Sonntag, 22. Oktober 2017
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Hot Pools und ein Bungeesprung

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Lena S. - Neuseeland

Stipendium gestiftet durch:
Study Nelson

 

Schüleraustausch Neuseeland



Bevor es losgeht

 

Jetzt heißt es langsam Abschied nehmen, denn bald ist es endlich so weit. Ich fliege mit Study Nelson nach Neuseeland! Ehrlich gesagt kann ich es überhaupt nicht fassen. Ich freue mich riesig auf meine Gastfamilie um sie endlich persönlich kennen zu lernen. Im Moment skype ich fast jeden Tag mit meinem Gastbruder und ich bin schon traurig, wenn ich daran denke, dass das die nächsten zwei Wochen wegen der Schule und der Zeitverschiebung leider nicht mehr möglich ist. Ich bin mir sicher, dass ich eine unvergessliche Zeit mit ihnen haben werde.


Zur Zeit bin ich noch ziemlich optimistisch, was das Freunde finden und das Eingewöhnen in die neue Umgebung und die Familie angeht. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass ich schon so bald im Flugzeug sitze und mir bewusst wird, dass es jetzt losgeht, habe ich bestimmt ein paar Zweifel, ob es so leicht wird. Vor allem kann ich es kaum erwarten, das andere Ende der Welt zu entdecken, die traumhafte Landschaft und die Leute kennen zu lernen.


Mit meinen besten Freunden treffe ich mich nochmal kurz bevor ich fliege und wir feiern ein bisschen Abschied, ganz gemütlich also und mit meiner Familie gehe ich essen.
Am Anfang hatte ich Bedenken, ob ich den langen Flug gut überstehe, aber nachdem ich mit den anderen Study Nelson-Schülern, die mit mir fliegen, Kontakt aufgenommen habe, bin ich mir sicher, dass es ganz lustig wird und wir die Zeit gut herumbekommen werden. Die zwei Wochen nutze ich jetzt auch noch ausgiebig, weil mir dann doch noch ziemlich viel einfällt, was ich alles noch so brauche ;)

 


Die ersten Tage in der Schule

 

In der Einführungswoche von Study Nelson sind wir gut auf alles vorbereitet worden, hatten auch gemeinsame Aktivitäten, die Spaß gemacht haben und konnten Fragen stellen. Auf dem Bild seht ihr uns auf dem Centre of New Zealand.

 

Schüleraustausch Neuseeland

 

Danach wurde es ernst: Am Dienstag hatte ich meinen ersten Schultag und ich muss zugeben, ich war tierisch aufgeregt. Direkt auf dem Schulweg ist mir aufgefallen, wie praktisch eine Schuluniform doch ist. Erstens, weil ich dann schon auf meinem Schulweg Schüler von meinem College erkenne und ich war total froh, dass ich gleich ein Mädchen angesprochen habe und dann mit ihr zur Schule gelaufen bin. Wir sind jetzt richtig gut befreundet und treffen uns jeden Morgen. :) So, don't be shy! Zweitens, weil ich noch nie so schnell fertig war am Morgen, da ich mir das Klamottenaussuchen sparen konnte.


Die ersten zwei Tage in der Schule hatten wir nur International Meeting. Es war total spannend, die anderen Gastschüler kennen zu lernen. Wir wurden mit Informationen zugestopft und es war echt schwierig, sich das alles zu merken. Meine Schule ist wirklich riesig. Das ist auf keinen Fall vergleichbar zu deutschen Schulen. Besonders der Schulhof ist bestimmt 15 mal größer und generell sind die Klassenräume viel besser ausgestattet. Ich verlaufe mich immer noch ab und zu, aber ich frage mich einfach immer durch und die Neuseeländer sind sehr hilfsbereit und bringen dich sogar oftmals zu deinem Raum. Ich saß ein paar Mal schon im falschen Raum, aber das ist echt überhaupt kein Problem. Die Lehrer sind sehr verständnisvoll und unterstützen dich, wenn du ihre Hilfe braucht. Ich war überglücklich, weil das mit meinen Fächern genau so geklappt hat, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich ist es am Anfang schwer die Fachbegriffe zu verstehen. Ich merke es vor allem in Physik und Economics, aber es wird von Tag zu Tag besser und man kommt echt sehr schnell rein, was ich nicht erwartet hatte.


Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass man auf die Klassenmitglieder zugeht und sich zu jemandem setzt, denn so lernt man die Kiwis schneller kennen.

 

 

Wochenendaktivitäten und Fotokurs

 

Ich kann es gar nicht glauben! Ich bin schon seit zwei Monaten in Neuseeland und die Zeit rennt einfach nur davon. Wenn ich jetzt schon daran denke, dass ich nur noch drei Monate übrig habe, fange ich an zu weinen, weil es hier zu wundervoll ist, um schon wieder zurück nach Deutschland zu gehen.

