Dienstag, 19. Mrz 2019
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Auslandsjahr USA:

Als Schüler nach Houston, Texas

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Tobias M.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 

Stipendiat Schueleraustausch USA

 

Ich kam relativ kurzfristig auf die Idee ein Auslandsjahr zu machen. Bei mir war es so, dass eine befreundete Familie uns besuchen kam und davon erzählte, dass sie letztens auf einer Messe für Auslandsaufenthalte waren. In dem Moment habe ich mir dann gedacht, dass so ein Auslandsjahr eigentlich eine ziemlich gute Idee ist. Ich muss ehrlich sagen, dass ich davor noch nie richtig über ein Auslandsjahr nachgedacht habe. Ich habe danach erst mal mit meiner Mutter darüber gesprochen und kurz darauf war klar, dass ich ein Auslandsjahr machen werde. Ich habe im Internet lange gesucht und ich muss zugeben: Mein Traumziel wäre eigentlich Neuseeland gewesen. Dass es am Ende doch in die USA ging, bereue ich trotzdem nicht

.

Ich habe mich insgesamt bei zwei Organisationen beworben und mich dann am Ende auf Grund der finanziellen Frage entschieden. Kurz darauf wurde ich angenommen und dann ging alles ganz schnell. Ich habe die ganzen notwendigen Papiere ausgefüllt und meine Bewerbung abgeschickt, sodass die entsprechende Partnerorganisation eine Gastfamilie und eine Schule suchen konnte. Ich habe dann auch ein Visum beantragt, und ganz ehrlich, da man meistens einen Termin unter der Woche kriegt, geht das relativ schnell, da das für die Leute, die das da machen, Alltag ist. Ich war nach 20-30 Minuten aus dem Konsulat wieder raus.



Ich bekam meine Gastfamilie während den Osterferien, als wir in Frankreich waren und gerade beim Mittagessen saßen. Für mich ging es nach Houston zu einer dreiköpfigen Familie mit einem 11-jährigen Sohn. Ich habe dann noch am gleichen Abend direkt eine Mail geschrieben, um den ersten Kontakt herzustellen.


Der Abschied, besonders von meiner Familie, war sehr schwer, vor allem da ich es die ganze Zeit irgendwie dann doch nicht begreifen wollte, dass ich bald für 10 Monate auf der anderen Seite der Welt sein würde. Ganz begreifen musste ich es dann, als ich am Flughafen an der Sicherheitskontrolle angekommen war und mich endgültig verabschieden musste. Dann sollte man ja eigentlich erwarten, dass es während des Fluges langsam besser werden würde und dann die Vorfreude überwiegt, das war auch bei mir so, aber erst mal hatte mein Flieger eine Stunde Verspätung.



Die Ankunft am International Houston Airport lief sehr gut. Der Weg war immer klar ausgeschildert, sodass ich schnell zur Gepäckaufnahme kam und dann endlich meine Gastfamilie persönlich treffen konnte. Meine Gastfamilie hat mich super nett empfangen, der Tag war aber trotzdem sehr hart, weil ich direkt versucht habe einen normalen Rhythmus zu leben und entsprechend auch erst am Abend ins Bett zu gehen. Also hatte ich einen 24 Stunden Tag, da ich auch auf dem 10 Stunden Flug nicht schlafen konnte. Das erste Wochenende war sehr spannend, da meine Gastfamilie eine Party organisierte, wo ich ganz viele Leute kennengelernt habe - auch einen, der in meiner Stufe und im Football Team war, wo ich am Montag anfangen sollte, was mir sehr geholfen hat, andere Leute kennenzulernen.



