflogen.

 

 

Bangkok

 

Bangkok steht bei mir zu allererst f├╝r Kulturschock. Aus dem wundersch├Ânen, naturbelassenen, ruhigen Neuseeland bin ich in eine Millionenstadt mit viel zu viel Verkehr, Dreck, L├Ąrm und Abgasen gekommen. Die ersten Tage musste ich mich erst einmal an diese neue Lebenssituation gew├Âhnen, wobei richtig anfreunden konnte ich mich mit der Stadt bis zum Schluss nicht. Dennoch habe ich auch hier wieder viel erlebt und viel gesehen: vom Wat Pho, einem buddhistischen Tempel, dem Grand Palace, dem Floating Market, dem Chatchuak Weekend Market und nat├╝rlich der ber├╝hmt ber├╝chtigten Khao San Road war alles dabei.

 

Reise Bangkok
Schwimmender Markt Bangkok
Tempel Bangkok

 

 

 

Bangkok Taxi
Tempelanlage Bangkok

 

 

Nach acht Tagen in dieser Metropole musste ich dringend wieder wo anders hin und so hab ich beschlossen, nach Bali zu fliegen und mich dort mit einer Freundin aus Deutschland zu treffen.

 

 

Bali
Bali ÔÇô hier schaut die Welt doch schon gleich wieder ganz anders aus. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gef├╝hlt, Bangkok war mir wohl einfach zu gro├č und zu ├╝berf├╝llt. Die Leute hier auf der Insel sind wieder sehr freundlich und hilfsbereit, das Wetter war die drei Wochen, die ich hier verbrachte, einfach nur traumhaft. Hier kam richtiges Urlaubsfeeling auf.


Am ersten Tag haben wir uns dann auch gleich Roller geliehen und jetzt war ich dem Farmer auch richtig dankbar. Es ist zwar kein Vergleich ob man mit dem Roller durch Bali f├Ąhrt oder mit einem Moped ├╝ber einen Acker rast, dennoch f├╝hlte ich mich jetzt relativ sicher auf dem Gef├Ąhrt. Die Verkehrsregeln in Bali sind auch ganz einfach, man muss immer hupen wenn man um eine Kurve f├Ąhrt und wenn man jemanden die Vorfahrt nimmt, hupt man einfach zwei Mal kurz. Ansonsten kommt man mit dem Roller eigentlich ├╝berall hin ÔÇô Einbahnstra├čen darf man auch gern entgegengesetzt fahren ;)


Mit dem Roller haben wir dann auch so einigen Touren gemacht: zum Monkey Forest, zur Tempelanlage in Uluwatu, zu den Gitgit Wasserf├Ąllen und zum UNESCO Weltkulturerbe ÔÇô den Reisterrassen.
An einem Tag sind wir mit Taschenlampen bewaffnet nachts um halb 4 auf den Vulkan Bartu gelaufen um von dort aus den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war es an dem Tag sehr bew├Âlkt und die Sonne kaum zu sehen. Trotzdem war es ein richtig tolles Erlebnis.


Nach ein paar Tagen sind wir dann von Bali aus mit dem Schnellboot nach Gili Trawagan gefahren. Das ist eine Insel vor der K├╝ste Lomboks. Die Insel hat circa 700 Einwohner und es gibt keine motorbetriebenen Fahrzeuge. Das Inselumfeld ist reich an Korallen, in welchen unz├Ąhlige verschiedene Fischarten beheimatet sind. Bei unserem Schnorchelausflug um die Insel sind wir mit Schildkr├Âten geschwommen und konnten die wundersch├Âne Unterwasserwelt begutachten. Hier haben wir’s uns gut gehen lassen. Da alles relativ g├╝nstig ist, haben wir uns bei einer traditionellen indonesischen Massage verw├Âhnen lassen und bei einer Mani- und Pedik├╝re wieder „aufh├╝bschen“ lassen. Dann ging es auch hier langsam wieder dem Ende zu. Nach ein paar sch├Ânen und entspannenden Tagen am Strand hie├č es Koffer packen, oder besser Rucksack packen und versuchen, alles wieder reinzubringen, was sich in den letzten 7 Monaten so angesammelt hatte. Souvenirs f├╝r die Lieben zu Hause durften nat├╝rlich auch nicht fehlen. Allm├Ąhlich stieg die Aufregung und Vorfreude auf zu Hause und dann sa├č ich auch schon im Flieger und es ging wieder zur├╝ck.


Ja, und jetzt bin ich wieder hier und lebe mich so langsam wieder ein. Die Reise war wohl das Beste was ich machen konnte, aber nach Hause zu kommen war auch wieder ein sch├Ânes Gef├╝hl. Auf die Fragen meiner Freunde und Bekannten, ob ich etwas bereue oder ob ich etwas anders gemacht h├Ątte, kann ich nur sagen „NEIN, absolut nicht! Es war einfach nur perfekt!“ Ich bin sehr dankbar f├╝r alles, was ich erleben durfte, f├╝r die netten Menschen, die ich kennengelernt habe und f├╝r die sch├Ânen Momente die ich mit Ihnen verbracht habe.


Vielen Dank auch nochmal an Zalando und das Weltb├╝rger-Stipendium-Team f├╝r die tolle Unterst├╝tzung!

 

 

Christina L., 15.08.2014