 

Schüleraustausch Nelson

 

Das English sprechen fällt mir schon viel leichter und ich habe angefangen auf Englisch zu träumen und zu denken. Es macht mir richtig Spaß, die Sprache. Vor einigen Wochen habe ich beschlossen, dass ich unbedingt wieder anfangen muss Sport zu treiben, weil ich echt zugeben muss, dass man hier so viel isst. Ich bin allerdings froh, dass es den anderen internationalen Schülern genau so geht. ;) Jedenfalls gehe ich jetzt ins Fitnessstudio und es macht total viel Spaß, da ich immer jemanden treffe, den ich von der Schule kenne. Eigentlich wollte ich mit Badminton anfangen, da es jedoch ein Wintersport ist, beginnt die Saison erst im nächsten Term, nach den Herbstferien. Ich muss also noch ein paar Wochen warten bis ich anfangen kann.

 

Mit meiner Gastfamilie ist alles perfekt. Sie sind so wundervolle Menschen und ich kann mir nicht mehr vorstellen ohne sie hier zu sein. Es fühlt sich an, als wäre es meine richtige Familie. Sie unterstützen mich immer und sind für mich da, wenn ich sie brauche. Worüber ich auch sehr glücklich bin, dass wir total viel gemeinsam unternehmen und ich etwas von Neuseeland sehen kann. Wir sind fast jedes Wochenende in das Wochenendhaus in den Marlborough Sounds und gehen Boot fahren, waren in Picton und haben uns die Stadt angeschaut, fahren Wasserski und Bananaboat und gehen tauchen. Ich war sogar schon angeln und habe einen Fisch gefangen :)

 

Schüleraustausch Ausflug

 

Wenn ich nicht weg bin, treffe ich mich meistens mit meinen Freunden oder wir besuchen den Rest der Familie. Ich habe zwei kleine Neffen, die total süß sind und natürlich immer mit mir spielen wollen. Dieses Wochenende war ein Festival in Richmond, wo ich mit meinen Freunden war und das war zugleich eine gute Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und die Leute mal außerhalb der Schule zu treffen.


Mit meinem College bin ich nach wie vor super glücklich. Meine Fächer sind sehr interessant und vor allem Fotografie genieße ich sehr. Im Moment arbeiten wir mit verschiedenen Fotografen und versuchen deren Werke auf unsere Art und Weise nachzustellen. Als erstes fotografieren wir verschiedene Momente, Szenen, Stillleben, all das was uns passend zum Thema erscheint. Ich bin sehr froh, dass wir so kreativ sein können und unser Lehrer unseren Ideen freien Lauf lässt. Wenn wir genug Fotos haben, fangen wir mit dem Hauptteil an: das Bearbeiten mit Photoshop und Zusammenstellen von einer A3-Seite des jeweiligen Fotografen. Ich bin jedes Mal wieder auf‘s Neue beeindruckt, was man alles mit einem Foto machen kann.

 

Schüleraustausch Unterricht

 

Am Sonntag hatten wir unser Treffen mit allen Gastfamilien und Gastschülern von Study Nelson. Ich habe mich riesig gefreut alle mal wieder zu sehen und es gab so viel zu erzählen. Jeder macht unglaublich viele neue Erfahrungen und ich könnte mich stundenlang mit ihnen darüber unterhalten. Natürlich habe ich es auch genossen typischen deutschen Nachmittag zu haben, es gab nämlich Kaffee und Kuchen und das habe ich ein bisschen vermisst. ;)

 

 

Hot Pools und ein Bungysprung

 

Jetzt melde ich mich mal wieder aus dem herbstlichen Neuseeland. Hier ist es im Moment um einiges kühler geworden und der Sommer wird schon ein bisschen vermisst, aber dafür sehen die Bäume in ihren bunten Farben wunderschön aus. Ich hatte vor Kurzem Herbstferien und das bedeutet, der erste Term ist vorbei und mir bleibt nur noch einer übrig.

 

Schüleraustausch Gastfamilie


In den Ferien bin ich mit meiner Familie nach Hanmer Springs gefahren, ein kleines Städtchen in Richtung Christchurch, und wir haben dort das Osterwochenende mit meinem Gastonkel, meiner Gasttanten, Cousinen und Cousin verbracht. Hanmer ist sehr bekannt für die "Hot pools", was sehr entspannend ist, vor allem wenn es draußen dunkel und kalt wird und man in einem 43°C warmen Pool sitzt und die Sterne beobachtet. Sonst haben wir uns das Städtchen angeschaut, aber da es nicht besonders groß ist, hat man nach einer Stunde schon alles gesehen. Wir sind zu einem Wasserfall gewandert und waren viel mit Fährrädern unterwegs oder sind einfach nur spazieren gegangen, war sehr schön war, denn rundherum liegen mehrere Berge von denen man eine tolle Aussicht hat.