Am Montag darauf wurde ich dann ins System der Schule aufgenommen, konnte meine Fächer wählen und hatte mein erstes Football Training. Ich habe Mathe, US Geschichte, Englisch, einführende Psychologie, Chemie Pre-AP (also annähernd College-Niveau), und Nutrition Class (Kochen) belegt. Football war für mich ein komplett neuer Sport und da ich keine Ahnung hatte, welche Position ich spielen möchte oder was ich genau zu tun habe, habe ich mich während den ersten paar Tagen einfach mal auf jeder Position rumgeschaut und bin am Ende bei den Receivern hängen geblieben, also bei denen, die die Pässe fangen sollen. Noch genauer war ich ein y-Receiver oder Tight End. Nachdem ich meine Position wusste, musste ich dann die ganzen Spielzüge herausfinden, was besonders in Football sehr schwierig ist (z. B. right empty far jump 91 10-lock).

 

Football USA Auslandsjahr Texas Stipendium Weltbuerger

 


Ich hatte das Glück, dass eine Nachbarin eine 12. Klässlerin (Senior) war, und mich zur Schule fahren konnte. Dadurch habe ich auch andere Leute kennengelernt. Der  erste Schultag war dann ein bisschen komisch, weil die deutsche und die amerikanische Schule sich sehr stark unterscheiden. Der erste Schultag ist sehr einfach gestaltet, da es eigentlich nur „lern die Lehrer kennen“ ist. Da meine Schule um 2200 Schüler hat, hat es einige Zeit gebraucht, bis die meisten wussten, dass ich aus Deutschland bin. Nach 2-3 Wochen war es dann immer noch so, dass ein paar aus meinem Footballteam zu mir gekommen sind und gefragt haben ob ich denn wirklich aus Deutschland bin (und ich habe schon mit denen gespielt und gesprochen).

 


Die ersten Schulwochen waren noch sehr spannend und dann habe ich mich so langsam in den Alltag eingelebt.



Meine Gastfamilie hat sehr viel gemacht, um mir typisch amerikanische Sachen zu zeigen. Z. B. haben sie mich zu einem Baseballspiel mitgenommen. Über das Baseballteam in Houston muss man wissen, dass der Name des Teams Astros ist, und sie in 2017 die World Series gewonnen haben und deswegen relativ berühmt sind. Über ein Baseballspiel sollte man außerdem wissen, dass es sehr langwierig ist und etwas langweilig werden kann, so langweilig, dass ein 11-jähriger Gastbruder schon mal einschlafen kann. Das Ganze war trotzdem eine gute Erfahrung und ich würde es jedem empfehlen, wenn man denn schon mal in den USA ist.



Außerdem sind wir an einem Wochenende in die Nähe von San Antonio gefahren, wo wir typische Sehenswürdigkeiten in San Antonio und ein paar traditionell zentral texanische Sachen gesehen haben. In San Antonio haben wir das Alamo besucht, sind am Riverwalk entlanggelaufen, und haben alle 6 oder 7 Attraktionen vom Ripleys besucht. An einem anderen Tag sind wir nach Gruene gefahren, eine typisch texanische Stadt (auch eine berühmte Touristenattraktion) und waren in einem Schlangen- & Alligatorzoo.

 

Auslandsjahr USA Texas


Was dann als Nächstes noch anstand war Halloween. Für Amerikaner ist Halloween definitiv unter den drei wichtigsten Feiertagen im Jahr. Es hatte gefühlt jeder Skelette, aufblasbare riesige Katzen oder Spinnennetzte im Vorgarten. Am Samstag vor Halloween waren wir dann noch in einer großen Gruppe Kürbisse schnitzen. An Halloween selbst hatten wir Pech, dass es so ziemlich den ganzen Tag regnete, aber für die Parade in der Nachbarschaft, wo gut 300-400 Leute verkleidet waren, war es zum Glück trocken.

 

Halloween USA Texas


Diesen Donnerstag (1. November) haben wir leider auch schon das letzte Football-Spiel, da danach die Saison schon vorbei ist.



Von dem, was ich bisher in den 3 Monaten erlebt habe, kann ich nur sagen, dass die Entscheidung sich bisher definitiv auszahlt und ich es jedem empfehlen würde, da es einfach eine richtig schöne Erfahrung ist.