 

Natürlich haben wir auch Osterhasen bekommen, obwohl wir schon groß sind. ;) Da habe ich mich sehr drüber gefreut, dass ich doch ein bisschen das Osterfeeling hatte, wie wir das Zuhause immer machen.
Nachdem wir wieder nach Hause gekommen sind, habe ich die Tage erst mal genutzt, um zu entspannen und den Schlaf nachgeholt, was sehr gut getan hat. Am Samstag in der ersten Ferienwoche ging es dann allerdings auch schon wieder los nach Queenstown mit meiner Freundin. Wir sind rüber geflogen, um uns die Stadt anzuschauen und ein bisschen mehr von Neuseeland zu sehen, wenn wir schon mal ans andere Ende der Welt gereist sind. Als wir im Flugzeug saßen, habe ich mal wieder bemerkt, was für eine traumhafte Landschaft Neuseeland doch hat. Es sieht aus wie im Traumland, nicht wirklich real. Wir mussten selbstverständlich Bungyjumpen gehen und es war so ein tolles Erlebnis. Am Morgen davor haben wir beide zwar nichts herunterbekommen, weil wir doch ziemlich aufgeregt waren. Als ich dann springbereit dort am Abgrund stand, durfte ich nicht darüber nachdenken, ob es nun die richtige Entscheidung war oder nicht, denn wenn man herunter schaut, merkt man, dass es um einiges höher ist, als es zuvor aussah. Man muss einfach springen und wenn es dann soweit ist, fühlt man sich frei, man ist an nichts gebunden, niemand hält dich auf, sondern du fliegst einfach. Auch wenn es nur einige Sekunden dauert, das Gefühl ist unbeschreiblich und man versteht es erst, wenn man es selber erlebt hat.

 

Schüleraustausch Abenteuer

 

Sonst sind wir für einen Tag nach Arrowtown gefahren, haben eine Jettour mitgemacht und den Nevis Swing. Das ist der größte Swing der Welt mit einem freien Fall von 70 Metern. Die Zeit verging sehr schnell, aber ich habe auch gemerkt, dass ich meine Gastfamilie ganz schön vermisse und habe mich gefreut wieder nach Hause zu kommen.

 

Ich bereue es jedoch ein bisschen, dass ich keine Nord-oder Südinseltour gemacht habe, weil ich doch gerne mehr von Neuseeland gesehen hätte. Ich habe aber sowieso beschlossen, dass ich unbedingt wieder kommen muss und dann kann ich das ja nachholen. ;) Ich kann jetzt schon anfangen zu sparen… Dann waren die Ferien auch schon wieder herum und die Schule hat wieder begonnen. Ich habe mich seit Jahren nicht mehr so gefreut in die Schule zu gehen, weil ich meine Freunde wieder gesehen habe und Schule hier viel stressfreier ist, als in Deutschland. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich in meinem Leben nochmal auf die Schule freue. ;)

 

Letztens waren wir mit Outdoor Education für drei Tage auf einem Camp. Wir sind zum Lake Rotoiti gefahren. Als wir angekommen sind, haben wir unsere Ausrüstung, das Essen und die Kleidung in den Kajaks verstaut und losgepaddelt! :) Die Hälfte der Klasse ist zuerst gewandert und die andere Hälfte gekajakt. In der Mitte haben wir uns zum Lunch getroffen und getauscht. Der See ist mit das Beeindruckendste was ich jemals gesehen habe. Ich war so fasziniert, das gibt‘s gar nicht. Als wir dann nach ein paar Stunden angekommen sind, haben wir uns erst mal einen Schlafplatz suchen müssen. Wir hatten nämlich wirklich keinen Plan. Ich liebe es: Die Kiwis sehen einfach alles viel leichter und lassen alles auf sich zu kommen. Nach einiger Zeit haben wir die passenden Bäume gefunden, um unsere Zelte oder Planen festzubinden. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir fertig waren, da es ziemlich windig war und die Stöcke (Heringsersatz) nicht im Boden stecken bleiben wollten. Wir mussten uns selbst versorgen in Gruppen von zwei Personen und hatten kleine Gaskocher dabei. Auch wenn das alles länger dauert, hat es total Spaß gemacht alles in der freien Natur zu machen. Duschen hatten wir auch keine und Zähne haben wir im naheliegenden Bach geputzt. Die Erfahrung war toll! An einem Tag waren wir sogar in dem See schwimmen, aber es war so schweinekalt, dass man es nicht länger als zwei Minuten aushalten konnte. Die Erfrischung war allerdings sehr gut. :)

 

Schüleraustausch Freunde

 

Am letzten Wochenende hatte eine sehr gute Freundin von mir ihren 18. Geburtstag und wir hatten ein kleines Picknick mit ein paar Freunden in den Washbourn Gardens. Sie hat sich Spätzle gewünscht, weil alle immer davon erzählt haben und sie die unbedingt probieren muss. Die haben wir dann natürlich für sie gemacht, auch wenn es eine Menge Arbeit war, weil wir hier nicht die benötigte Spätzlereibe haben. Allerdings haben wir es geschafft und alle haben sie geliebt, sogar meine Gastfamilie. Im Moment koche und backe ich viele deutsche Gerichte.

 

Schüleraustausch Gruppe

 

Gestern habe ich Brezeln und Vollkornbrot gebacken. Das war der absolute Traum! Nach drei Monaten so gut wie nur Toast endlich mal wieder ein gescheites Brot und es ist mir sehr gut gelungen und schmeckt super.


Schüleraustausch Freizeit